Karte |
Die Kernstadt Gladenbach
Die Gladenbacher Spritzbixe
(Spritzbüchsen) |
Blick
über Gladenbach.
Foto: Bernd Nassauer 18/10/2008
Themenlinks:
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Daten
zu Gladenbach *Stand 21.12.2006
 |
PLZ:
Gesamtfläche:
Höhe über NN:
Höchste Erhebung:
Einwohnerdichte:
Kernstadt:
Gesamte Gemeinde: |
35075
72,28 km²
Stadtmitte (Ev. Kirche)
262 m
(Kirchberg) 362 m
183 Einw./km²
4.620 Einwohner
13.210 Einwohner |
Lage
der Stadt Gladenbach
Gladenbach, gehört zum
Kreis Marburg Biedenkopf und ist seit 1974 Kernstadt der Großgemeinde.
Gladenbach wird der Lage nach in Reimers Ortslexikon wie folgt beschrieben:
"Geschlossene Siedlung mit regellosem Grundriß im beckenförmig
erweiterten nach SW offenen Talhaupt des in die Salzböde einmündenden
Bornsbachs. Kernbereich der Siedlung auf hochwassergeschützter Terrasse.
Marktplatz und Kirche an einem Dreiweg in zentraler Lage. Moderne Bebauung
nach 1945 zuerst nach Norden, dann nach Süden in Richtung Bahnhof,
womit eine seit mehr als 30 Jahre bestehende Baulücke geschlossen
wurde, nach Osten und neuerdings auch nach Westen und Südwesten.
Durch den Ort führt
die B 255, auf die von Norden die B 453 trifft. Gladenbach hat einen Bahnhof
der Bahnstrecke Niederwalgern - Herborn. Es ist anerkannter Kneipp-Kurort
seit 1968 und Kneipp-Heilbad seit 1983.
Der
Kreis Marburg-Biedenkopf im Überblick
Der Kreis Marburg-Biedenkopf
gehört zum Regierungsbezirk Gießen und entstand im Zuge der
Gebietsreform von 1974. Damals wurde der Kreis durch Zusammenschluss der
Landkreise Marburg und Biedenkopf sowie der kreisfreien Stadt Marburg gebildet.
Der Kreis Marburg-Biedenkopf zählt 253.279 Einwohner. Als Verwaltungssitz
des Kreises fungiert die kreisfreie Universitätsstadt Marburg.
Der Kreis beheimatet unterschiedliche
Wirtschaftsunternehmen, von denen viele im so genannten High-Tech-Bereich
tätig sind. Dazu gehören z.B. die Bereiche Kunststofftechnik,
die Medizin- und Biotechnik und die Pharmaindustrie. Durch die Universität
Marburg und die nahe liegende Universität Gießen besteht ein
hohes Potential an gut ausgebildeten Arbeitskräften und die Möglichkeiten
zum Wissens- und Technologietransfer. Zudem verfügt der Kreis über
eine gute Verkehranbindung zum Ballungsraum Rhein-Main.
Die Nachbarkreise des Kreises
Marburg-Biedenkopf sind der Kreis Gießen, der Lahn-Dill-Kreis, der
Schwalm-Eder-Kreis, der Kreis Siegen-Wittgenstein, der Vogelsbergkreis
und der Kreis Waldeck-Frankenberg.
Vorgeschichtliche
Funde und Bodendenkmäler
Aus der vor- und frühgeschichtlichen
Zeit liegen spärliche Funde vor. An verschiedenen Stellen der Gemarkung
sind alte Ackerraine zu sehen, meist allerdings sehr verschliffen: am nordwestlichen
Hang des Kirchberges, auf der Nordseite der Nauenburg (Höhe 356,8)
und am Hang des alten Schieferbruches vor dem Hain. Ein Hügelgrab
aus der La-Tène-Zeit (500 v. Chr. bis Chr. Geburt) und 15 Münzen
aus der römischen Kaiserzeit. Letztere wurden im Jahre 1937 im Garten
des Hauses Gießener Straße 6 in etwa 0,50 m Tiefe von Franz
Meusch ein korrodierter Metallbehälter gefunden.
Aus
der Geschichte Gladenbachs
Obwohl wichtige mittelalterliche
Fernstraßen nahe an Gladenbach vorbei führten, wurde der Ort
erst im Jahre 1237 urkundlich erwähnt. Gladenbach war der Hauptort
einer Talschaft, die das obere Salzbödetal und das Allna-Gebiet umfaßte.
Das Gericht gehörte zur Grafschaft "Ruchesloh" (Malstatt süd-östlich
über Oberweimar). Die oberhalb von Gladenbach gelegene Feste Blankenstein
wurde 1248 oder 1249 von der Landgräfin Sophie v. Hessen bei der Dernbacher
Fehde zerstört, 1255 wieder aufgebaut und 1261 erneut erobert. Heute
sind noch die Ringmauern zu sehen.
Auf dem "Amtsschloß
Blankenstein" wurde 1478 bis 1480 (bis zu seinem Tode) der Erzbischof Ruprecht
von Köln gefangengehalten. Im gleichen Amtsschloß fand Herzog
Ulrich von Württemberg von 1526 bis 1534 seine Zuflucht.
Gladenbachs Geschichte ist
die eines zentralen Ortes. Die Landwirtschaft spielte nur eine völlig
untergeordnete Rolle und diente den meisten als Zubrot. Seit 1347 ist Schieferbergbau
und von 1573 bis Ende des 17. Jh. Silberbergbau nachgewiesen. Produzierendes
Gewerbe siedelte sich schon früh an. 1331 wird bereits ein Wollweber,
der in Wetzlar Urfehde schwören mußte, urkundlich erwähnt
(Wetzlarer UB, 1183). 1502 gab es den Schmied und den Schneider, und 1577
steht ,Hannß der junge Schuster im Bedeverzeichnis. Die Reparaturrechnungen
der Burg Blankenstein weisen auf Weißbinder, Schreiner und Schlosser
hin. Im 15. Jahrhundert, wenn hoher Besuch den Blankenstein beehrte, dann
wurden im Ort zusätzliche Brote bestellt, Weißbrote wenn möglich
und Krämerwaren. Der Name bzw. die Bezeichnung Krämer, taucht
schon im 16. Jahrhundert als Krämer vorm Kreuz in den Registern auf.
Die Bewohner brauchten im Gegensatz zu den Dörfern keine fahrenden
Dienste zu leisten. Sie waren nur zu gehenden Diensten "uff ein Meil weegs
oder zwo umbhero" verpflichtet und zum Dienst mit ihren Wehren (Waffen)
auf dem Blankenstein. Deshalb wurde in keinem Register die Zahl der gehaltenen
Pferde verzeichnet, die Rückschlüsse auf die Landwirtschaft,
die durchaus noch eine Rolle spielte, zuließen. Nur ein Hof, der
der Pfarrei gehörte und Mönchshof hieß, wird öfters
erwähnt. Er hatte an den Pfarrer jährlich 10 Malter Hafer zu
liefern und dem Landesherrn auf Anfordern einen rüstigen Wagen mit
vier Pferden zu stellen. Ein weiterer Hof war 1577 den Herren von Rollshausen
zinspflichtig. 1585 gab es 38 Häuser (einschließlich Pfarrer
und Schultheiß) und 1600 waren es ebenfalls 38, aber ohne die Pfarrhäuser,
das Haus des Schultheißen und das Bergamtshaus.
Das Jahr 1633 ging einigermaßen
glimpflich vorüber. Die Soldaten verhielten sich, wohl weil der Obrist
Franz von Dahlwig, sein Stallmeister und andere Offiziere hier logierten,
zurückhaltender als andernorts.
Aber nur etwas! Johannes
Magnus gab vor, er habe "einen Corporal bekommen, hab ihn in die Stube
genommen, sein Degen ausgezogen undt gesagdt er solt ihm 3 thlr. 2 kopfstück
geben ehe er auß der stuben könne oder wolt ihn durchstechen
oder der teufel solt ihn holen, hab sein hausfraw solch geltt kümmerlich
zusammentreibenn müssen." Franz Pfaff und Henrich Becker wurden geschlagen
und Hans Bruder aus dem Hause gejagt.
Die Soldaten verbrauchten
96 Mött 1 1/2 Mesten Hafer, 20 3/4 Ohm Bier, 3 Ohm 15 Maß Wein,
erpreßten oder zerschlugen weitere Werte. Der Schaden betrug 309
Taler 35 Albus 6 Pfennig.
Die Pest, die 1624 schon
einmal so schlimm gehaust hatte, daß man die Toten mit Haken aus
den Häusern zog und in Massengräbern beisetzte, holte 1635/36
neun Menschen. 1640 betrugen die Schäden in 27 Häusern, darunter
das Bergamtshaus, 1649 Reichstaler 301/2 Albus.
Darunter wurden als verloren
gemeldet: 7 Pferde, 23 Stück Rindvieh, 16 Schweine, 1 Bienenstock,
145 Mött Korn, 2,5 Mött Weizen, 9 Mött Gerste, 10 Mött
Erbsen, 1 Mött Wicken, 18 Mött Heidelkorn, 86 Mött Hafer
und 86 Wagen Heu.
Die drei Juden Moses, Seligman
und Benes (das Haus wird von Bruns bewohnt) wurden mit 85 Talern 25 Albus
ebenfalls kräftig zur Ader gelassen. Sie büßten 21/2 Mött
Korn ein, 1 Mött Hafer, 5 Wagen Heu, Speisen und Verpflegung und hatten
Schäden an Häusern und Hausrat. Vor dem Hessenkrieg standen von
36 Häusern 17 leer, danach waren es 23. Nur 13 Häuser waren 1648
bewohnt und bewirtschaftet. Der Aufbau ging nach dem Kriege zügig
voran.
Obwohl der Gladenbach 1770
Sitz der Amtsverwaltung und von 1821 bis 1834 hessisch-darmstädtischer
Landratssitz war, erlangte es keine besondere Bedeutung und erhielt erst
1937 Stadtrechte.
Wachstum
nach dem Kriege (Gladenbach):
Häuser
|
1666
|
1700
|
1750
|
1780
|
1810
|
|
35*
|
55
|
119
|
152
|
148
|
*davon noch sieben unbewohnt
Einwohner
|
1834
|
1846
|
1885
|
1900
|
1925
|
1939
|
1946
|
1950
|
1960
|
1970
|
|
1084
|
1232
|
1280
|
1351
|
1513
|
1950
|
3154
|
3154
|
3176
|
3632
|
(ab 1939 einschl. Ammenhausen)
1835 "Gladenbach ist ein
freundlicher Marktflecken und liegt 5 Stunden nordwestlich von Gießen
an der von da nach Biedenkopf ziehenden schönen Kunststraße,
780 Hess. Fuß über der Meeresfläche. Es hat 1043 Einwohner,
welche außer etlichen Katholiken und und 19 Judenfamilien evangelisch
sind. Es ist der Wohnsitz des Landrichters, des Physicatsarztes, des Rentamtmanns,
des Steuercommissars, und hat ein Grenznebenzollamt zweiter Classe, eine
Apotheke, eine Posthalterung, eine Seifensiederung und eine Mahlmühle.
Es findet sich ein verlassenes Silberbergwerk, die wenigen Überreste
der Burg Blankenstein und ein guter Dachschieferbruch, welcher vorzügliche
Steine in Menge liefert und von einer Privatgesellschaft betrieben wird.
Ein Theil der Bewohner Gladenbachs
sind Professionisten, andere treiben Ackerbau und Viehzucht und ein großer
Theil ernährt sich durch Taglohn, die Juden treiben Wucher, Vieh-
und Schacherhandel. Jährlich werden 6 Märkte, wobey 3 Viehmärkte
sind, gehalten. (Amtsarzt Dr. Deibel in seiner medizinischen Topographie)."
1867 arbeiteten 46 Personen
in der Landwirtschaft, 5 in der Forstwirtschaft, 15 in Bergbau und Hüttenwesen,
51 in Gewerbe und Industrie, 44 im Handel, 24 im Verkehr, 156 in der Gesundheitspflege,
3 in der Erziehung, 3 im kirchlichen Dienst, 5 in der Staatsverwaltung,
9 in der Justiz, 5 in der Gemeindeverwaltung. 156 leisteten persönliche
Dienste, 23 übten keinen Beruf aus und 8 Personen blieben ohne Berufsangabe.
1961 arbeiteten 79 in Land-
und Forstwirtschaft, 663 im prod. Gewerbe, 296 in Handel und Verkehr und
303 in Dienstleistungen und sonstigen Berufen.

Ammenhausen
Der älteste Nachweis
für Ammenhausen stammt aus dem Jahre 1324. Das Dorf hatte zusammen
mit einigen anderen Orten des Untergerichtes den Zehnten an Amöneburg
zu liefern. Der dortige "Keller" notierte Jahr für Jahr peinlich genau
die Einnahmen. Die älteste Kellereirechnung stammt aus dem Jahre 1324.
Der betreffende Eintrag lautet "item decima in Amenhusen II maldra (ebenso
der Zehnte in Ammenhausen zwei Malter/Weizen!), ferner item decima in Amenhusen
II mal dra" (ebenso 11/2 Malter /Hafer/). Diese Zehntrechte, die dem Mainzer
Erzstift gehörten, gingen 1341 zusammen mit den übrigen Mainzer
Rechten im Gladenbacher Raum an die Grafen von Solms. Außerdem besaßen
die Döring von Elmshausen 1338 und später noch Zehntrechte als
nassauisches Lehen. Kraft Döring verkaufte seinen Zehntanteil 1362
an den Ritter Johann von Breidenbach.
Auch über frühe
Besitzverhältnisse gibt es einige Urkunden. Die Herren von Weitershausen
verkauften 1342 ihren Hof an den Wäppner Eberhard Döring, und
1360 Walter von Allna und seine Frau Gertrud ihr Drittel am Leun-Hof dem
Vikar der Gladenbacher Kirche Heinrich von Volksmarsen für 14 gute
kleine Gulden. Im gleichen Jahre war ein Heinrich aus Ammenhausen Zeuge
einer Schenkung, die der Pastor Ludwig von Bicken der kleinen Gladenbacher
Laurentiuskirche machte.
Das Dorf zählte zu
den kleinsten des Amtes Blankenstein, wohl weil sich alle die, die nicht
Hoferben waren, wegen besserer Verdienste gleich in Gladenbach ansiedelten,
so daß wir es trotz der Nähe der Zentrale von Gericht und Amt
überwiegend mit Vollbauernfamilien zu tun haben.
Um 1400 gab es derer drei,
nur bei der Mentze und ihren Kindern reichte der Besitz dazu nicht aus.
1502 war die Zahl der Häuser auf sechs, 1577 auf sieben gestiegen
und 1585 gab es acht Hausgesäße, die alle Pferde hielten. Es
waren in diesem Jahre insgesamt 16 Stück. Die Pferdezucht stand wie
in Diedenshausen und Rachelshausen hoch in Blüte. 1630 waren es, obwohl
seit der Pest im Jahre 1624 nur noch fünf Höfe bewirtschaftet
wurden, immer noch 10 Tiere. 1633 entstanden diesen wenigen Leuten Schäden
und Verluste in Höhe von 104 Talern 20 Albus, und die Menschen wurden
auch nicht geschont. Caspar Weber "sagdt, in ersten hetten sie kein übermut
getrieben, hette aber einen tag für Soldaten 40 maß bier ufftragen
müssen, hetten ihn noch darzu geschlagen undt den bart abgeschnitten"
und Peter Seip berichtete: "Gaheb geltt vor stifell habenn wollen, weil
aber das nitt uff zupringen gewesen habenn sie ime undt Caspar Webern die
Bärte abgeschnitten ... Ja, hetten ihn selbst wohl abgebrügeltt,
hetten vor ihm gestanden, ihm Wein in einen Eimer gelassen under deß
hett er vor ihm stehen undt pfeiffen müssen. Johan von Sien (Sinn)
diß gethan. Hab ihn undt all sein gesindt auß haus gejagdtt."
Obwohl die Pest 1624 schon
einmal schwer zugeschlagen hatte, holte sie sich 1636 unter den 11 bedepflichtigen
Einwohnern nochmal fünf, also nahezu jeden zweiten. Jetzt standen
drei von fünf noch bestehenden Höfen leer. 1640 entstanden Schäden
und Verluste in Höhe von 389 Reichstalern 291/2 Albus. Ein Hof wurde
zwar wieder aufgebaut, doch dann sorgte der Hessenkrieg dafür, daß
am Ende des Dreißigjährigen Krieges von den sechs Höfen
wieder drei leerstanden. 1666 bewirtschaftete man wieder vier.
Das
Wachstum nach dem Kriege (Ammenhausen):
Die Häuser
|
1666
|
1700
|
1750
|
1780
|
1810
|
|
4
|
4
|
7
|
9
|
9
|
Die Einwohner
1835 beschreibt der Amtsphysikus
Dr. Deibel den Ort wie folgt: "Ammenhausen liegt nahe bey Gladenbach wohin
es eingepfarrt ist. Es ist evangelisch, hat 72 Einwohner wovon die wohlhabenden
sich durch Ackerbau und Viehzucht nähren, der größere Theil
aber Tagelöhnerarbeit verrichtet" (medizinische Topographie = Ortsbeschreibung).
1867 arbeiteten sieben Bewohner
in der Landwirtschaft, zwei in Bergbau und Hüttenwesen, einer in Gewerbe
und Industrie, einer im Verkehrswesen, einer in der Justiz und fünf
verrichteten persönliche Dienstleistungen. Auch Ammenhausen war also
auf dem Wege zu einer neuen Struktur.
Als sich Gladenbach zu Beginn
des 20. Jahrhunderts an der Gießener und der Wilhelmstraße
erweiterte, wuchsen beide Orte immer mehr zusammen. Die Gemeindeväter
trugen diesem Umstand 1929 Rechnung und beschlossen die Vereinigung beider
Gemeinden.
Aus
drei Jahrhunderten: Alltag und Feiertag in Gladenbach
Für mehr als drei Jahrhunderte
war Gladenbach als Sitz von Rentmeister, Amtmann und später zeitweilig
auch Landrat ein ländlicher Ort mit teilweise städtischem Lebensstil.
Amtmann und Rentmeister als Vertreter des regierenden Landgrafen, erst
von Hessen-Kassel, dann von Hessen-Marburg und später von Hessen-Darmstadt,
bildeten die Spitze einer Gesellschaft, die aus Beamten und Angestellten
- zum Teil mit akademischer Bildung - bestand. Im Jahre 1783 zählte
die Amtsverwaltung allein 13 Personen: 4 im Justizamt, 6 im Renteiamt und
3 Ärzte und Wundärzte. Dazu kamen mehrere Pfarrer, Kastenmeister,
Opfermann, Kantor, mehrere Schulmeister und Richter, der Oberförster
und das Personal des Forstamtes, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften
der Landsoldaten und Husaren, Apotheker - die alle mehr oder weniger zum
Kreis der Honoratioren gehörten. Über die Verhältnisse noch
um 1830 schreibt Carl Vogt:
"Gladenbach hatte seine
Vorzüge. Es war dort das Getreibe einer kleinen Landstadt; Sitz eines
Landgerichtes, Steuerkommissariats und eines Forstamtes -also etwa ein
Dutzend Beamte nebst Ärzten, Apotheken und sonstigem Zubehör."
Man
verstand zu feiern
Für die Zeit vom 18.
bis zum 20. Jahrhundert gibt es neben amtlichen Unterlagen auch private
schriftlich niedergelegte Erinnerungen einzelner Männer und Frauen,
in denen Alltag und Feiertag in Gladenbach beschrieben werden. Sie stimmen
in einem Punkt überein: Ein "herzlicher geselliger Ton zeichnete Gladenbach
vor den meisten Landstädtchen aus" (Theodora Hartig, geb. Klipstein,
1826). Man lebte in freundschaftlichen Verhältnissen, und es gab wenig
Klatsch und Tratsch. Über Geselligkeiten in den Jahren von 1750 bis
1760 unterrichtet uns Philipp Engel Klipstein, der zweitälteste Sohn
des damaligen Amtmannes Jakob Christian Klipstein: Dienstags versammelten
sich Beamte, Geistliche und Förster aus Gladenbach und Umgebung am
Klotzwald mit Ehefrauen und Kindern. Man trank Kaffee oder auch Bier, die
Männer "schmauchten Taback". Man saß in großem Kreis.
Die Jüngeren vertrieben sich die Zeit mit Pfänderspielen, machten
Musik und tanzten oder durchstreiften das Gelände, um an den Klippen
im Hain zu klettern oder um Tiere zu beobachten und Pflanzen zu sammeln.
Auch eine Schutzhütte war vorhanden, in die man bei plötzlichem
Regen flüchten konnte.
In diesem Zusammenhang ist
es auch erwähnenswert, daß Johann Christoph Stockhausen 1775
an seinem 50. Geburtstag eigens von Hanau, wo er Konsistorialrat und Superintendent
der Grafschaft Hanau Münzenberg war, nach Gladenbach reiste, um dort
eine Predigt zu halten. Er war damals schon Jahr zehnte von Gladenbach
fort. Er betrachtete seine Predigt als Dankopfer, daß Gott ihn seinen
Geburtsort Gladenbach, einen "anmutigen Marktflecken" ... und das ehemalige
Wohnhaus seiner Eltern wieder sehen ließ. Er spricht von einem "festlichen
Tag" für sein Herz und erwähnt die Rührung seiner Landsleute.
Der Druck der Predigt soll als "ein für Gladenbach gewidmetes Denkmal
seines Herzens" verstanden werden. Etwas barocke Überschwenglichkeit,
die aber doch auch eine starke Gefühlsbindung zum Raum Gladenbach
erkennen läßt. Daß man zu feiern verstand, zeigen Berichte
über Veranstaltungen anläßlich des "Siebenjährigen
Gerichtes" (Bestrafung von Fürstlich-Leibeigenen, die sich mit Adelig-Leibeigenen
verheiratet hatten, Breidenbacher Grund). Dort ist die Rede von vielen
Bällen und einer "wohlgelungenen Illumination", die der Forstmeister
Christian Hartig auf seiner Insel (Anm.: am heutigen Spritzenplatz) organisierte.
Für die Zeit um 1850 und später bestätigt Alwine Kürschner
in ihren Erinnerungen, daß Gladenbach mancherlei Unterhaltung und
geistige Anregung bot. Sie erwähnt in diesem Zusammenhang die Herbstgesellschaften
von Naturforschern und Tiermalern, zu denen sich auch Alfred Edmund Brehm
einfand.
Residenz"allüren"
Bei offiziellen Anlässen
hielt man im 18. Jahrhundert streng auf Rangordnung und Protokoll. Wir
wissen das aus amtlichen Unterlagen. So wurde im Jahre 1768 zu Gedenken
von Tod und Beisetzung des Landgrafen Ludwigs VIII. von Hessen-Darmstadt
(gest. 17. Okt. 1768) ein Trauergottesdienst (wohl am 14. Nov.) abgehalten,
bei dem es wie bei einer Veranstaltung des fürstlichen Hofes zu ging:
Es wurde "morgens wie an einem Sonntag geläutet, um 8 Uhr ein Zeichen
gegeben; um halb 9 Uhr, da zugleich mit allen Glocken geläutet und
damit, bis der ganze Zug in der Kirche war, fortgefahren wurde, versammelt
sich im Pfarrhoff Herr Caplan Starck, die Castenmeister, Kirchenelteste,
Schulmeister nebst den jungen Purschen und Schülern des ganzen Kirchspiels,
und der Opfermann als Marschall mit einem schwarzen Flor mit behangenen
Stab führte diesen Zug und wir gingen nach dem Amtshauß in und
bey welchem sich die Herren Beamten nebst den Gerichtsschöffen und
Bauern, auch der Herr Lieutenant Hegel mit den Land-Soldaten: von welchen
an jeder Kirchenthür, um Unordnung zu verhüthen, ein Soldat mit
bloßen Seithen-Gewehr war gestellt worden und Herr Wachtmeister Meyer
mit den Husaren sich versammelt hatten. Die Schulmeister fiengen das Lied:
Freu dich sehr, o meine Seele, sungen einige Verse vor dem Amtshauß,
gingen und sungen fort, da der Opfermann den Zug um die Kirch zur großen
Thür hinein führte, und ginngen also nach dem Opfermann alle
Schulknaben, die jungen Purschen, Schulmeister, ich der Pfarrer nebst Herrn
Caplan Starck, ferner der Amtdiener als 2ten Marschall, auf welchen Herr
Hofrath Heß, Herr Amtsverweser Kriegsmann, Herr D. Schönnebach,
Herr Amtmann Krebs, Commissarius Sommerlad, Herr Oberförster Hartig,
Herr Zehendverwalter Sommerlad, Herr Zollbereiter Diel, Herr Hauptmann
Diel, Herr Reraquator Krebs pp. u. a. auch mehrere Herren Forst bedienstete
folgten, an diese schlossen die Gerichtsschöffen, und an diese die
Herren Officiers mit den Landsoldaten und Hussaren, weiter kamen die Dorffschaften
mit Vortretung eines jeden Orts Bürgermeister in einem Mantel u. Marschalisstab;
während diesem Zug wurde mit allen Glocken geläutet und obgemeltes
Lied gesungen bis der ganze Zug in der Kirche war.
In der Kirche wurde dann
eine Leichenpredigt auf den verstorbenen Landesherrn gehalten, wie das
damals üblich war. Viele solcher Leichenpredigten wurden dann auch
gedruckt und füllen heute ganze Bibliotheken.
Der Rückzug bis zum
Amtshaus, also auf den Anfang der heutigen Marktstraße, erfolgte
in der oben beschriebenen Ordnung und Rangfolge.
Aus
den Jugenderinnerungen des Philipp Engel Klipstein (1747-1808)
Philipp Engel, Sohn des Amtmannes
auf Blankenstein Jakob Christian Klipstein, verbrachte dort den größten
Teil seiner Jugend. Diese Jahre von 1752 bis 1762 haben einen tiefen
Eindruck hinterlassen. Als er in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts
eine mineralogische Studienreise durch Hessen unternimmt, kommt er in Begleitung
einer Freundin auch nach Gladenbach. In einem Buch mit dem Titel "Mineralogischer
Briefwechsel" aus den Jahren 1779-1781 beschreibt er seine Gefühle,
und der Leser spürt die innere Bewegung des Autors. "Nun bin ich hier
- da, wo ich von meinem vierten bis zum vierzehnten Jahre lebte. Wie schlägt
mein Herz! Der Anblick jedes Gegenstandes bringt mir gefühlvolle Erinnerungen
zurück.
Im
Ziegenschlitten rund um den Blankenstein
Tatsächlich unterbricht
er seine Darlegungen über Fahlerze, rotes, weißes und blaues
Schiefergestein so wie über den Basalt und andere Mineralien, um in
Erinnerungen zu schwelgen. Er besucht den Blankenstein, auf dem allerdings
nur noch Ruinen sind. Das Amtshaus, in dem er gelebt hat, ist abgerissen.
Das weiß er natürlich, denn zur Zeit, als sein Vater nach Gießen
versetzt wurde, war der Umzug der Amtsverwaltung vom Schloßberg in
die Stadt Gladenbach im Gange. Rund fünf zehn Jahre sind seitdem vergangen.
Philipp Engel Klipstein schreibt:
"Gestern war ich auf dem
Blankensteiner Hügel - sah die wenigen Überbleibsel des alten
Schlosses, und nichts mehr von den wenigen Gebäuden, worinn ich erzogen
ward, sie waren aus guten ökonomischen Gründen niedergerissen
worden. Meine Freundin an der Hand wanderte ich um den Schloßgraben
- zeigte ihr, wo auf der hohen Mauer ein Strohdach gestanden, das ich oft
bekletterte, um die Welt auch über jenen Bergen zu sehen, die unsern
kurzen Horizont umschlossen, unter welchem mich meine Brüder oft auf
dem Seile gewiegt hatten. Nur Ziegen kletterten uns nach - die nämlichen
Ziegen, welche in Schlitten gespannt, uns um den Berg zu schleppen gewöhnt
waren."
Kaffeekränzchen
am Klotzwald
Von Hain und Schloßberg
wandern Klipstein und seine Freundin zum Klotzwald. Das ist der Platz,
an dem sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts jeden Dienstag die Gladenbacher
zu Kaffee und Bier trafen. Klipstein erinnert sich. "Diensttäglich
versamleten sich hier Beamte, Geistliche und Förster der umliegenden
Orte mit Weibern, Kindern und Gästen, in der Mitte desselben, dem
rund ausgehauenen Platz, da saßen die Alten, in großen Kreisen
auf Rasenbänken - die Männer schwatzten Zeitungs-Neuigkeiten
und alte Geschichten, schmauchten Taback, und tranken aus dem dazu bestimmten
Fäßchen köstliches Bier - die Frauens hielten untereinander
Gericht über jedes kleine Haushaltungs-Versehen der gegenwärtigen
Nachbarin, keine Rüben - verfroren im Feld -; kein gesalzenes Fleisch
verdarb ohne Rüge des Klotzwäldchens." Der Platz am Klotzwald
war für diese Geselligkeiten gut eingerichtet: Eine Küche zum
Kaffeekochen war da und auch eine kleine Schutzhütte "zur Sicherheit
für Regen." Während die Alten im Kreis saßen, streifte
die Jugend durch den Hain, spielte, suchte Pflanzen, beobachtete Tiere.
Manchmal vereinigten sich alt und jung zum Pfänderspiel. Abends gab
es oft ein beeindrucken des Schauspiel: Tausende von Dohlen und Staren
suchten ihre Schlafplätze dort auf, wo Eichenniederwälder standen
- Klipstein schreibt so gar von Millionen, unter deren "betäubendem
Gezwitzer" die Gesellschaft vom Klotzwald Abschied nahm. Philipp Engel
Klipstein muß ein vielseitig interessierter und wißbegieriger
Junge gewesen sein. Auch der Hang zu einer gewissen Besinnlichkeit spricht
aus seinen Erinnerungen.
Silber
und Dachschiefer im 17. und 18. Jahrhundert
Im Jahre 1654 bat der Leibmedicus
des Landgrafen Wilhelms VI. von Hessen-Kassel um die Belehnung mit dem
Silberbergwerk in Gladenbach. Dieser Herr, ein Dr. Angelokrator, meinte,
in dem Stollen "Haus Hessen" wäre 15lötiges Silber zu gewinnen.
Und auf dem Wege zur Wiese brauche man nur 5 Lachter abteufen (Anm.: ca.
10 m), dann erhalte man schwarzes Glaserz mit Silberadern.
 |
Gladenbacher Silbertaler
Exponat des
Heimatmuseum Amt Blankenstein,
sogen. Gladenbacher Ausbeutetaler
von 1587
Revers, Silber.
Aufn. 1969 |
 |
Gladenbacher Silbertaler
Exponat des
Heimatmuseum Amt Blankenstein
sogen. Gladenbacher Ausbeutetaler
von 1587
Avers, Silber.
Aufn. 1969 |
Den
Juden Geld abnehmen seye keine Sünde...
Natürlich weiß
der Dr. Angelokrator, daß Geld nötig ist. Es muß allerlei
investiert werden, sonst ist nichts zu verdienen. Und da hat der weise
Herr Doktor eine bemerkenswerte Idee - vermutlich für die damalige
Zeit nicht so ungewöhnlich. Er sagt ganz naiv: Die Juden sollten von
ihrer "Krämerey 3000 Gulden zur Aufnahme dieses Werkes hergeben. Den
Juden dies Geld abnehmen, seye keine Sünde." Philipp Engel Klipstein,
Sohn des Amtmannes Jakob Christian Klipstein, der im Jahre 1779 über
das Projekt des Dr. Angelokrator berichtet, kennzeichnet den Vorschlag
als "lächerlich".
Rutengänger
- Premierminister des Teufels
Aus dem Projekt wurde nichts.
Einige Jahre später wollte der Braunschweigische Landtrost von Oynhausen
Silber schürfen. Er bestellte Rutengänger, die angeblich überall
Erz fanden: Auf Philipp Burks Wiese, auf Peter Burks Langwiese auf der
Nauenburg und am Klotzwald. Für Philipp Engel Klipstein ist das alles
"ganz unerträglich". Er hielt das alles für Hokuspokus. Wie wolle
einer so aus der Entfernung wissen, wie es tief unter der Erde aussieht,
fragte er. Auch einem Berginspektor im Amt Blankenstein gefiel die Sache
nicht. Er hieß Walter. Im Jahre 1695 beschwerte er sich. Er selbst
hätte alle seine Unternehmungen mit Gott angefangen und beantrage
nun, "diesen Premierminister des Teufels" wegzuschaffen. Walter ließ
dann später am Mornshäuser Weg graben und erhielt, wie Ph. E.
Klipstein schreibt, "schöne Handstufen" (Anm.: kleine Erzbrocken von
Adern durchzogen).
Käutner
brechen den Dachschiefer
Im Gladenbacher Schieferbruch,
heute noch kenntlich an der großen Schieferhalde und als "Schieferkaute"
bekannt, wurde von 1360 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Dachschiefer
gebrochen. Während die oben liegende Schicht, der Tagschiefer, untauglich
war, hatten die im Wasser liegenden tiefen Schichten hohe Qualität.
Philipp Engel Klipstein spricht von "besten Dachschiefern". Er beschreibt
auch den Abbau genau. Zunächst wird eine runde Grube abgeteuft. Dann
wird die Dammerde und der untaugliche Tagschiefer weggeräumt, bis
man an den guten Dachschiefer kommt. Der Durchmesser der Grube wird erweitert,
der Schiefer bankweise heraus genommen. Das Wasser wird wie der Schiefer
hinaus befördert. Dazu steigen die Käutner auf schräg gestellten
Leitern auf und ab. Die Käutner sind arme Leute. Sie haben zwar Personalfreiheit
(Anm.: Befreiung von Verpflichtungen, wie sie z. B. Leibeigene haben),
aber sie müssen jede zehnte Rute Stein an die Herrschaft abgeben.
Die Herrschaft, also die Besitzer der Schieferkaute, sind die Landgrafen
in Kassel bzw. Darmstadt und die Deutschordensritter in Marburg.
Franke
und gemeine Ruten - Verkauf des Schiefers
Zum Verkauf werden die gehauenen
Steine aufrechtstehend in Reihen gesetzt. Jede Reihe ist 10 Fuß lang
und heißt Rute (etwa 3 m). Man unterscheidet zwei Arten von Ruten:
franke und gemeine. Die franken werden so gesetzt, daß sie "frank
und frey" dicht aneinander stehen. Sie sind gut zu zählen.
Eine franke Rute kostet im 18. Jahrhundert 1 Gulden und 30 bis 45 Kronen.
Das ist relativ teuer, aber dafür ist jede Schiefer auch nur einmal
gezählt und nur einmal berechnet. Anders bei der billigeren gemeinen
Rute. Da sitzt eine Reihe neben der anderen, und die Schiefer sind mit
Lücken ineinander geschoben. Ein großer Stein kann dann auch
mal durch 2 bis 3 Reihen gehen. Er wird entsprechend mehrmals gezählt
und bezahlt. Dafür kostet aber die Rute hier nur 45 bis 54 Kreuzer.
Die
Käutner wandern ab
Im Jahre 1780 waren nur zwei
Gruben in Betrieb. Die anderen lagen still. Die Käutner waren abgewandert.
Das ist im Schieferbetrieb damals nicht selten.
Philipp Engel Klipstein
nennt die Ursachen:
- das "böse Ding" -
d. h. Durchsetzung des Schiefers mit Quarz-, Kalk- oder Gipsspattrümmern
- erschreckt den Käutner (nicht den Bergmann, der sich gerade dafür
interessiert).
- Es ist sehr aufwendig,
die Anlagen zur Regulierung des Wasserstandes zu erhalten.
- Die Kosten sind zu hoch,
wenn bei Licht gearbeitet werden muß. Dieser Fall - also das Arbeiten
bei Lampenschein - tritt ein, wenn die Grube zu tief wird und die kleine
Öffnung nicht genug Licht gibt.
 |
Sonnenuhr
Schiefer in Holzrahmen vom
abgebrochenen Amtsgericht in Gladenbach.
Datiert 1782
Exponat des
Heimatmuseum
Amt Blankenstein,
Aufn. 1969 |
Der
naturwissenschaftliche Kreis in Gladenbach um 1860
In den Erinnerungen mehrerer
Leute aus Gladenbach und Umgebung wird von den gesellschaftlichen Kontakten
des Oberförsters Adolf Müller (Leiter des Forstamtes von 1858
bis 1877) und seines Bruders Karl, Dekan in Alsfeld, zu Naturwissenschaftlern
ihrer Zeit berichtet. Mehrfach war Gladenbach in diesen Jahren Treffpunkt
zu Unterhaltung und Jagd, aber auch zu Besprechungen über Text und
Bebilderung neuer naturkundlicher Bücher.
Alwine Kürschner (geb.
25. Febr. 1852 in Gladenbach, Tochter des Begründers der Nickelschmelze
in Erdhausen, aus der später die Aurorahütte wurde) berichtet
über die genannten Geselligkeiten (Heimat Chronik v. G. Lehr, 4,1934):
"Gladenbach bot mancherlei Unterhaltung und geistige Anregung. Hierzu wirkte
schon die Nähe der Universitätsstädte Marburg und Gießen
mit... Es kam mancherlei Besuch aus Gießen von Studenten und Professoren.
Auch der berühmte Naturforscher Brehm (Anm.: Alfred Edmund Brehm,
Verfasser des bekannten "Brehms Tierleben") ... kam gern nach Gladenbach
und ging mit seinem Freunde, dem Oberförster Müller, auf die
Jagd. Dieser Oberförster Müller war ebenfalls ein eifriger Naturforscher.
Er hat zu dem Brehmschen Werk eine Reihe von Zeichnungen angefertigt."
Weitere Einzelheiten über
diese Treffen teilt Ferdinand Stöcker, Lehrerssohn aus Römershausen,
in seinen Erinnerungen mit (Mitt. BI. f. d. 700-Jahr-Feier, 1937): "Mit
acht Jahren lernte ich Oberförster Adolf Müller kennen. Meine
Prüfung fiel so gut aus, daß er mir versprach, wenn ich etwas
älter geworden sei, für meine Ausbildung sorgen zu wollen. Mit
zwölf Jahren kam ich sonntags zu Herrn Müller. Nun war ich in
meinem Element! Zeichnen, zeichnen! Herr Müller war nicht allein Oberförster,
sondern auch Naturforscher und Dichter. Bald wurde ich sein Mitarbeiter,
der mit Fernrohr und Skizzenbuch Beobachtungen an Tieren, besonders Vögeln,
machte. So beobachtete ich Schwalben, Zaunkönige, Heidlerchen, Haselmäuse
und anderes Getier. Dann lieferte ich Zeichnungen, auch für Holzschnitte
auf Holz für die Blätter Gartenlaube, Daheim, BrehmsTierleben
usw. Im Herbst jeden Jahres kam eine erlesene Gesellschaft von Naturforschern,
Malern, Schriftstellern usw. hier in Gladenbach zusammen. Bis dahin hatte
sich die Oberförsterei am Bornrain befunden, aber jetzt war das neue
Oberförsterhaus gebaut worden. Die Gesellschaft pachtete mehrere Jagden
in der Umgebung und pflegte die Jagd. Abends waren Besprechungen. Mitglieder
dieser Gesellschaft waren: Der Bruder des Oberförsters Adolf Müller,
Dekan Karl Müller aus Alsfeld, ein vorzüglicher Schütze,
die beiden Tiermaler C. F. Deiker und dessen Bruder J. D. Deiker aus Braunfels,
Tiermaler Specht, der Naturforscher Brehm (Brehms Tierleben) und andere
Naturforscher, etwa 20 Herren. Ich war unentbehrlich, weil ich sachkundig
war.
Ein Erlebnis mit Brehm,
den ich besonders lieb gewonnen hatte: Das Treiben begann. Brehm und ich
standen vor einer Tannenschonung. Plötzlich bricht ein kapitaler Reh
bock heraus. Schußgerecht! Der Bock verhofft, als er uns sieht. Brehm
lag schon im Anschlag. Auf einmal setzte er das Gewehr ab und sagte: "Nein,
das kann ich nicht, diesem schönen Tier in die treuen Lichter schießen!"
Der Bock sprang ab, Brehm, der unzählige Löwen, Tiger, Nashörner
usw. erlegt hatte, war zu edel, ein harmloses Tier zu töten.
I
remember - Jugenderinnerungen von Benno Lederer
Benno Lederer wurde 1904
in Gladenbach geboren. Er verließ Deutschland im Jahre 1936 und wanderte
nach Südafrika aus, das ihm seitdem neben Israel zur neuen Heimat
wurde. In der überwiegenden Zeit seines Lebens ist also Englisch seine
Umgangssprache gewesen. Er überschrieb deshalb seine verfaßten
Erinnerungen an Deutschland zu recht mit "I remember...". Ihr Inhalt ist
aber in Deutsch verfaßt, in einem Deutsch, das es verdient, Wort
für Wort wiedergegeben zu werden, das zum Deutschland der Romantik
und der Jugendbewegung paßt und nichts von der Verwilderung des politischen
umgangs und der Sprache in der folgenden Zeit erahnen läßt.
Das Remember hätte
in Erinnerung an Verfolgung und Vertreibung auch völlig anders ausfallen
können, aber auch so ist es ein Dokument. Es zeugt von der Kraft der
Muttersprache, die alle Drangsale überstand. Es gibt den Erfahrungsausschnitt
eines kleinen jüdischen Jungen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg
und die Eindrücke, die er sammelte, wieder, und es beweist die Normalität,
mit der Juden und Christen damals umgang pflegten, Kontakte suchten und
Freundschaften schlossen. Es zeugt nicht zuletzt von einer Muttersprache,
die alle Drangsale überstand und die - vielleicht - das einzigste
Stück Heimat war, das niemand nehmen konnte. Es ist, als seien 50
Jahre spurlos an ihr vorübergegangen. Ältere Menschen werden
deshalb das Remember mit besonderem Genuß lesen, beschwört es
doch nicht nur fast vergessene Begebenheiten, Namen und Orte herauf.
Benno Lederers Urgroßvater
hatte es in den napoleonischen Kriegen von Böhmen nach Gießen
verschlagen. 1ß12 kam er zusammen mit einigen Brüdern nach Gladenbach
und wurde von der israelitischen Religionsgemeinde als Rabbi und Lehrer
angestellt. Er beantragte 1813 die Aufnahme in den landesherrlichen Schutz
und heiratete ein Mädchen aus einer alten jüdischen Familie Gladenbachs,
die 1909 den Namen Stern angenommen hatte. Zusätzlich zu seinem nicht
gerade üppigen Einkommen verdiente sich Simon Lederer als Pottasche-Sieder
Geld.
Die Lederers wurden eine
der bekanntesten und angesehensten Familien im Orte. Bernhard, "ein äußerst
ehrlicher, streng rechtlicher und gewissenhafter Mann", wie ihn der Gladenbacher
Landrat 1928 nannte, eröffnete mit anderen Gladenbachern eine Schiefergrube
neu. lgnaz, der bis zum Offizier der Landwehr aufstieg, wurde jahrzehntelang
Vorsteher der jüdischen Gemeinde.
Dank dem Schöpfer noch
immer in guter Verfassung, verbringe ich mein Leben zwischen zwei Kontinenten,
eingeteilt in jährliche Hälften: Südafrika und Israel. Südafrika
wurde im Jahre 1936 meine Zuflucht. In fast 5O jährigem Wirken wurde
das Land an der südlichsten Spitze Afrikas eine neue Heimat, zunächst
die südafrikanische Union und später die Republik. Die Annäherung
an neue Menschen brachte politische und ökonomische Probleme. Ich
gewann das Land lieb und bewundere noch immer seine natürliche Schönheit.
Kapstadt, das Kap der guten Hoffnung, seine nähere und weitere Umgebung
ist ja wegen seiner landschaftlichen Schönheit weltberühmt. Das
Leben war schwer, doch erfolgreich. Aus zufriedenem Familienleben entsprossen
zwei Söhne und eine Tochter.
I remember... ich erinnere
mich an Gladenbach als heimisches, friedliches Plätzchen, an seine
Bewohner als zufriedene, biedere Menschen. Alle Berufe waren vertreten.
Sie führten miteinander ein harmonisches Leben. Jeder kannte jeden!
Oft waren uralte Hausnamen das Kennzeichen einer Familie. Die Leute waren
emsig, fleißig, fortschrittlich und hatten das Beste für ihr
Gladenbach im Sinne. Gladenbach wuchs! Der kleine Marktflecken spielte
eine herausragende Rolle in der Gegend, im hessischen Hinterland. Es erschien
öfters, als wollte der Marktflecken die Kreisstadt in ehrgeiziger
Weise überflügeln. Von welcher Seite auch immer man sich Gladenbach
näherte, seine unbeschreiblich schöne Lage im Talkessel, umrahmt
von bewaldeten Bergen und Hügeln, wirkte landschaft ich bezaubernd.
I remember. . . ich erinnere
mich an zahlreiche Spaziergänge zum Kirchberg. Der Rundblick vom Aussichtsturm,
baufällig und oftmals verboten" zu besteigen, bot immer wieder ein
Grandeur" der Ferne. Wie weit konnte man sehen und die zahlreichen Orte
und Berggipfel rundum er kennen und schätzen. Ich erinnere mich natürlich
auch an den Hain. Er umhüllte in gespenstischer Weise die Reste der
alten Burg Blankenstein. Als Kinder standen wir in Ehr furcht vor der Ruine
und dachten: "Wird wohl mal ein alter Rittersgeist erscheinen?" Der Hain
enthielt auch unzählige Schieferklippen, ein Traumland für uns
Kinder, und in der Nähe eine stillgelegte Schiefergrube. Sie lud uns
geradezu ein, die alten Schienenwege mit den verrosteten Ladewagen zu befahren,
welche einstmals Schieferplatten zu befördern hatten.
Mein Geburtshaus, Marktstraße
31, war im Besitz von Dr. Zinser, der für Jahrzehnte hier praktizierte.
Als mein Vater (August Lederer) das Haus kurz vor seiner Eheschließung
(1903) erwarb, wurde es für ihn zum Beginn eines neuen Lebens. Die
Übersiedlung vom gewohnten großväterlichen Heim in der
"Judengasse" muß ein entscheidender Schritt gewesen sein. Es gab
neue Nachbarn, neue Freunde.
Nebenan stand die Apotheke,
undenkbar ohne die Familie Sames. Man hatte eine gemeinsame Einfahrt, ein
gemeinsames Tor, um die hinten liegenden Ställe, Scheunen, Gärten
zu erreichen. Apotheker Robert Sames, unterstützt vom Provisor Alt,
war weit und breit hoch geschätzt, ein Symbol menschlicher Hilfe.
Robert war langjähriger Pächter einer nahe gelegenen Jagd. Nie
könnte ich die Tour zu Roberts Jagdrevier vergessen. Während
meiner Schulferien holte er mich früh aus dem Bett. Auf ins Grüne!
Wir erreichten den Hochstand am Rand einer Waldlichtung. Nicht zum Schießen,
es war Schonzeit! Heraus kam der Feldstecher, der Rand des Waldes wurde
eingehend beobachtet. Ja, dort am fernen Ende erschienen scheue Rehe, den
Platz fürsorglich erforschend, und langsam und friedlich ergötzte
sich die ganze Rehfamilie am jungen Laub und taufrischen Gras. Die Schönheit
der Natur schuf für mich ein unvergeßliches Erlebnis. Während
des Weltkriegs 1 verseuchte eine weit verbreitete Grippeepidemie große
Teile Europas, und auch Gladenbach und Umgebung waren davon befallen. Doktor
und Apotheke hatten alle Hände voll zu tun. Unser Nachbar, der Apotheker,
konnte meine Hilfe brauchen: Geräte reinigen, Gläser spülen,
Salben mischen, Pulver verpacken. All dies mußten wir im Labor verrichten,
während sich Rezepte und Kunden vorm Schalter anhäuften. Hilfe
zu leisten, wenn auch nur ein bißchen, brachte für mich, den
kleinen Jungen, ein stolzes Gefühl der Genugtuung.
I remember. . . Ich erinnere
mich an die gegenüberliegende Seite der Marktstraße. Dort stand
das Pfarrhaus, bewohnt vom Geistlichen, Seelsorger der evangelischen Gemeinde,
Herrn Dekan Lehr und Familie. Sohn Paul war mir im Alter etwas voraus,
aber das hinderte nicht, daß wir öfters im Hof und Garten des
Pfarrhauses zusammen spielten. Es war an einer dieser Gelegenheiten, als
Herr Dekan mich freundlichst ansprach und wissen wollte, welche hebräischen
Kenntnisse ich schon erworben hatte, da ich doch die Religionsstunde von
Herrn Rosenzweig besuchte. Er führte mich in sein Studio im ersten
Stock und plazierte mich am Schreibtisch. Dann wandte er sich an die unzähligen
Reihen von Büchern längs der vier Wände, griff eins heraus
und schlug es am Tisch auf. Zu meiner großen Überraschung war
es die Bibel in Hebräisch, von der ich jetzt die ersten Zeilen der
Genesis lesen mußte und die dann Herr Dekan ins Deutsche übersetzte.
Welch ein Erstaunen das in mir verursachte, unbeschreiblich, bis ich erfuhr,
daß Theologiestudenten Kenntnisse in Hebräisch haben müssen.
Ich erinnere mich natürlich auch an meine ersten Schuljahre in der
Volksschule. Der Einfluß des Herrn Lehrer Pfaff war grundlegend für
meine schulische Entwicklung. Er bereitete mich auf den Eintritt in die
höhere Schule, Realgymnasium Gießen, vor. Zu diesem Zweck gab
er mir nachmittags Privatstunden in seiner Wohnung im ersten Stock des
Schulhauses. Mein erster Besuch jagte mir einen Schrecken ein. Auf mein
Klopfen öffnete Herr Pfaff die Tür, ich stand einem fremden Mann
gegenüber. Er war geschmückt mit Bartbinde und Frisierhaube,
um seinen Kaiser-Wilhelm-Bart und seine Haarfrisur zu verschönen.
Das war etwas Neues für mich. Mit neun Jahren bestand ich die Aufnahmeprüfung
zur Sexta und wurde schon nach sechs Monaten in die Quinta versetzt, das
jüngste Mitglied der Klasse.
Andere Erinnerungen führen
mich in die Kreuzstraße. Hier übte Schmiedemeister Wießner
zusammen mit seinen Söhnen sein lohnendes Handwerk aus. Unsere Pferde
waren oft seine "Patienten", sie benötigten neue Hufeisen. Das großväterliche
Unternehmen unterhielt meistens drei Pferdegespanne, um Mehl, Getreide,
Futtermittel, Düngemittel usw. zu transportieren. Es war für
mich immer ein besonderes Ereignis, ein neuer Eindruck, den Knecht mit
Pferden zur Schmiede zu begleiten und die Kunst des Schmiedemeisters zu
beobachten. Es bedurfte manchmal einiger Versuche, um das richtige Hufeisen
heiß vom Feuer auf die große "Zähe" des Pferdes zu passen.
Der Duft des brennenden Pferdehorns hat sich in den "Nüstern" meiner
Nase verewigt.
In der gleichen Straße
befand sich auch die Werkstatt von Wagnermeister Wießner, in der
wir Jungen stets willkommen waren. Wir durften seine Werkzeuge benutzen.
Er zeigte uns deren besonderen Zweck und wie sie gefahrlos zu handhaben,
eine gute Einführung ins Handwerk. Und tummeln in den angehäuften
Hobelspänen war immer eine große Freude!
I remember. . . ich erinnere
mich natürlich auch an traurige Geschehnisse. Ein guter Freund unserer
Familie, Moses Jonas, verschied an einem Gladenbacher Festtag. Es war Sängerfest.
Gladenbach war in seinem besten Festschmuck, voll von Besuchern, dem Sängerwettstreit
beizuwohnen. Moses Jonas, ein alter Soldat, würdiger Kriegsveteran,
mußte an diesem Festtag beerdigt werden. Der Trauerzug bewegte sich
langsam durch die Straßen. Zwei Pferde, mit schwarzem Tuch bedeckt,
zogen den Totenwagen, auf dem der Sarg aufbewahrt war, zum Friedhof am
Klotzwald. An der Spitze spielte die Kapelle des Musikvereins Trauermärsche,
Mitglieder des Kriegsvereins in voller Uniform mit Orden und Gewehr folgten
zusammen mit Verwandten, Freunden und Mitbewohnern, um dem Toten die letzte
Ehre zu erweisen. Es dauerte aber nicht lange, da erklangen da, wo eben
noch Trauermusik ertönte, jetzt fröhliche Melodien. In flottem
Marschtempo kehrte die Kapelle von der Beisetzung zurück. Ziel - der
Festplatz, wo man zum Tanzen aufspielen mußte. Es erzeugte einen
Zwiespalt der Gefühle, auf der einen Seite tiefe Trauer und auf der
anderen Seite freie Ausgelassenheit. Den alten guten Freund zu ehren, wurde
der geplante Besuch auf dem Festplatz abgesagt. Eine große Enttäuschung
für mich Jungen, der sich so sehr aufs Karussell, die Schiffsschaukel,
Schieß- und Zuckerbuden gefreut hatte.
Ich erinnere mich noch an
vieles, an den Sport, vor allem den Beginn des Fußballspiels im "Schwalbenflug",
an die Gründung des Wanderclubs "Möve". Aber das fällt bereits
in die Zeit nach 1918. Unbewußt legen Kindheitserinnerungen den Grundstein
für eine treue Heimatliebe. Wenn sie auf ein harmonisches, zufriedenes
Zusammen leben mit allen Schichten der Bevölkerung zurückgehen,
dann wird das kleine Stückchen Erde, wo man geboren wurde, geradezu
ein Lebensquell fürs gesamte Leben.
Leider aber werden Haß,
Entsetzen und Verbitterung, hervorgerufen durch Missetaten gegen Lebende
und Tote, nicht aus dem Bewußtsein auszulöschen sein. Endgültig
jedoch wird das schlummernde Gefühl der Heimatliebe übertrumpfen!
(B. Lederer)
Backsteine,
selbst hergestellt - vom Bauen vor 60 Jahren
Man ist es heute gewöhnt,
daß Mauersteine oder ganze Hauswände zum Bau angefahren und
dort aufgesetzt oder montiert werden. Viele können sich heute nicht
mehr vor stellen, daß man noch vor 60 Jahren teilweise die Backsteine
auf dem Baugrundstück in Eigenproduktion herstellte. So geschah es
aber tat sächlich; als die Siedlungsstraße - heute Berliner
Straße - bebaut wurde.
Der nötige Lehm wurde
an Ort und Stelle aus dem Boden gegraben und portionsweise in Formen gedrückt.
In einer Form konnte man gleichzeitig zwei Backsteine formen. Die geformten
Steine
wurden aufgeschichtet, mit
Stroh abgedeckt und luftgetrocknet. Dann wurden Gänge zur Lüftung
geschaffen und Kohle eingebracht. Die Kohlen wurden angezündet, und
die ganze Anlage
funktionierte ähnlich
wie ein Meiler; sie qualmte auch so. Nun hatte man fertige Naturbrand-Back
oder Ziegelsteine. Sie waren
fest gebrannt wie in der Ziegelei, je nach Nähe zum Feuer dunkler
oder heller. Wenn sie fertig
waren, ging's ans Mauern. Für ein Zweifamilienhaus waren etwa
60 000 Backsteine erforderlich.
Mit Hohlblocksteinen verfuhr
man ähnlich. Sie wurden ebenfalls am Bauplatz hergestellt,
wenn auch aus angefahrenem
Material. Beide Bauweisen sind seinerzeit glücklicherweise
fotografisch dokumentiert
worden.
Aus
den Berichten des Bürgermeisters zur politischen und wirtschaftlichen
Lage 1934-1940
Nach 1933 mußten die
Ortsvorsteher - Gemeindeschulzen und Bürgermeister - mehrmals im Jahr
Berichte über die politische und wirtschaftliche Lage ihres Ortes
an die Landräte oder andere vorgesetzte Behörden einreichen.
Die Berichte waren gegliedert nach
1) Gegner des Staates und
der Bewegung,
2) Wirtschafts- und Sozialpolitik,
3) die Bewegung und ihre
Organisationen,
4) besondere Beobachtungen.
1934:
Es ist Ruhe eingekehrt
Im August 1934 berichtet
der Ortsvorsteher von Gladenbach, damals noch Gemeindeschulze, daß
Ruhe eingekehrt ist. Das "Reden und Streiten auf öffentlichen Plätzen
und in öffentlichen Räumen ist sehr zurückgetreten." Nur
vereinzelt läßt sich noch "der Austausch persönlicher Ansichten"
vernehmen. Staatsfeindliche Bestrebungen von marxistischer oder kommunistischer
Seite kommen in Gladenbach nicht in Frage und werden "auch nie hier auf
kommen." Auch monarchistische Bestrebungen sind nicht vorhanden, auch kein
Ultramontanismus (organisierter politischer Katholizismus). Das Verhältnis
der Kirche, Schule und Lehrerschaft zur Hitlerjugend ist gut.
1935:
Trostlose Lage des Bauhandwerks
Im April 1935 wird gemeldet,
daß das Bettelunwesen "wesentlich nachgelassen hat." Die Firma Müller
(Textilproduktion) wird zwangsversteigert. Die wirtschaftliche Lage Gladenbachs
ist schlecht. Für das Bauhandwerk ist sie seit 1934 "geradezu trostlos."
Der Bürgermeister, jetzt wieder mit dieser Amtsbezeichnung, wollte
mit Hilfe der jetzt beendeten Umlegung (Neuvermessung der Gemarkung) möglichst
viel Baugelände erschließen. Aber er muß feststellen,
daß keine Aussicht auf Neubauten bestehen. Industrien sind eingegangen.
Ein Projekt von Notstandsmaß nahmen könnte mit einem Darlehen
von 25000 Mark durchgeführt wer den. Es gibt noch viele Arbeitslose.
Für sie hat das Arbeitsamt auswärts Arbeit beschafft. Es handelt
sich um Notstandsarbeiten im Raum von Gießen bis Bad Schwalbach.
"Mein
Kampf" als Traugeschenk
Zur Kulturpolitik bemerkt
der Bürgermeister lobend die Einführung des Traugeschenkes in
Form von Hitlers ,"Mein Kampf". Das wird charakterisiert als "gewaltiger
Fortschritt auf kulturpolitischem Gebiet." Im Bericht heißt es in
diesem Zusammenhang: "Nur schade, daß der Erlaß nicht schon
vor drei Jahren herausgegeben wurde." In diesem Buch finde der Volksgenosse
alles, was er "in staatspolitischer Beziehung benötigt."
Einweihung
einer Reichsautobahnstrecke - Übernachtung im Freien
Im Juni 1935 wird berichtet,
daß der Dienst in den Gliederungen der NSDAP mit großem Interesse
durchgeführt wird. Die Beteiligung aus Gladenbach an der Einweihung
der Reichsautobahn in Neu-lsenburg war groß, galt es doch für
alle, "bei dieser Gelegenheit den Führer zu sehen." An Begeisterung
und Jubel war gedacht. Aber der Schlußteil des Berichtes zeigt dann
doch, wie der Schwung durch organisatorische Mißlichkeiten und schlechtes
Wetter gebremst wurde. Das steht hinter den Worten: "Weniger erfreulich
war allerdings für die einzelnen Formationen, daß sie die vorhergehende
Nacht ohne Mäntel bei ausdauerndem Regenwetter im Frankfurter Stadtwald
verbringen mußten."
1937:
Kritische Auseinandersetzung mit Rosenbergs ,,Mythos"
Der Bericht vom Januar 1937
befaßt sich mit einer Veranstaltung des Pfarrverwalters Rüdiger
Bönicke, bei der es um die Beibehaltung des Alten Testamentes ging.
Damals gab es ja starke Bestrebungen, nur noch das Neue Testament als Grundlage
des evangelischen Glaubens zu nehmen. Die Veranstaltung war gut besucht.
Die Ausführungen des Redners waren vor allem eine kritische Auseinandersetzung
mit dem Buch "Der Mythos des 20. Jahrhunderts" vom NS-Partei-ldeologen
Alfred Rosenberg. Der Vortrag selbst gab aber "keinen Anlaß zu Beschwerden"
seitens der Behörden. Immerhin müssen gewisse Bedenken doch aufgetaucht
sein, denn bei einer zweiten Veranstaltung dieser Art saßen die beiden
Gendarmeriebeamten Gladenbachs dabei. Aber auch sie fanden nichts zu beanstanden.
Eine dritte Veranstaltung sollte sich mit der Lehre des Generals von Ludendorff
(Generalquartiermeister im Stab Hindenburgs im 1. Weltkrieg) befassen.
Es ging dabei um Gottgläubigkeit auf germanisch-völkischer Grundlage.
Es bestand damals in Gladenbach ein kleiner Kreis von Leuten, die mit Ludendorffs
Gedankengut sympathisierten. Ob die Veranstaltung stattfand, geht aus den
Berichten nicht hervor.
Im Oktober 1937 verlangte
der Landrat dann "Berichte ohne Beschönigung". Ein Zeichen, daß
man "oben" doch das Floskel- und Routinehafte der Berichte spürte.
Der Bürgermeister entwirft dann auch im November 1937 ein düsteres
Bild: Die Stillegung der fast gesamten Industrie bleibt für Gladenbach
ein schwerer Verlust. Lediglich die Zigarrenfabrik hat eine gute Auftragslage,
auch die neu eingerichtete Diabasschleiferei macht Fortschritte. Für
die Holzwirtschaft fehlt es an Erfahrung. Für die Erfüllung des
Vierjahresplanes ist nach Meinung des Bürgermeisters "nur wenig geleistet".
Die gesetzlich vorgeschriebene Entrümpelung (von Böden und Kellern
zur Beseitigung von Abfall, als Luftschutzmaßnahme und als Altmaterialgewinnung)
hat bisher auch keinen Erfolg gebracht.
Die Sammelaktion der Hitlerjugend
war unzureichend. Der Bürgermeister empfiehlt einen ,"schlagartigen
Einsatz aller Gliederungen der Partei".
Straßenweise sollen
Kommissionen die Einwohner über die Aktion belehren.
Du
schönes Gladenbachvon Veronika
Laucht Homepage
Nicht nur im tiefen
Hinterland
bist du o' Gladenbach bekannt.
Du bist eine romantisch
schöne Stadt,
die überall Verehrer
hat.
Sie kommen von nah und fern
und haben dich o' Gladenbach
so gern.
Man kommt zum Kneippen und
zum Kuren in den Ort
und geht mit frischen Kräften
wieder fort.
Du liegst verträumt
im schönen Bornsbachtal,
man findet bei dir Ruhe
und Frieden überall.
Burg Blankenstein hat dich
früher von oben stolz begrüßt.
Es ist schade, daß
sie heute eine Ruine ist.
Doch noch schön anzuseh´n,
sind die grüne Bergeshöh´n,
umhüllt von zartem
Waldesduft,
findet man hier noch reine
frische Luft.
Bleibe immer so romantisch
und schön,
dann wollen wir nie von
dir geh´n.
Bilder
aus Gladenbach
Marktstrasse um 1900
Gladenbach um 1900

Kirschenmarkt um 1904
Gladenbach um 1910
Marktstrasse
Marktstrasse um 1912
Festumzug in der Kriegsjahren
Gladenbach um 1953
Apotheke um 1960
Alte Schule an der Martinskirche
Foto aus dem Jahr 1966
Alte
Ansichtskarten aus Gladenbach
Gelaufene Postkarte aus
dem Jahre 1899
Blick über Galdenbach
(nach 1900)
Marktstrasse um 1920
Hotel zur Post
Gelaufene Bildkarte von Gladenbach
Hotel Spieß um 1930
Kantine des RAD Lagers um
1939
Blick über Gladenbach
"Deutsches Haus"
Deutsche Postgewerkschaft
am Hainpark
Stadtansichten
Zeittafel
Gladenbach
| 1861 |
Gußeiserne Briefkästen
werden angebracht |
| 1862 |
Gründung der Zigarrenfabrik
J. M. Krieb. Beginn der Tabakindustrie in Gladenbach.
Weitere Tabakfabriken: Familie
Zinßer, Neuweger und Becker |
| 1867 |
4. Febr.: Das Hinterland
kommt zu Preußen |
| 1870 |
Ortsverein des Deutschen
Roten Kreuzes (umfaßt alle Orte des Amtsgerichtsbezirkes Gladenbach) |
| 1876 |
Straßenbeleuchtung
mit Öllampen.
Bau der Müllerschen
Fabrik (Spinnerei, Strickerei, Färberei)
  |
| 1878-81 |
Bau der Schule in der Schulstraße |
| 1889 |
Einweihung der Synagoge
der jüdischen Gemeinde |
| 1892-94 |
Bau des Schlachthauses |
| 1894 |
Ferdinand Köhler wird
kommissarischer Bürgermeister (1895 ehrenamtlich, 1898 hauptamtlich)
12. Mai: Eisenbahnstrecke Niederwalgern - Gladenbach - Herborn mit Teilstrecke
Niederwalgern - Weidenhausen in Betrieb genommen |
| 1905 |
Bau einer zentralen Hochdruckwasserleitung
("Jahrhundertwerk") |
| 1908 |
Neues Postgebäude in
der Bahnhofstraße |
| 1911 |
Versorgung mit Elektrizität.
Anschluß an die Hessen-Nassauische Überlandzentrale (Oberscheld) |
| 1920 |
Ankauf eines Hauses (Bornrain,
Druckerei Kupries) als Rathaus (bisher war die Stadtverwaltung nur in gemieteten
Räumen untergebracht) |
| 1925 |
Ende der Amtszeit von Bürgermeister
Ferdinand Köhler.
Er starb nach 31 jähriger
Amtszeit am 5. Dezember |
| 1926 |
Hermann Rudolf Müller
(geb. 5. 6. 1895 in Gladenbach) Obersekretär der Bürgermeisterei
Kevelaer wird zum Bürgermeister von Gladenbach gewählt Einrichtung
einer Kraftpostlinie nach Marburg |
| 1928 |
1. April: Einrichtung einer
Höheren Privatschule (später Freiherr-vom-Stein-Schule) Gemeinde
Ammenhausen wird eingemeindet |
| 1934 |
Errichtung einer Waldbühne
im Hain |
| 1936 |
1. Mai: Einrichtung eines
RAD-Stammlagers (Reichsarbeitsdienst) |
| 1937 |
24. Juli: 700-Jahr-Feier,
Gladenbach wird Stadt und erhält das Wappenrecht Auflösung des
Katasteramtes |
| 1938 |
Kanalisation und Wasserleitung
in der Ringstraße Rodung des alten Friedhofes 10. März: Ende
der Dienstzeit von Bürgermeister Hermann Müller ,,im Alter von
42 Jahren unfreiwillig .
Handlungsgehilfe und SA-Obersturmführer
Otto Jäger (geb. 15. Dez.
1894 in Biedenkopf) wird
zum hauptamtlichen Bürgermeister ernannt |
| 1938 |
Nov.: Ausschreitungen gegen
die jüdischen Mitbürger Verkauf der Synagoge an die Stadt (wegen
Verkleinerung der jüdischen Gemeinde schon längere Zeit in Verhandlungen
vorbereitet) Zweite Richterstelle am Amtsgericht aufgehoben |
| 1939 |
Gartenmöbelfabrik K.
Schneider, Produktion ab 1940 |
| 1939/40 |
Extremwinter, Zwangsversteigerung
des ,"Herrenbaus" aus dem Besitz von Max Schiff (Brennholz für die
Bevölkerung) |
| 1940 |
Eröffnung des holzverarbeitenden
Betriebes Feldbausch |
| 1943 |
Firma Dienst und Sohn, Elberfeld,
verlagert nach Ausbombung ihren Betrieb (Textilfabrik) auf die "Schafwiesen"
in Gladenbach |
| 1945 |
28. März, 9.00 Uhr:
Amerikanische Truppen ziehen ein. Der amtierende Bürgermeister Jäger
wird verhaftet. Ein Deutsch-Amerikaner namens Schmitz wird an seiner Stelle
eingesetzt.
RAD-Lager wird Gefangenenlager.
Bildung politischer Parteien:
SPD, KPD, Landvolk.
16. Aug.: Ernst Leinbach
1 wird als Bürgermeister eingeführt Einführung der ersten
Gemeinderäte: Wilhelm Schwarz, Heinrich Schmitz, Martin Wiessner,
Ernst Nord. Beigeordneter: Dr. Isleib, Stadtrechner: K. H. Riemenschneider |
| 1946 |
20. Jan.: Erste ordentliche
Gemeindevertreterwahl 11. März: Bürgermeisterwahl: Ernst Leinbach
1 (einstimmig, durch Zuruf).
Sportbetrieb läuft
wieder an.
Die ersten Transporte von
Ausgewiesenen aus dem Sudetenland.
Später Transporte aus
Ungarn, RAD-Lager als Durchgangslager. |
| 1947 |
Großbrand bei Dienst
und Sohn
Schlechte Ernährungslage
der Bevölkerung (250 g Fett, 600 g Fleisch pro Kopf und Monat nach
Lebensmittelkarte vorgesehen, aber nicht immer erhältlich) |
| 1948 |
21. Juni: Währungsreform.
Neue Währung ist die Deutsche Mark (DM) |
| 1949 |
Einrichtung einer Müllabfuhr.
1. April: Die Neue Einheitsschule"
(Volksschule mit gehobenen Klassen, später mit Aufbauzug bzw. Mittelschulzug)
zieht in die Baracken des RAD-Lagers am Spritzenplatz ein. |
| 1950 |
Volkszählung: 3154
Einwohner (= 80% Bevölkerungszunahme gegenüber 1939).
7-9. Juli: Erstmalig Kirschenmarkt
unter Regie der Stadt.
Erste Kirschenkönigin:
Inge Lenz.
Ca. 5000 Besucher |
| 1951 |
7. Mai: Bürgermeister
Ernst Leinbach gestorben.
Neuwahl: Verwaltungsinspektor
Karl Waldschmidt (geb. 24. Sept. 1913 in Gladenbach) |
| 1952 |
Verkehrs- und Verschönerungsverein |
| 1953 |
Übereignung von drei
Grundstücken an die Deutsche Post-Gewerkschaft (DPG) für ein
Schulungs- und Erholungsheim am Schloßberg. |
| 1955 |
Heim der DPG wird in Anwesenheit
von Kultusminister A. Hennig in Betrieb genommen Staubfreie Müllabfuhr
in Spezialfahrzeugen |
| 1956 |
1. Juli: Grundsteinlegung
für die Freiherr-vom-Stein-Schule in Anwesenheit von Landrat Dr. Bachmann
und Schulrat Link Stadtverwaltung zieht in das stadteigene Haus Wilhelmstraße
8 |
| 1957 |
4. Dez., 21.45: Feuerwehrgerätehaus
auf dem Spritzenplatz brennt aus (5. Feuerwehrzeitung "Brandschutz" v.
Febr. 1959) |
| 1959 |
Modernisierung des Schlachthofes
abgeschlossen.
Ausbau der Ringstraße
und der Schloßallee.
Wasserleitung und Kanalisierung
für Ammenhausen (bereits 1927 bei Eingemeindung versprochen) |
| 1960 |
Bautätigkeit unterhalb
der Gießener Straße.
Schließen der Baulücke
vom Amtsgericht bis zur Siedlung (später Berliner Straße) und
zum Gebiet untere Bahnhofstraße |
| 1961 |
Das neue Schwimmbad zur
Benutzung freigegeben |
| 1965 |
Einweihung des 3. Bauabschnittes
der Freiherr-vom-Stein-Schule Festredner: Innenminister H. Schneider |
| 1966 |
Die ersten Förderstufenklassen
(5. Schuljahr) an der Freiherr-vom- Stein-Schule.
Alten- und Pflegeheim der
Arbeiterwohlfahrt wird seiner Bestimmung übergeben. Orkanartiger Sturm
deckt Dächer ab, setzt Straßen und Keller unter Wasser. |
| 1968 |
Beginn des gymnasialen Zweiges
der Freiherr-vom-Stein-Schule mit dem 7. Schuljahr.
Errichtung eines Ehrenmals
auf dem Friedhof.
Amtsgericht bleibt nur als
Nebenstelle erhalten. |
| 1972 |
Einweihung des Hartig-Denkmals
im Hainpark.
Zusammenschluß von
Runzhausen mit Gladenbach. |
| 1973 |
Nov.: Einweihung der neuen
Gebäude (Sekundarstufe 1, II) der Gesamtschule an der Kehlnbacher
Straße durch den Hessischen Kultusminister von Friedeburg |
| 1974 |
Zusammenschluß von
15 Gemeinden zur Stadt mit dem Namen "Gladenbach" (Kernstadt mit 14 Stadtteilen,
§ 12 Ges. zur Neugliederung des Landkreises Marburg-Biedenkopf) |
| 1977 |
31. März: Schließung
des städtischen Schlachthofes |
| 1978 |
26. Juni: Wahl des neuen
Bürgermeisters der Großgemeinde Siegfried Dellnitz (Einführung
29. September).
Verabschiedung von Bürgermeister
Karl Waldschmidt (1. Okt.) nach 27jähriger Amtszeit |
| 1979 |
13. Okt.: Haus des Gastes
(HdG) wird seiner Bestimmung übergeben |
| 1980 |
Einweihung der Reithalle
des Vereins der Pferdefreunde |
| 1981 |
Das neu erbaute Rathaus
(Anbau an das Haus des Gastes) wird seiner Bestimmung übergeben |
| 1982 |
2. Sept.: Stiftung zur Förderung
des kulturellen Lebens in Gladenbach durch Dr. Berthold Leinweber (Dr.-Berthold-Leinweber-Stiftung).
3. Sept.: Ein Gedenkstein
für die frühere jüdische Gemeinde in Gladenbach wird der
Öffentlichkeit übergeben |
| 1983 |
19. Febr.: 1. Preisverleihung
der Dr.-Leinweber-Stiftung; Preisträger ist Otto Acker.
Gladenbach wird ,,Kneippheilbad",
Urkunde durch Sozialminister A. Olauss überreicht. 20. Okt.: Einweihung
der Erdgasleitung auf dem Gebiet des Hallenbades.
Minister H. Reitz entzündet
die Erdgasfackel |
| 1984 |
Einweihung des Blockheizwerkes
mit Wärmerückgewinnungsanlage Wiederwahl von Siegfried Dellnitz
zum Bürgermeister auf sechs Jahre 1. Nov.: Erster Gladenbacher Lebensmittel-Wochenmarkt,
jeweils donnerstags |
| 1985 |
Fernwärme aus dem Blockheizwerk,
Landrat Dr. Ch. Wagner schaltet ein.
9. Juni: Karl Waldschmidt
im Alter von 71 Jahren gestorben, Bürgermeister von 1951 bis 1978 |
| 1987 |
Festakt zum 150. Todestag
von G. L. Hartig. Hartig-Stiftung |
Das Gladenbacher
Rathaus und das Haus des Gastes
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