Karte |
Unser Stadtteil Frohnhausen
Die Frohnhäuser
Noarrn (Narren) |
Ortsmitte von Frohnhausen
Foto: Bernd Nassauer 15/04/2007
Themenlinks:
Daten
zu Frohnhausen *Stand 21.12.2006
 |
PLZ:
Fläche:
Höhe über NN:
Höchste Erhebung:
Einwohner:
Gesamte Großgemeinde: |
35075
412 ha
Dorfmitte 240 m
(Donnerberg) 370 m
351 Einwohner
13.210 Einwohner |
Ortslage
Frohnhausen
Der Stadtteil Frohnhausen
liegt 3 km nordostwärts der Kernstadt im Allnatal, ist mindestens
600 Jahre alt. Sehenswert ist die hübsche, aus dem letzten Viertel
des 18.Jhd. stammende, quadratische Fachwerkkirche mit allseitig abgewalmten
Dach und laternenartigen Mitteldachreitern.
Dorfkirche
Foto: Bernd Nassauer 15/04/2007
|
Diese Bauart der Kirchen
erhielten im Volksmund die Bezeichnung »Kaffeemühlen«. |
Dieser Ort müßte
eigentlich ohne "h" geschrieben werden, denn seine Einwohner hatten es
früher schwer, weil sie den mächtigen Herren auf Burg "Blankenstein"
Frondienst leisten mußten.
Frohnhausen ein wesentlichen
von der Landwirtschaft geprägter Ort, wenngleich die Zahl der "hauptamtlichen"
Landwirte nicht mehr allzu groß ist. Auch das Wappenmotiv bezieht
sich auf die Landwirtschaft. Es zeigt in Grün ein als achtstrahligen
Stern gelegtes goldenes Ährenbündel. Mit seinem ländlichen
Charakter wirbt der Ortsteil auch um den Fremdenverkehr mit dem Motto "Ferien
auf dem Bauernhof".
Eine Mühle wird bereits
im 15. Jahrhundert erwähnt. Flurnamen wie "vor dem Rotheberg" und
"In den Gruben" im südwestlichen Teil der Gemarkung deuten auf Eisenerzvorkommen
und ehemaligen Abbau hin. Frohnhausen zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben
aus. Es gibt einen Sportverein - Wacker Frohnhausen (er war im Jahre 1980
60 Jahre alt) -, mit zwei Senioren- und zwei Jugendmannschaften, eine Frauengymnastikgruppe,
einen Gesangverein (gemischter Chor "Einigkeit" Frohnhausen' 1963 30 Jahre
alt), einen Taubenzuchtverein, einen Kegelclub, einen Angelsportverein,
eine Freiwillige Feuerwehr mit Jugendgruppe, eine Forstbetriebsvereinigung
und eine Reservistenkameradschaft. In den Wintermonaten treffen sich die
Frauen zu Spinnstubengruppen.
In den Jahren von 1968 bis
1982 nahm Frohnhausen neunmal am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner
werden" teil und erhielt im Jahre
1982 in diesem Zusammenhang
die Bronzeplakette des Landes Hessen.
Vorgeschichtliche
Funde und Bodendenkmäler
In der Gemarkung sind noch
Spuren von fünf Langstreifenfluren aus der Zeit vor dem 14. Jahrhundert
vorhanden. Sie sind allerdings stellenweise nicht mehr gut zu erkennen.
Kleinere Raine eines Feldsystems, auch auf dem Meßtischblatt verzeichnet,
liegen südwestlich im Wald zwischen Frohnhausen und Sinkershausen.
Einzelne Raine sind 2 m hoch. 800 m lang war das Streifensystem an der
Straße nach Friebertshausen. Feldsysteme nordwestlich und nordostwärts
sind heute größtenteils verschwunden.
Aus
der Geschichte Frohnhausens
Ein Verzeichnis der Einnahmen
der Grafen von Nassau-Dillenburg (das sog. Dillenburger Mannbuch) aus dem
Jahre 1338, das bis 1501 fortgeschrieben wurde, enthält die erste
Nennung Frohnhausens. Den Grafen stand der halbe Zehnte des Dorfes zu.
Sie hatten ihn den Döring zu EInhausen als Leben vergeben.
Am 17. Juli des Jahres 1347
schenkte der Gladenbacher Pastor Ludwig von Bicken der kleinen Gladenbacher
Kirche St. Laurentius und Nothurga u.a. Güter in Frohnhausen, Sinkershausen,
Rüchenbach, Seibertshausen und Gladenbach, und 1366 kaufte der Priester
dieser Kirche noch einen weiteren Hof in Frohnhausen dazu. Beide Höfe
blieben bis ins 19. Jahrhundert Gladenbacher Kirchenbesitz.
Um 1400 gab es 11 Häuser,
darunter fünf mit so geringem Vermögen, daß die Bewohner
auf Nebenerwerb angewiesen sein mußten. Zu ihnen gehörten ein
Hirte und der Knecht Friedrich Hentzes. Der Name "Henne hinder der kirchen"
beweist, daß das Dorf damals schon eine eigene Kirche hatte. Bis
1577 kam kein weiteres Haus dazu, aber dann machte sich auch hier ein Wachstum
bemerkbar. 1585 waren es dreizehn Anwesen, darunter ein Haus des Licentiaten
Eustachius Ulner, das allerdings derzeit unbewohnt war, und im Jahre 1600
sechzehn. Der gelehrte Herr Eustachius durfte den Rodzehnten vom Rodacker
erheben, der eigentlich dem Landesherrn zu stand. Das hatte ihn wohl veranlaßt,
in Frohnhausen ein Häuschen als Sommerresidenz zu erwerben oder zu
erbauen. Es gab außerdem 1585 unter den Bewohnern neun Pferdehalter.
Im Kriege 1630, nachdem die Zahl der Häuser wieder auf 13 geschrumpft
war, gab es sogar zehn Pferdebesitzer und drei sog. Einläufige, die
keine fahrenden Dienste zu verrichten brauchten.
Die Mehrzahl der Gehöfte
scheint freivererbbares Eigentum der Besitzer gewesen zu sein, denn 1577
gab es neben der Gladenbacher Kirche nur noch einen Obereigentümer,
die Herren von Rollshausen, von Schwalbach und die Schütze zu Lohra.
Das war eine Ganerbengemeinschaft, der das Gefälle aus dem sog. Hambachsgut
zustand, einem Hof, der 1585 von Hans Keutner mit vier Pferden bewirtschaftet
wurde.
Der Dreißigjährige
Krieg verschonte das Dorf nicht. 1624 muß die Pest schon einmal kräftig
zugelangt haben, weil die Zahl der bewirtschafteten Häuser um drei
zurückging. Da für forderte sie 1635/36 nicht ganz so viele Opfer
wie sonst im Amt. Von 28 bedepflichtigen Einwohnern starben drei an der
Seuche. 1633 brachte die Einquartierung viel Ärger und wirtschaftliche
Einbußen in Höhe von 225 Talern 41/2 Albus.
Ludwig Hinder, Nikolaus
Meuden, Jost Keller und Nikolaus Benner wurden "braun und blaw geschlagen",
Werner Seip so hart, "das all man so ihn gesehen gemeintt, er würde
sterben". Nikolaus Möllers Frau verschonte man nicht und die von Jost
Becker bewarfen die Söldner mit Steinen, obwohl sie schwanger war.
1640 richteten die Besatzungstruppen
einige Schäden an und requirierten ein Pferd, 7 Schweine, 3 Schafe,
3 Bienenstöcke, 164,5 Mött Korn, 6,5 Mött Weizen, 14 Mött
Gerste, 17,5 Mött Erbsen, 46 Mött Hafer und 34 Wagen Heu. Abgaben
und Schäden hatten einen Wert von 751 Reichstalern 35 Albus. Waren
bis jetzt noch alle 13 Häuser bewohnt und bewirtschaftet und ein weiteres
zum Wohnen hergerichtet, so standen von den 16 Häusern im Jahre 1600
am Ende des Dreißigjährigen Krieges schließlich doch sieben
leer. Die Bewohner mußten der Amtsverwaltung von den drei Maltern
Grebenhafer ganze zwei Malter 4 Mesten und viele weitere Abgaben schuldig
bleiben, - aber sie hatten wenigstens noch "geringe Pferdt". Auf die ständigen
Gelder hatte der Landesherr schon seit 1641 völlig verzichtet.
1666 waren wieder 10 Häuser
bewirtschaftet. 1734 gab es 20 Haushalte.
Das
Wachstum nach dem Kriege:
Häuser
|
1666
|
1700
|
1750
|
1780
|
1810
|
|
12
|
16
|
21
|
14
|
26
|
Einwohner
|
1834
|
1846
|
1885
|
1900
|
1925
|
1939
|
1946
|
1950
|
1961
|
1970
|
|
195
|
190
|
198
|
232
|
231
|
238
|
356
|
328
|
277
|
294
|
1835 ,,Frohnhaußen,
evangl. Filialdorf an der Alnau, 1 Stunde von Gladenbach, mit 197 Einwohner
und einer Mahlmühle. Sie treiben Ackerbau und Viehzucht" (Amtsarzt
Dr. Deibel in seiner medizinischen Topographie).
1867 arbeiteten 68 Personen
in der Landwirtschaft, 2 im Verkehrswesen. 1961 gab es in Land- und Forstwirtschaft
80 Erwerbspersonen, 54 im prod. Gewerbe, 13 in Handel und Verkehr, 10 im
Dienstleistungsgewerbe und sonstigen Berufen.
Fußball
ohne Sportplatz - aus der Frühgeschichte des Sports im Hinterland
Im Jahre 1980 feierte der
"SV Wacker 1920 Frohnhausen" e.V. sein 60jähriges Jubiläum. In
der Festschrift beschreibt Otto Flächsenhaar anschaulich, wie trotz
ungünstiger Bedingungen die Fußballbegeisterung nichts von ihrem
Feuer verlor.
"Wer weckte den Gedanken
unter uns, Fußball zu spielen, wann und wo wurde das erste Mal der
Ball angetreten, wann und gegen wen fand das erste Wettspiel statt? Wir
haben je nach Witterung sonntags geübt. Neuraths Garten, die Steinkaute
und auch die Wiesen, auf denen heute der Aussiedlerhof steht, waren unser
Übungsgelände. Unter welchen Geländeschwierigkeiten wir
da geübt haben, kann nur der ermessen, der die Gelände miterlebt
hat. Durch die Unebenheiten des Bodens sprangen die Bälle oft in anderer
Richtung als berechnet, und die Fehlbälle nahm man unter solchen Gegebenheiten
nicht gerne hin. Die Frage nach Eignung oder nicht konnte mangels anderer
Möglichkeiten nicht gestellt werden, sie war nach der Lage der Dinge
zweitrangig. Dann trat eines Tages das große Ereignis für die
Spieler ein: wir erhielten den heutigen Platz. Ein Sportfreund Mann aus
jener Zeit berichtet, 1920 hätte der Fußballklub den Platz durch
einen Tausch zwischen Gemeinde und den Landwirten Lenz und Klingelhöfer
erhalten. Ein beachtlicher Fortschritt! Mit Eigenleistungen mußte
der Platz eingezäunt und soweit es ging eingeebnet werden. An einem
Fußballplatz im strengen Sinne fehlt immer noch viel. Immerhin kann
es an Sportgeist nicht gefehlt haben, da wir ein eigenes Gelände erhielten,
dessen Vorhandensein den sportlichen Einsatz förderte.
Das Fußballspiel konnte
nun in neue Bahnen geleitet werden und sich sportgerechter entfalten. Trikots
blau mit roten Armbündchen und roten Kragen wurden angeschafft. Auf
dem Mannschaftsbild von 1922 sind sie zu erkennen. Nur an Schuhen und Sporthosen
trug jeder, was er hatte.
Bald lebten Pläne auf,
die Einweihung des Sportplatzes mit einem Sportfest zu verbinden. Datum
des Festes und der Wettkämpfe sowie der damalige Name des (heutigen)
Jubilars wurden durch ein aufgefundenes Diplom, das der Fußballverein
Wehrshausen bei Marburg in Frohnhausen erworben hatte, ermittelt. Der Jubilar
nannte sich an diesem 27.8.1922 ,,Fußballklub 1920 Frohnhausen b/GI.
"Und er wird auch so geheißen haben bis zu seinem Wiedererstehen
unter seinem heutigen Namen."
Gedicht
zur Lindenpflanzung in Frohnhausen! (Auf
Mundart und in Hochdeutsch)
Wu die AlIna läft eam
Wissegrond zou, wu mear eam Schwoarem vaam Waald, noch find sei Rouh,
wu uff dear Aicker sprießt
deas ippiche Groi, wu uff Wisse eann Räine, eass alles äi Bloi,
wu die Loft, däi mear
oremt noch frisch eass eann frei, du fregst, wu kann doas Plätzche
sei?
Doas kann mear schnäall
verrore, Fruhhause wirds genaant, doas kläine, schmucke Dörfche,
eann oisem Heannerlaand.
Eann dissem Dörfche
eann dear Mitt, seut mear die Kirch äach stieh, däi mear vier
viele John, mit Fachwerk baut dahie.
Wu's traute Glöckche
läut, jeden Morje froih, eann Feierowet läut, noach jedes Doages
Moih.
Eass äach doas kläine
Dörfche, deas schienste nah eann fern, gesorgt wird stets dofier,
eass soll noch schiener wern.
Uff alles, was häi
eass, do sei die Leu schut stolz, häi sei die Straßeschilder,
geschneatzt va Ächeholz.
Eann se sei imrankt, va
schienem frische Groi, eann eann dear Aick die Ruse, alles eass äi
Bloi.
Eann doas kläine Dörfche,
birgt noch inn gruße Schatz, daas eass dear ahle Bonn, uff eam freie
Platz.
mear moicht eann eann die
Raaih, sträich den mit Ferb sogoar, itz hirt misch wearre plätschern,
groat wäis froiher woar.
Eann itz kritt noch doas
Dörfche, die ahle Urgestalt, mear plaanzt gäin Bonn e Leann däi
wuchs eam Westerwaald.
Mear plaanzt se s goab e
Feier, wäi kann's da anischt sei, eam Juni äieannachzig, bei
schienem Saanneschei.
Wäi eass der freie
Platz itz so beleabt eann schie, eann jeder kann se woase eann ge deihe
sieh.
Eann jeder der se seut,
hutt's Herz voll Freud' eann Glick, weil häi kehrt echte Dorfidylle,
vaa froiher her zerick.
***********************
Wo die Allna sich schlängelt
dem Wiesengrund zu, wo im Schatten der Wälder man findet nach Ruh',
wo auf den Feldern sprießt
das üppige Grün, wo auf Hängen und Wiesen die Blumen blüh'n.
Wo die Luft, die man atmet
noch frisch ist und rein. Du fragst, wo kann das Plätzchen sein?
Das kann man schnell verraten,
Frohnhausen wird's genannt, das kleine, schmucke Dörfchen, im schönen
Hinterland.
Wo man in Dorfesmitte, das
schöne Kirchlein schaut, was man vor vielen Jahren, mit Fachwerk hier
erbaut.
Wo nach das traute Glöcklein,
beginnt den neuen Tag, und läutet Feierabend, nach Tages Müh'
und Plag'.
Und ist das Dörfchen
nach so schön, auf unsrer großen Erde, so sorgt Johannes Burk
dafür, daß es nach schöner werde.
Auf seine große Leistung,
da sind wir alle stolz, er schaffte Straßenschilder, aus echtem Eichenholz.
Mit frischem Grün umranket,
sieht sie ein jeder steh'n, und ein paar Schritte weiter, kann man die
Rosen seh'n.
Doch dieses kleine Dörfchen,
birgt noch ein großer Schatz, das ist der alte Brunnen, auf dem freien
Platz.
Er stand als Denkmal trocken
auf seinem Platz manch' Jahr. Nun hört man's wieder plätschern,
so wie es früher war.
Und nun erhält das
Dörfchen die alte Urgestalt, man pflanzt heut eine Linde, sie wuchs
im Westerwald.
Mit einer kleinen Feier,
da pflanzt man sie heut ein, im Juni einundachtzig, bei schönem Sonnenschein.
Man grub ihr schon ein Plätzchen,
im schönen Monat Maien, hier mag sie nun am Brunnen, wachsen und gedeihen.
Wir pflanzen sie voll Freude,
die Herzen voller Glück, denn echte Dorfidylle, kehrt wieder hier
zurück!
(Quelle: Katharina
Wege)
Munitionsdepot
Foto: Bernd Nassauer 28/06/2000
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Frohnhausen
liegt am Rotenberg und über die "Ochsenwiese" gelangt man zum 400
m hohen "Donnersberg"
von dem man sich seltsame
Dinge erzählt.
Auf ihm soll einst eine Burg
gestanden haben und wenn man über eine gewisse Stelle geht oder fährt,
dann soll es darunter dumpf dröhnen.
Auf diesem Berg tront heute
nun eine Festung der modernen Art - ein mittlerweile stillgelegtes Munitionsdepot. |
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