Gladenbach
Karte
Die Kernstadt Gladenbach
Die Gladenbacher Spritzbixe (Spritzbüchsen)

Blick über Gladenbach
Blick über Gladenbach.
                                                                                                             Foto: Bernd Nassauer 18/10/2008


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Daten zu Gladenbach *Stand 21.12.2006
 
PLZ:
Gesamtfläche:
Höhe über NN:
Höchste Erhebung:
Einwohnerdichte:
Kernstadt:
Gesamte Gemeinde:
35075
72,28 km²
Stadtmitte (Ev. Kirche) 262 m
(Kirchberg) 362 m
183 Einw./km²
4.620 Einwohner
13.210 Einwohner

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Lage der Stadt Gladenbach

Gladenbach, gehört zum Kreis Marburg Biedenkopf und ist seit 1974 Kernstadt der Großgemeinde. Gladenbach wird der Lage nach in Reimers Ortslexikon wie folgt beschrieben: "Geschlossene Siedlung mit regellosem Grundriß im beckenförmig erweiterten nach SW offenen Talhaupt des in die Salzböde einmündenden Bornsbachs. Kernbereich der Siedlung auf hochwassergeschützter Terrasse. Marktplatz und Kirche an einem Dreiweg in zentraler Lage. Moderne Bebauung nach 1945 zuerst nach Norden, dann nach Süden in Richtung Bahnhof, womit eine seit mehr als 30 Jahre bestehende Baulücke geschlossen wurde, nach Osten und neuerdings auch nach Westen und Südwesten.
Durch den Ort führt die B 255, auf die von Norden die B 453 trifft. Gladenbach hat einen Bahnhof der Bahnstrecke Niederwalgern - Herborn. Es ist anerkannter Kneipp-Kurort seit 1968 und Kneipp-Heilbad seit 1983.
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Der Kreis Marburg-Biedenkopf im Überblick

Der Kreis Marburg-Biedenkopf gehört zum Regierungsbezirk Gießen und entstand im Zuge der Gebietsreform von 1974. Damals wurde der Kreis durch Zusammenschluss der Landkreise Marburg und Biedenkopf sowie der kreisfreien Stadt Marburg gebildet. Der Kreis Marburg-Biedenkopf zählt 253.279 Einwohner. Als Verwaltungssitz des Kreises fungiert die kreisfreie Universitätsstadt Marburg.
Der Kreis beheimatet unterschiedliche Wirtschaftsunternehmen, von denen viele im so genannten High-Tech-Bereich tätig sind. Dazu gehören z.B. die Bereiche Kunststofftechnik, die Medizin- und Biotechnik und die Pharmaindustrie. Durch die Universität Marburg und die nahe liegende Universität Gießen besteht ein hohes Potential an gut ausgebildeten Arbeitskräften und die Möglichkeiten zum Wissens- und Technologietransfer. Zudem verfügt der Kreis über eine gute Verkehranbindung zum Ballungsraum Rhein-Main.
Die Nachbarkreise des Kreises Marburg-Biedenkopf sind der Kreis Gießen, der Lahn-Dill-Kreis, der Schwalm-Eder-Kreis, der Kreis Siegen-Wittgenstein, der Vogelsbergkreis und der Kreis Waldeck-Frankenberg.
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Vorgeschichtliche Funde und Bodendenkmäler

Aus der vor- und frühgeschichtlichen Zeit liegen spärliche Funde vor. An verschiedenen Stellen der Gemarkung sind alte Ackerraine zu sehen, meist allerdings sehr verschliffen: am nordwestlichen Hang des Kirchberges, auf der Nordseite der Nauenburg (Höhe 356,8) und am Hang des alten Schieferbruches vor dem Hain. Ein Hügelgrab aus der La-Tène-Zeit (500 v. Chr. bis Chr. Geburt) und 15 Münzen aus der römischen Kaiserzeit. Letztere wurden im Jahre 1937 im Garten des Hauses Gießener Straße 6 in etwa 0,50 m Tiefe von Franz Meusch ein korrodierter Metallbehälter gefunden.
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Aus der Geschichte Gladenbachs

Obwohl wichtige mittelalterliche Fernstraßen nahe an Gladenbach vorbei führten, wurde der Ort erst im Jahre 1237 urkundlich erwähnt. Gladenbach war der Hauptort einer Talschaft, die das obere Salzbödetal und das Allna-Gebiet umfaßte. Das Gericht gehörte zur Grafschaft "Ruchesloh" (Malstatt süd-östlich über Oberweimar). Die oberhalb von Gladenbach gelegene Feste Blankenstein wurde 1248 oder 1249 von der Landgräfin Sophie v. Hessen bei der Dernbacher Fehde zerstört, 1255 wieder aufgebaut und 1261 erneut erobert. Heute sind noch die Ringmauern zu sehen.
Auf dem "Amtsschloß Blankenstein" wurde 1478 bis 1480 (bis zu seinem Tode) der Erzbischof Ruprecht von Köln gefangengehalten. Im gleichen Amtsschloß fand Herzog Ulrich von Württemberg von 1526 bis 1534 seine Zuflucht.
Gladenbachs Geschichte ist die eines zentralen Ortes. Die Landwirtschaft spielte nur eine völlig untergeordnete Rolle und diente den meisten als Zubrot. Seit 1347 ist Schieferbergbau und von 1573 bis Ende des 17. Jh. Silberbergbau nachgewiesen. Produzierendes Gewerbe siedelte sich schon früh an. 1331 wird bereits ein Wollweber, der in Wetzlar Urfehde schwören mußte, urkundlich erwähnt (Wetzlarer UB, 1183). 1502 gab es den Schmied und den Schneider, und 1577 steht ,Hannß der junge Schuster im Bedeverzeichnis. Die Reparaturrechnungen der Burg Blankenstein weisen auf Weißbinder, Schreiner und Schlosser hin. Im 15. Jahrhundert, wenn hoher Besuch den Blankenstein beehrte, dann wurden im Ort zusätzliche Brote bestellt, Weißbrote wenn möglich und Krämerwaren. Der Name bzw. die Bezeichnung Krämer, taucht schon im 16. Jahrhundert als Krämer vorm Kreuz in den Registern auf. Die Bewohner brauchten im Gegensatz zu den Dörfern keine fahrenden Dienste zu leisten. Sie waren nur zu gehenden Diensten "uff ein Meil weegs oder zwo umbhero" verpflichtet und zum Dienst mit ihren Wehren (Waffen) auf dem Blankenstein. Deshalb wurde in keinem Register die Zahl der gehaltenen Pferde verzeichnet, die Rückschlüsse auf die Landwirtschaft, die durchaus noch eine Rolle spielte, zuließen. Nur ein Hof, der der Pfarrei gehörte und Mönchshof hieß, wird öfters erwähnt. Er hatte an den Pfarrer jährlich 10 Malter Hafer zu liefern und dem Landesherrn auf Anfordern einen rüstigen Wagen mit vier Pferden zu stellen. Ein weiterer Hof war 1577 den Herren von Rollshausen zinspflichtig. 1585 gab es 38 Häuser (einschließlich Pfarrer und Schultheiß) und 1600 waren es ebenfalls 38, aber ohne die Pfarrhäuser, das Haus des Schultheißen und das Bergamtshaus.
Das Jahr 1633 ging einigermaßen glimpflich vorüber. Die Soldaten verhielten sich, wohl weil der Obrist Franz von Dahlwig, sein Stallmeister und andere Offiziere hier logierten, zurückhaltender als andernorts.
Aber nur etwas! Johannes Magnus gab vor, er habe "einen Corporal bekommen, hab ihn in die Stube genommen, sein Degen ausgezogen undt gesagdt er solt ihm 3 thlr. 2 kopfstück geben ehe er auß der stuben könne oder wolt ihn durchstechen oder der teufel solt ihn holen, hab sein hausfraw solch geltt kümmerlich zusammentreibenn müssen." Franz Pfaff und Henrich Becker wurden geschlagen und Hans Bruder aus dem Hause gejagt.
Die Soldaten verbrauchten 96 Mött 1 1/2 Mesten Hafer, 20 3/4 Ohm Bier, 3 Ohm 15 Maß Wein, erpreßten oder zerschlugen weitere Werte. Der Schaden betrug 309 Taler 35 Albus 6 Pfennig.
Die Pest, die 1624 schon einmal so schlimm gehaust hatte, daß man die Toten mit Haken aus den Häusern zog und in Massengräbern beisetzte, holte 1635/36 neun Menschen. 1640 betrugen die Schäden in 27 Häusern, darunter das Bergamtshaus, 1649 Reichstaler 301/2 Albus.
Darunter wurden als verloren gemeldet: 7 Pferde, 23 Stück Rindvieh, 16 Schweine, 1 Bienenstock, 145 Mött Korn, 2,5 Mött Weizen, 9 Mött Gerste, 10 Mött Erbsen, 1 Mött Wicken, 18 Mött Heidelkorn, 86 Mött Hafer und 86 Wagen Heu.
Die drei Juden Moses, Seligman und Benes (das Haus wird von Bruns bewohnt) wurden mit 85 Talern 25 Albus ebenfalls kräftig zur Ader gelassen. Sie büßten 21/2 Mött Korn ein, 1 Mött Hafer, 5 Wagen Heu, Speisen und Verpflegung und hatten Schäden an Häusern und Hausrat. Vor dem Hessenkrieg standen von 36 Häusern 17 leer, danach waren es 23. Nur 13 Häuser waren 1648 bewohnt und bewirtschaftet. Der Aufbau ging nach dem Kriege zügig voran.
Obwohl der Gladenbach 1770 Sitz der Amtsverwaltung und von 1821 bis 1834 hessisch-darmstädtischer Landratssitz war, erlangte es keine besondere Bedeutung und erhielt erst 1937 Stadtrechte.
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Wachstum nach dem Kriege (Gladenbach):
 

Häuser
1666
1700
1750
1780
1810
35*
55
119
152
148
*davon noch sieben unbewohnt

Einwohner
1834
1846
1885
1900
1925
1939
1946
1950
1960
1970
1084
1232
1280
1351
1513
1950
3154
3154
3176
3632
(ab 1939 einschl. Ammenhausen)

1835 "Gladenbach ist ein freundlicher Marktflecken und liegt 5 Stunden nordwestlich von Gießen an der von da nach Biedenkopf ziehenden schönen Kunststraße, 780 Hess. Fuß über der Meeresfläche. Es hat 1043 Einwohner, welche außer etlichen Katholiken und und 19 Judenfamilien evangelisch sind. Es ist der Wohnsitz des Landrichters, des Physicatsarztes, des Rentamtmanns, des Steuercommissars, und hat ein Grenznebenzollamt zweiter Classe, eine Apotheke, eine Posthalterung, eine Seifensiederung und eine Mahlmühle. Es findet sich ein verlassenes Silberbergwerk, die wenigen Überreste der Burg Blankenstein und ein guter Dachschieferbruch, welcher vorzügliche Steine in Menge liefert und von einer Privatgesellschaft betrieben wird.
Ein Theil der Bewohner Gladenbachs sind Professionisten, andere treiben Ackerbau und Viehzucht und ein großer Theil ernährt sich durch Taglohn, die Juden treiben Wucher, Vieh- und Schacherhandel. Jährlich werden 6 Märkte, wobey 3 Viehmärkte sind, gehalten. (Amtsarzt Dr. Deibel in seiner medizinischen Topographie)."

1867 arbeiteten 46 Personen in der Landwirtschaft, 5 in der Forstwirtschaft, 15 in Bergbau und Hüttenwesen, 51 in Gewerbe und Industrie, 44 im Handel, 24 im Verkehr, 156 in der Gesundheitspflege, 3 in der Erziehung, 3 im kirchlichen Dienst, 5 in der Staatsverwaltung, 9 in der Justiz, 5 in der Gemeindeverwaltung. 156 leisteten persönliche Dienste, 23 übten keinen Beruf aus und 8 Personen blieben ohne Berufsangabe.
1961 arbeiteten 79 in Land- und Forstwirtschaft, 663 im prod. Gewerbe, 296 in Handel und Verkehr und 303 in Dienstleistungen und sonstigen Berufen.

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Ammenhausen

Der älteste Nachweis für Ammenhausen stammt aus dem Jahre 1324. Das Dorf hatte zusammen mit einigen anderen Orten des Untergerichtes den Zehnten an Amöneburg zu liefern. Der dortige "Keller" notierte Jahr für Jahr peinlich genau die Einnahmen. Die älteste Kellereirechnung stammt aus dem Jahre 1324. Der betreffende Eintrag lautet "item decima in Amenhusen II maldra (ebenso der Zehnte in Ammenhausen zwei Malter/Weizen!), ferner item decima in Amenhusen II mal dra" (ebenso 11/2 Malter /Hafer/). Diese Zehntrechte, die dem Mainzer Erzstift gehörten, gingen 1341 zusammen mit den übrigen Mainzer Rechten im Gladenbacher Raum an die Grafen von Solms. Außerdem besaßen die Döring von Elmshausen 1338 und später noch Zehntrechte als nassauisches Lehen. Kraft Döring verkaufte seinen Zehntanteil 1362 an den Ritter Johann von Breidenbach.
Auch über frühe Besitzverhältnisse gibt es einige Urkunden. Die Herren von Weitershausen verkauften 1342 ihren Hof an den Wäppner Eberhard Döring, und 1360 Walter von Allna und seine Frau Gertrud ihr Drittel am Leun-Hof dem Vikar der Gladenbacher Kirche Heinrich von Volksmarsen für 14 gute kleine Gulden. Im gleichen Jahre war ein Heinrich aus Ammenhausen Zeuge einer Schenkung, die der Pastor Ludwig von Bicken der kleinen Gladenbacher Laurentiuskirche machte.
Das Dorf zählte zu den kleinsten des Amtes Blankenstein, wohl weil sich alle die, die nicht Hoferben waren, wegen besserer Verdienste gleich in Gladenbach ansiedelten, so daß wir es trotz der Nähe der Zentrale von Gericht und Amt überwiegend mit Vollbauernfamilien zu tun haben.
Um 1400 gab es derer drei, nur bei der Mentze und ihren Kindern reichte der Besitz dazu nicht aus. 1502 war die Zahl der Häuser auf sechs, 1577 auf sieben gestiegen und 1585 gab es acht Hausgesäße, die alle Pferde hielten. Es waren in diesem Jahre insgesamt 16 Stück. Die Pferdezucht stand wie in Diedenshausen und Rachelshausen hoch in Blüte. 1630 waren es, obwohl seit der Pest im Jahre 1624 nur noch fünf Höfe bewirtschaftet wurden, immer noch 10 Tiere. 1633 entstanden diesen wenigen Leuten Schäden und Verluste in Höhe von 104 Talern 20 Albus, und die Menschen wurden auch nicht geschont. Caspar Weber "sagdt, in ersten hetten sie kein übermut getrieben, hette aber einen tag für Soldaten 40 maß bier ufftragen müssen, hetten ihn noch darzu geschlagen undt den bart abgeschnitten" und Peter Seip berichtete: "Gaheb geltt vor stifell habenn wollen, weil aber das nitt uff zupringen gewesen habenn sie ime undt Caspar Webern die Bärte abgeschnitten ... Ja, hetten ihn selbst wohl abgebrügeltt, hetten vor ihm gestanden, ihm Wein in einen Eimer gelassen under deß hett er vor ihm stehen undt pfeiffen müssen. Johan von Sien (Sinn) diß gethan. Hab ihn undt all sein gesindt auß haus gejagdtt."
Obwohl die Pest 1624 schon einmal schwer zugeschlagen hatte, holte sie sich 1636 unter den 11 bedepflichtigen Einwohnern nochmal fünf, also nahezu jeden zweiten. Jetzt standen drei von fünf noch bestehenden Höfen leer. 1640 entstanden Schäden und Verluste in Höhe von 389 Reichstalern 291/2 Albus. Ein Hof wurde zwar wieder aufgebaut, doch dann sorgte der Hessenkrieg dafür, daß am Ende des Dreißigjährigen Krieges von den sechs Höfen wieder drei leerstanden. 1666 bewirtschaftete man wieder vier.
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Das Wachstum nach dem Kriege (Ammenhausen):

Die Häuser
1666
1700
1750
1780
1810
4
4
7
9
9

Die Einwohner
1834
1885
1925
67
46
103

1835 beschreibt der Amtsphysikus Dr. Deibel den Ort wie folgt: "Ammenhausen liegt nahe bey Gladenbach wohin es eingepfarrt ist. Es ist evangelisch, hat 72 Einwohner wovon die wohlhabenden sich durch Ackerbau und Viehzucht nähren, der größere Theil aber Tagelöhnerarbeit verrichtet" (medizinische Topographie = Ortsbeschreibung).
1867 arbeiteten sieben Bewohner in der Landwirtschaft, zwei in Bergbau und Hüttenwesen, einer in Gewerbe und Industrie, einer im Verkehrswesen, einer in der Justiz und fünf verrichteten persönliche Dienstleistungen. Auch Ammenhausen war also auf dem Wege zu einer neuen Struktur.

Als sich Gladenbach zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Gießener und der Wilhelmstraße erweiterte, wuchsen beide Orte immer mehr zusammen. Die Gemeindeväter trugen diesem Umstand 1929 Rechnung und beschlossen die Vereinigung beider Gemeinden.
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Aus drei Jahrhunderten: Alltag und Feiertag in Gladenbach

Für mehr als drei Jahrhunderte war Gladenbach als Sitz von Rentmeister, Amtmann und später zeitweilig auch Landrat ein ländlicher Ort mit teilweise städtischem Lebensstil. Amtmann und Rentmeister als Vertreter des regierenden Landgrafen, erst von Hessen-Kassel, dann von Hessen-Marburg und später von Hessen-Darmstadt, bildeten die Spitze einer Gesellschaft, die aus Beamten und Angestellten - zum Teil mit akademischer Bildung - bestand. Im Jahre 1783 zählte die Amtsverwaltung allein 13 Personen: 4 im Justizamt, 6 im Renteiamt und 3 Ärzte und Wundärzte. Dazu kamen mehrere Pfarrer, Kastenmeister, Opfermann, Kantor, mehrere Schulmeister und Richter, der Oberförster und das Personal des Forstamtes, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Landsoldaten und Husaren, Apotheker - die alle mehr oder weniger zum Kreis der Honoratioren gehörten. Über die Verhältnisse noch um 1830 schreibt Carl Vogt:
"Gladenbach hatte seine Vorzüge. Es war dort das Getreibe einer kleinen Landstadt; Sitz eines Landgerichtes, Steuerkommissariats und eines Forstamtes -also etwa ein Dutzend Beamte nebst Ärzten, Apotheken und sonstigem Zubehör."
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Man verstand zu feiern

Für die Zeit vom 18. bis zum 20. Jahrhundert gibt es neben amtlichen Unterlagen auch private schriftlich niedergelegte Erinnerungen einzelner Männer und Frauen, in denen Alltag und Feiertag in Gladenbach beschrieben werden. Sie stimmen in einem Punkt überein: Ein "herzlicher geselliger Ton zeichnete Gladenbach vor den meisten Landstädtchen aus" (Theodora Hartig, geb. Klipstein, 1826). Man lebte in freundschaftlichen Verhältnissen, und es gab wenig Klatsch und Tratsch. Über Geselligkeiten in den Jahren von 1750 bis 1760 unterrichtet uns Philipp Engel Klipstein, der zweitälteste Sohn des damaligen Amtmannes Jakob Christian Klipstein: Dienstags versammelten sich Beamte, Geistliche und Förster aus Gladenbach und Umgebung am Klotzwald mit Ehefrauen und Kindern. Man trank Kaffee oder auch Bier, die Männer "schmauchten Taback". Man saß in großem Kreis. Die Jüngeren vertrieben sich die Zeit mit Pfänderspielen, machten Musik und tanzten oder durchstreiften das Gelände, um an den Klippen im Hain zu klettern oder um Tiere zu beobachten und Pflanzen zu sammeln. Auch eine Schutzhütte war vorhanden, in die man bei plötzlichem Regen flüchten konnte.
In diesem Zusammenhang ist es auch erwähnenswert, daß Johann Christoph Stockhausen 1775 an seinem 50. Geburtstag eigens von Hanau, wo er Konsistorialrat und Superintendent der Grafschaft Hanau Münzenberg war, nach Gladenbach reiste, um dort eine Predigt zu halten. Er war damals schon Jahr zehnte von Gladenbach fort. Er betrachtete seine Predigt als Dankopfer, daß Gott ihn seinen Geburtsort Gladenbach, einen "anmutigen Marktflecken" ... und das ehemalige Wohnhaus seiner Eltern wieder sehen ließ. Er spricht von einem "festlichen Tag" für sein Herz und erwähnt die Rührung seiner Landsleute. Der Druck der Predigt soll als "ein für Gladenbach gewidmetes Denkmal seines Herzens" verstanden werden. Etwas barocke Überschwenglichkeit, die aber doch auch eine starke Gefühlsbindung zum Raum Gladenbach erkennen läßt. Daß man zu feiern verstand, zeigen Berichte über Veranstaltungen anläßlich des "Siebenjährigen Gerichtes" (Bestrafung von Fürstlich-Leibeigenen, die sich mit Adelig-Leibeigenen verheiratet hatten, Breidenbacher Grund). Dort ist die Rede von vielen Bällen und einer "wohlgelungenen Illumination", die der Forstmeister Christian Hartig auf seiner Insel (Anm.: am heutigen Spritzenplatz) organisierte. Für die Zeit um 1850 und später bestätigt Alwine Kürschner in ihren Erinnerungen, daß Gladenbach mancherlei Unterhaltung und geistige Anregung bot. Sie erwähnt in diesem Zusammenhang die Herbstgesellschaften von Naturforschern und Tiermalern, zu denen sich auch Alfred Edmund Brehm einfand.
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Residenz"allüren"

Bei offiziellen Anlässen hielt man im 18. Jahrhundert streng auf Rangordnung und Protokoll. Wir wissen das aus amtlichen Unterlagen. So wurde im Jahre 1768 zu Gedenken von Tod und Beisetzung des Landgrafen Ludwigs VIII. von Hessen-Darmstadt (gest. 17. Okt. 1768) ein Trauergottesdienst (wohl am 14. Nov.) abgehalten, bei dem es wie bei einer Veranstaltung des fürstlichen Hofes zu ging: Es wurde "morgens wie an einem Sonntag geläutet, um 8 Uhr ein Zeichen gegeben; um halb 9 Uhr, da zugleich mit allen Glocken geläutet und damit, bis der ganze Zug in der Kirche war, fortgefahren wurde, versammelt sich im Pfarrhoff Herr Caplan Starck, die Castenmeister, Kirchenelteste, Schulmeister nebst den jungen Purschen und Schülern des ganzen Kirchspiels, und der Opfermann als Marschall mit einem schwarzen Flor mit behangenen Stab führte diesen Zug und wir gingen nach dem Amtshauß in und bey welchem sich die Herren Beamten nebst den Gerichtsschöffen und Bauern, auch der Herr Lieutenant Hegel mit den Land-Soldaten: von welchen an jeder Kirchenthür, um Unordnung zu verhüthen, ein Soldat mit bloßen Seithen-Gewehr war gestellt worden und Herr Wachtmeister Meyer mit den Husaren sich versammelt hatten. Die Schulmeister fiengen das Lied: Freu dich sehr, o meine Seele, sungen einige Verse vor dem Amtshauß, gingen und sungen fort, da der Opfermann den Zug um die Kirch zur großen Thür hinein führte, und ginngen also nach dem Opfermann alle Schulknaben, die jungen Purschen, Schulmeister, ich der Pfarrer nebst Herrn Caplan Starck, ferner der Amtdiener als 2ten Marschall, auf welchen Herr Hofrath Heß, Herr Amtsverweser Kriegsmann, Herr D. Schönnebach, Herr Amtmann Krebs, Commissarius Sommerlad, Herr Oberförster Hartig, Herr Zehendverwalter Sommerlad, Herr Zollbereiter Diel, Herr Hauptmann Diel, Herr Reraquator Krebs pp. u. a. auch mehrere Herren Forst bedienstete folgten, an diese schlossen die Gerichtsschöffen, und an diese die Herren Officiers mit den Landsoldaten und Hussaren, weiter kamen die Dorffschaften mit Vortretung eines jeden Orts Bürgermeister in einem Mantel u. Marschalisstab; während diesem Zug wurde mit allen Glocken geläutet und obgemeltes Lied gesungen bis der ganze Zug in der Kirche war.
In der Kirche wurde dann eine Leichenpredigt auf den verstorbenen Landesherrn gehalten, wie das damals üblich war. Viele solcher Leichenpredigten wurden dann auch gedruckt und füllen heute ganze Bibliotheken.
Der Rückzug bis zum Amtshaus, also auf den Anfang der heutigen Marktstraße, erfolgte in der oben beschriebenen Ordnung und Rangfolge.
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Aus den Jugenderinnerungen des Philipp Engel Klipstein (1747-1808)

Philipp Engel, Sohn des Amtmannes auf Blankenstein Jakob Christian Klipstein, verbrachte dort den größten Teil seiner Jugend. Diese Jahre von 1752 bis 1762 haben einen tiefen Eindruck hinterlassen. Als er in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts eine mineralogische Studienreise durch Hessen unternimmt, kommt er in Begleitung einer Freundin auch nach Gladenbach. In einem Buch mit dem Titel "Mineralogischer Briefwechsel" aus den Jahren 1779-1781 beschreibt er seine Gefühle, und der Leser spürt die innere Bewegung des Autors. "Nun bin ich hier - da, wo ich von meinem vierten bis zum vierzehnten Jahre lebte. Wie schlägt mein Herz! Der Anblick jedes Gegenstandes bringt mir gefühlvolle Erinnerungen zurück.
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Im Ziegenschlitten rund um den Blankenstein

Tatsächlich unterbricht er seine Darlegungen über Fahlerze, rotes, weißes und blaues Schiefergestein so wie über den Basalt und andere Mineralien, um in Erinnerungen zu schwelgen. Er besucht den Blankenstein, auf dem allerdings nur noch Ruinen sind. Das Amtshaus, in dem er gelebt hat, ist abgerissen. Das weiß er natürlich, denn zur Zeit, als sein Vater nach Gießen versetzt wurde, war der Umzug der Amtsverwaltung vom Schloßberg in die Stadt Gladenbach im Gange. Rund fünf zehn Jahre sind seitdem vergangen. Philipp Engel Klipstein schreibt:
"Gestern war ich auf dem Blankensteiner Hügel - sah die wenigen Überbleibsel des alten Schlosses, und nichts mehr von den wenigen Gebäuden, worinn ich erzogen ward, sie waren aus guten ökonomischen Gründen niedergerissen worden. Meine Freundin an der Hand wanderte ich um den Schloßgraben - zeigte ihr, wo auf der hohen Mauer ein Strohdach gestanden, das ich oft bekletterte, um die Welt auch über jenen Bergen zu sehen, die unsern kurzen Horizont umschlossen, unter welchem mich meine Brüder oft auf dem Seile gewiegt hatten. Nur Ziegen kletterten uns nach - die nämlichen Ziegen, welche in Schlitten gespannt, uns um den Berg zu schleppen gewöhnt waren."
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Kaffeekränzchen am Klotzwald

Von Hain und Schloßberg wandern Klipstein und seine Freundin zum Klotzwald. Das ist der Platz, an dem sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts jeden Dienstag die Gladenbacher zu Kaffee und Bier trafen. Klipstein erinnert sich. "Diensttäglich versamleten sich hier Beamte, Geistliche und Förster der umliegenden Orte mit Weibern, Kindern und Gästen, in der Mitte desselben, dem rund ausgehauenen Platz, da saßen die Alten, in großen Kreisen auf Rasenbänken - die Männer schwatzten Zeitungs-Neuigkeiten und alte Geschichten, schmauchten Taback, und tranken aus dem dazu bestimmten Fäßchen köstliches Bier - die Frauens hielten untereinander Gericht über jedes kleine Haushaltungs-Versehen der gegenwärtigen Nachbarin, keine Rüben - verfroren im Feld -; kein gesalzenes Fleisch verdarb ohne Rüge des Klotzwäldchens." Der Platz am Klotzwald war für diese Geselligkeiten gut eingerichtet: Eine Küche zum Kaffeekochen war da und auch eine kleine Schutzhütte "zur Sicherheit für Regen." Während die Alten im Kreis saßen, streifte die Jugend durch den Hain, spielte, suchte Pflanzen, beobachtete Tiere. Manchmal vereinigten sich alt und jung zum Pfänderspiel. Abends gab es oft ein beeindrucken des Schauspiel: Tausende von Dohlen und Staren suchten ihre Schlafplätze dort auf, wo Eichenniederwälder standen - Klipstein schreibt so gar von Millionen, unter deren "betäubendem Gezwitzer" die Gesellschaft vom Klotzwald Abschied nahm. Philipp Engel Klipstein muß ein vielseitig interessierter und wißbegieriger Junge gewesen sein. Auch der Hang zu einer gewissen Besinnlichkeit spricht aus seinen Erinnerungen.
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Silber und Dachschiefer im 17. und 18. Jahrhundert

Im Jahre 1654 bat der Leibmedicus des Landgrafen Wilhelms VI. von Hessen-Kassel um die Belehnung mit dem Silberbergwerk in Gladenbach. Dieser Herr, ein Dr. Angelokrator, meinte, in dem Stollen "Haus Hessen" wäre 15lötiges Silber zu gewinnen. Und auf dem Wege zur Wiese brauche man nur 5 Lachter abteufen (Anm.: ca. 10 m), dann erhalte man schwarzes Glaserz mit Silberadern.
 
Gladenbacher Silbertaler Gladenbacher Silbertaler

Exponat des
Heimatmuseum Amt Blankenstein,
sogen. Gladenbacher Ausbeutetaler von 1587
Revers, Silber.

Aufn. 1969

Gladenbacher Silbertaler Gladenbacher Silbertaler

Exponat des
Heimatmuseum Amt Blankenstein
sogen. Gladenbacher Ausbeutetaler von 1587
Avers, Silber.

Aufn. 1969

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Den Juden Geld abnehmen seye keine Sünde...

Natürlich weiß der Dr. Angelokrator, daß Geld nötig ist. Es muß allerlei investiert werden, sonst ist nichts zu verdienen. Und da hat der weise Herr Doktor eine bemerkenswerte Idee - vermutlich für die damalige Zeit nicht so ungewöhnlich. Er sagt ganz naiv: Die Juden sollten von ihrer "Krämerey 3000 Gulden zur Aufnahme dieses Werkes hergeben. Den Juden dies Geld abnehmen, seye keine Sünde." Philipp Engel Klipstein, Sohn des Amtmannes Jakob Christian Klipstein, der im Jahre 1779 über das Projekt des Dr. Angelokrator berichtet, kennzeichnet den Vorschlag als "lächerlich".
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Rutengänger - Premierminister des Teufels

Aus dem Projekt wurde nichts. Einige Jahre später wollte der Braunschweigische Landtrost von Oynhausen Silber schürfen. Er bestellte Rutengänger, die angeblich überall Erz fanden: Auf Philipp Burks Wiese, auf Peter Burks Langwiese auf der Nauenburg und am Klotzwald. Für Philipp Engel Klipstein ist das alles "ganz unerträglich". Er hielt das alles für Hokuspokus. Wie wolle einer so aus der Entfernung wissen, wie es tief unter der Erde aussieht, fragte er. Auch einem Berginspektor im Amt Blankenstein gefiel die Sache nicht. Er hieß Walter. Im Jahre 1695 beschwerte er sich. Er selbst hätte alle seine Unternehmungen mit Gott angefangen und beantrage nun, "diesen Premierminister des Teufels" wegzuschaffen. Walter ließ dann später am Mornshäuser Weg graben und erhielt, wie Ph. E. Klipstein schreibt, "schöne Handstufen" (Anm.: kleine Erzbrocken von Adern durchzogen).
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Käutner brechen den Dachschiefer

Im Gladenbacher Schieferbruch, heute noch kenntlich an der großen Schieferhalde und als "Schieferkaute" bekannt, wurde von 1360 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Dachschiefer gebrochen. Während die oben liegende Schicht, der Tagschiefer, untauglich war, hatten die im Wasser liegenden tiefen Schichten hohe Qualität. Philipp Engel Klipstein spricht von "besten Dachschiefern". Er beschreibt auch den Abbau genau. Zunächst wird eine runde Grube abgeteuft. Dann wird die Dammerde und der untaugliche Tagschiefer weggeräumt, bis man an den guten Dachschiefer kommt. Der Durchmesser der Grube wird erweitert, der Schiefer bankweise heraus genommen. Das Wasser wird wie der Schiefer hinaus befördert. Dazu steigen die Käutner auf schräg gestellten Leitern auf und ab. Die Käutner sind arme Leute. Sie haben zwar Personalfreiheit (Anm.: Befreiung von Verpflichtungen, wie sie z. B. Leibeigene haben), aber sie müssen jede zehnte Rute Stein an die Herrschaft abgeben. Die Herrschaft, also die Besitzer der Schieferkaute, sind die Landgrafen in Kassel bzw. Darmstadt und die Deutschordensritter in Marburg.
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Franke und gemeine Ruten - Verkauf des Schiefers

Zum Verkauf werden die gehauenen Steine aufrechtstehend in Reihen gesetzt. Jede Reihe ist 10 Fuß lang und heißt Rute (etwa 3 m). Man unterscheidet zwei Arten von Ruten: franke und gemeine. Die franken werden so gesetzt, daß sie "frank und frey" dicht aneinander stehen. Sie sind gut zu zählen. Eine franke Rute kostet im 18. Jahrhundert 1 Gulden und 30 bis 45 Kronen. Das ist relativ teuer, aber dafür ist jede Schiefer auch nur einmal gezählt und nur einmal berechnet. Anders bei der billigeren gemeinen Rute. Da sitzt eine Reihe neben der anderen, und die Schiefer sind mit Lücken ineinander geschoben. Ein großer Stein kann dann auch mal durch 2 bis 3 Reihen gehen. Er wird entsprechend mehrmals gezählt und bezahlt. Dafür kostet aber die Rute hier nur 45 bis 54 Kreuzer.
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Die Käutner wandern ab

Im Jahre 1780 waren nur zwei Gruben in Betrieb. Die anderen lagen still. Die Käutner waren abgewandert. Das ist im Schieferbetrieb damals nicht selten.
Philipp Engel Klipstein nennt die Ursachen:

- das "böse Ding" - d. h. Durchsetzung des Schiefers mit Quarz-, Kalk- oder Gipsspattrümmern - erschreckt den Käutner (nicht den Bergmann, der sich gerade dafür interessiert).
- Es ist sehr aufwendig, die Anlagen zur Regulierung des Wasserstandes zu erhalten.
- Die Kosten sind zu hoch, wenn bei Licht gearbeitet werden muß. Dieser Fall - also das Arbeiten bei Lampenschein - tritt ein, wenn die Grube zu tief wird und die kleine Öffnung nicht genug Licht gibt.
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Sonnenuhr von 1782 Sonnenuhr
 
 

Schiefer in Holzrahmen vom abgebrochenen Amtsgericht in Gladenbach.

Datiert 1782
 
 
 
 
 
 
 

Exponat des
Heimatmuseum
Amt Blankenstein,

Aufn. 1969

Der naturwissenschaftliche Kreis in Gladenbach um 1860

In den Erinnerungen mehrerer Leute aus Gladenbach und Umgebung wird von den gesellschaftlichen Kontakten des Oberförsters Adolf Müller (Leiter des Forstamtes von 1858 bis 1877) und seines Bruders Karl, Dekan in Alsfeld, zu Naturwissenschaftlern ihrer Zeit berichtet. Mehrfach war Gladenbach in diesen Jahren Treffpunkt zu Unterhaltung und Jagd, aber auch zu Besprechungen über Text und Bebilderung neuer naturkundlicher Bücher.
Alwine Kürschner (geb. 25. Febr. 1852 in Gladenbach, Tochter des Begründers der Nickelschmelze in Erdhausen, aus der später die Aurorahütte wurde) berichtet über die genannten Geselligkeiten (Heimat Chronik v. G. Lehr, 4,1934): "Gladenbach bot mancherlei Unterhaltung und geistige Anregung. Hierzu wirkte schon die Nähe der Universitätsstädte Marburg und Gießen mit... Es kam mancherlei Besuch aus Gießen von Studenten und Professoren. Auch der berühmte Naturforscher Brehm (Anm.: Alfred Edmund Brehm, Verfasser des bekannten "Brehms Tierleben") ... kam gern nach Gladenbach und ging mit seinem Freunde, dem Oberförster Müller, auf die Jagd. Dieser Oberförster Müller war ebenfalls ein eifriger Naturforscher. Er hat zu dem Brehmschen Werk eine Reihe von Zeichnungen angefertigt."
Weitere Einzelheiten über diese Treffen teilt Ferdinand Stöcker, Lehrerssohn aus Römershausen, in seinen Erinnerungen mit (Mitt. BI. f. d. 700-Jahr-Feier, 1937): "Mit acht Jahren lernte ich Oberförster Adolf Müller kennen. Meine Prüfung fiel so gut aus, daß er mir versprach, wenn ich etwas älter geworden sei, für meine Ausbildung sorgen zu wollen. Mit zwölf Jahren kam ich sonntags zu Herrn Müller. Nun war ich in meinem Element! Zeichnen, zeichnen! Herr Müller war nicht allein Oberförster, sondern auch Naturforscher und Dichter. Bald wurde ich sein Mitarbeiter, der mit Fernrohr und Skizzenbuch Beobachtungen an Tieren, besonders Vögeln, machte. So beobachtete ich Schwalben, Zaunkönige, Heidlerchen, Haselmäuse und anderes Getier. Dann lieferte ich Zeichnungen, auch für Holzschnitte auf Holz für die Blätter Gartenlaube, Daheim, BrehmsTierleben usw. Im Herbst jeden Jahres kam eine erlesene Gesellschaft von Naturforschern, Malern, Schriftstellern usw. hier in Gladenbach zusammen. Bis dahin hatte sich die Oberförsterei am Bornrain befunden, aber jetzt war das neue Oberförsterhaus gebaut worden. Die Gesellschaft pachtete mehrere Jagden in der Umgebung und pflegte die Jagd. Abends waren Besprechungen. Mitglieder dieser Gesellschaft waren: Der Bruder des Oberförsters Adolf Müller, Dekan Karl Müller aus Alsfeld, ein vorzüglicher Schütze, die beiden Tiermaler C. F. Deiker und dessen Bruder J. D. Deiker aus Braunfels, Tiermaler Specht, der Naturforscher Brehm (Brehms Tierleben) und andere Naturforscher, etwa 20 Herren. Ich war unentbehrlich, weil ich sachkundig war.
Ein Erlebnis mit Brehm, den ich besonders lieb gewonnen hatte: Das Treiben begann. Brehm und ich standen vor einer Tannenschonung. Plötzlich bricht ein kapitaler Reh bock heraus. Schußgerecht! Der Bock verhofft, als er uns sieht. Brehm lag schon im Anschlag. Auf einmal setzte er das Gewehr ab und sagte: "Nein, das kann ich nicht, diesem schönen Tier in die treuen Lichter schießen!" Der Bock sprang ab, Brehm, der unzählige Löwen, Tiger, Nashörner usw. erlegt hatte, war zu edel, ein harmloses Tier zu töten.
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I remember - Jugenderinnerungen von Benno Lederer

Benno Lederer wurde 1904 in Gladenbach geboren. Er verließ Deutschland im Jahre 1936 und wanderte nach Südafrika aus, das ihm seitdem neben Israel zur neuen Heimat wurde. In der überwiegenden Zeit seines Lebens ist also Englisch seine Umgangssprache gewesen. Er überschrieb deshalb seine verfaßten Erinnerungen an Deutschland zu recht mit "I remember...". Ihr Inhalt ist aber in Deutsch verfaßt, in einem Deutsch, das es verdient, Wort für Wort wiedergegeben zu werden, das zum Deutschland der Romantik und der Jugendbewegung paßt und nichts von der Verwilderung des politischen umgangs und der Sprache in der folgenden Zeit erahnen läßt.
Das Remember hätte in Erinnerung an Verfolgung und Vertreibung auch völlig anders ausfallen können, aber auch so ist es ein Dokument. Es zeugt von der Kraft der Muttersprache, die alle Drangsale überstand. Es gibt den Erfahrungsausschnitt eines kleinen jüdischen Jungen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und die Eindrücke, die er sammelte, wieder, und es beweist die Normalität, mit der Juden und Christen damals umgang pflegten, Kontakte suchten und Freundschaften schlossen. Es zeugt nicht zuletzt von einer Muttersprache, die alle Drangsale überstand und die - vielleicht - das einzigste Stück Heimat war, das niemand nehmen konnte. Es ist, als seien 50 Jahre spurlos an ihr vorübergegangen. Ältere Menschen werden deshalb das Remember mit besonderem Genuß lesen, beschwört es doch nicht nur fast vergessene Begebenheiten, Namen und Orte herauf.
Benno Lederers Urgroßvater hatte es in den napoleonischen Kriegen von Böhmen nach Gießen verschlagen. 1ß12 kam er zusammen mit einigen Brüdern nach Gladenbach und wurde von der israelitischen Religionsgemeinde als Rabbi und Lehrer angestellt. Er beantragte 1813 die Aufnahme in den landesherrlichen Schutz und heiratete ein Mädchen aus einer alten jüdischen Familie Gladenbachs, die 1909 den Namen Stern angenommen hatte. Zusätzlich zu seinem nicht gerade üppigen Einkommen verdiente sich Simon Lederer als Pottasche-Sieder Geld.
Die Lederers wurden eine der bekanntesten und angesehensten Familien im Orte. Bernhard, "ein äußerst ehrlicher, streng rechtlicher und gewissenhafter Mann", wie ihn der Gladenbacher Landrat 1928 nannte, eröffnete mit anderen Gladenbachern eine Schiefergrube neu. lgnaz, der bis zum Offizier der Landwehr aufstieg, wurde jahrzehntelang Vorsteher der jüdischen Gemeinde.
Dank dem Schöpfer noch immer in guter Verfassung, verbringe ich mein Leben zwischen zwei Kontinenten, eingeteilt in jährliche Hälften: Südafrika und Israel. Südafrika wurde im Jahre 1936 meine Zuflucht. In fast 5O jährigem Wirken wurde das Land an der südlichsten Spitze Afrikas eine neue Heimat, zunächst die südafrikanische Union und später die Republik. Die Annäherung an neue Menschen brachte politische und ökonomische Probleme. Ich gewann das Land lieb und bewundere noch immer seine natürliche Schönheit. Kapstadt, das Kap der guten Hoffnung, seine nähere und weitere Umgebung ist ja wegen seiner landschaftlichen Schönheit weltberühmt. Das Leben war schwer, doch erfolgreich. Aus zufriedenem Familienleben entsprossen zwei Söhne und eine Tochter.

I remember... ich erinnere mich an Gladenbach als heimisches, friedliches Plätzchen, an seine Bewohner als zufriedene, biedere Menschen. Alle Berufe waren vertreten. Sie führten miteinander ein harmonisches Leben. Jeder kannte jeden! Oft waren uralte Hausnamen das Kennzeichen einer Familie. Die Leute waren emsig, fleißig, fortschrittlich und hatten das Beste für ihr Gladenbach im Sinne. Gladenbach wuchs! Der kleine Marktflecken spielte eine herausragende Rolle in der Gegend, im hessischen Hinterland. Es erschien öfters, als wollte der Marktflecken die Kreisstadt in ehrgeiziger Weise überflügeln. Von welcher Seite auch immer man sich Gladenbach näherte, seine unbeschreiblich schöne Lage im Talkessel, umrahmt von bewaldeten Bergen und Hügeln, wirkte landschaft ich bezaubernd.

I remember. . . ich erinnere mich an zahlreiche Spaziergänge zum Kirchberg. Der Rundblick vom Aussichtsturm, baufällig und oftmals verboten" zu besteigen, bot immer wieder ein Grandeur" der Ferne. Wie weit konnte man sehen und die zahlreichen Orte und Berggipfel rundum er kennen und schätzen. Ich erinnere mich natürlich auch an den Hain. Er umhüllte in gespenstischer Weise die Reste der alten Burg Blankenstein. Als Kinder standen wir in Ehr furcht vor der Ruine und dachten: "Wird wohl mal ein alter Rittersgeist erscheinen?" Der Hain enthielt auch unzählige Schieferklippen, ein Traumland für uns Kinder, und in der Nähe eine stillgelegte Schiefergrube. Sie lud uns geradezu ein, die alten Schienenwege mit den verrosteten Ladewagen zu befahren, welche einstmals Schieferplatten zu befördern hatten.
Mein Geburtshaus, Marktstraße 31, war im Besitz von Dr. Zinser, der für Jahrzehnte hier praktizierte. Als mein Vater (August Lederer) das Haus kurz vor seiner Eheschließung (1903) erwarb, wurde es für ihn zum Beginn eines neuen Lebens. Die Übersiedlung vom gewohnten großväterlichen Heim in der "Judengasse" muß ein entscheidender Schritt gewesen sein. Es gab neue Nachbarn, neue Freunde.
Nebenan stand die Apotheke, undenkbar ohne die Familie Sames. Man hatte eine gemeinsame Einfahrt, ein gemeinsames Tor, um die hinten liegenden Ställe, Scheunen, Gärten zu erreichen. Apotheker Robert Sames, unterstützt vom Provisor Alt, war weit und breit hoch geschätzt, ein Symbol menschlicher Hilfe. Robert war langjähriger Pächter einer nahe gelegenen Jagd. Nie könnte ich die Tour zu Roberts Jagdrevier vergessen. Während meiner Schulferien holte er mich früh aus dem Bett. Auf ins Grüne! Wir erreichten den Hochstand am Rand einer Waldlichtung. Nicht zum Schießen, es war Schonzeit! Heraus kam der Feldstecher, der Rand des Waldes wurde eingehend beobachtet. Ja, dort am fernen Ende erschienen scheue Rehe, den Platz fürsorglich erforschend, und langsam und friedlich ergötzte sich die ganze Rehfamilie am jungen Laub und taufrischen Gras. Die Schönheit der Natur schuf für mich ein unvergeßliches Erlebnis. Während des Weltkriegs 1 verseuchte eine weit verbreitete Grippeepidemie große Teile Europas, und auch Gladenbach und Umgebung waren davon befallen. Doktor und Apotheke hatten alle Hände voll zu tun. Unser Nachbar, der Apotheker, konnte meine Hilfe brauchen: Geräte reinigen, Gläser spülen, Salben mischen, Pulver verpacken. All dies mußten wir im Labor verrichten, während sich Rezepte und Kunden vorm Schalter anhäuften. Hilfe zu leisten, wenn auch nur ein bißchen, brachte für mich, den kleinen Jungen, ein stolzes Gefühl der Genugtuung.
I remember. . . Ich erinnere mich an die gegenüberliegende Seite der Marktstraße. Dort stand das Pfarrhaus, bewohnt vom Geistlichen, Seelsorger der evangelischen Gemeinde, Herrn Dekan Lehr und Familie. Sohn Paul war mir im Alter etwas voraus, aber das hinderte nicht, daß wir öfters im Hof und Garten des Pfarrhauses zusammen spielten. Es war an einer dieser Gelegenheiten, als Herr Dekan mich freundlichst ansprach und wissen wollte, welche hebräischen Kenntnisse ich schon erworben hatte, da ich doch die Religionsstunde von Herrn Rosenzweig besuchte. Er führte mich in sein Studio im ersten Stock und plazierte mich am Schreibtisch. Dann wandte er sich an die unzähligen Reihen von Büchern längs der vier Wände, griff eins heraus und schlug es am Tisch auf. Zu meiner großen Überraschung war es die Bibel in Hebräisch, von der ich jetzt die ersten Zeilen der Genesis lesen mußte und die dann Herr Dekan ins Deutsche übersetzte. Welch ein Erstaunen das in mir verursachte, unbeschreiblich, bis ich erfuhr, daß Theologiestudenten Kenntnisse in Hebräisch haben müssen. Ich erinnere mich natürlich auch an meine ersten Schuljahre in der Volksschule. Der Einfluß des Herrn Lehrer Pfaff war grundlegend für meine schulische Entwicklung. Er bereitete mich auf den Eintritt in die höhere Schule, Realgymnasium Gießen, vor. Zu diesem Zweck gab er mir nachmittags Privatstunden in seiner Wohnung im ersten Stock des Schulhauses. Mein erster Besuch jagte mir einen Schrecken ein. Auf mein Klopfen öffnete Herr Pfaff die Tür, ich stand einem fremden Mann gegenüber. Er war geschmückt mit Bartbinde und Frisierhaube, um seinen Kaiser-Wilhelm-Bart und seine Haarfrisur zu verschönen. Das war etwas Neues für mich. Mit neun Jahren bestand ich die Aufnahmeprüfung zur Sexta und wurde schon nach sechs Monaten in die Quinta versetzt, das jüngste Mitglied der Klasse.
Andere Erinnerungen führen mich in die Kreuzstraße. Hier übte Schmiedemeister Wießner zusammen mit seinen Söhnen sein lohnendes Handwerk aus. Unsere Pferde waren oft seine "Patienten", sie benötigten neue Hufeisen. Das großväterliche Unternehmen unterhielt meistens drei Pferdegespanne, um Mehl, Getreide, Futtermittel, Düngemittel usw. zu transportieren. Es war für mich immer ein besonderes Ereignis, ein neuer Eindruck, den Knecht mit Pferden zur Schmiede zu begleiten und die Kunst des Schmiedemeisters zu beobachten. Es bedurfte manchmal einiger Versuche, um das richtige Hufeisen heiß vom Feuer auf die große "Zähe" des Pferdes zu passen. Der Duft des brennenden Pferdehorns hat sich in den "Nüstern" meiner Nase verewigt.
In der gleichen Straße befand sich auch die Werkstatt von Wagnermeister Wießner, in der wir Jungen stets willkommen waren. Wir durften seine Werkzeuge benutzen. Er zeigte uns deren besonderen Zweck und wie sie gefahrlos zu handhaben, eine gute Einführung ins Handwerk. Und tummeln in den angehäuften Hobelspänen war immer eine große Freude!
I remember. . . ich erinnere mich natürlich auch an traurige Geschehnisse. Ein guter Freund unserer Familie, Moses Jonas, verschied an einem Gladenbacher Festtag. Es war Sängerfest. Gladenbach war in seinem besten Festschmuck, voll von Besuchern, dem Sängerwettstreit beizuwohnen. Moses Jonas, ein alter Soldat, würdiger Kriegsveteran, mußte an diesem Festtag beerdigt werden. Der Trauerzug bewegte sich langsam durch die Straßen. Zwei Pferde, mit schwarzem Tuch bedeckt, zogen den Totenwagen, auf dem der Sarg aufbewahrt war, zum Friedhof am Klotzwald. An der Spitze spielte die Kapelle des Musikvereins Trauermärsche, Mitglieder des Kriegsvereins in voller Uniform mit Orden und Gewehr folgten zusammen mit Verwandten, Freunden und Mitbewohnern, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Es dauerte aber nicht lange, da erklangen da, wo eben noch Trauermusik ertönte, jetzt fröhliche Melodien. In flottem Marschtempo kehrte die Kapelle von der Beisetzung zurück. Ziel - der Festplatz, wo man zum Tanzen aufspielen mußte. Es erzeugte einen Zwiespalt der Gefühle, auf der einen Seite tiefe Trauer und auf der anderen Seite freie Ausgelassenheit. Den alten guten Freund zu ehren, wurde der geplante Besuch auf dem Festplatz abgesagt. Eine große Enttäuschung für mich Jungen, der sich so sehr aufs Karussell, die Schiffsschaukel, Schieß- und Zuckerbuden gefreut hatte.
Ich erinnere mich noch an vieles, an den Sport, vor allem den Beginn des Fußballspiels im "Schwalbenflug", an die Gründung des Wanderclubs "Möve". Aber das fällt bereits in die Zeit nach 1918. Unbewußt legen Kindheitserinnerungen den Grundstein für eine treue Heimatliebe. Wenn sie auf ein harmonisches, zufriedenes Zusammen leben mit allen Schichten der Bevölkerung zurückgehen, dann wird das kleine Stückchen Erde, wo man geboren wurde, geradezu ein Lebensquell fürs gesamte Leben.
Leider aber werden Haß, Entsetzen und Verbitterung, hervorgerufen durch Missetaten gegen Lebende und Tote, nicht aus dem Bewußtsein auszulöschen sein. Endgültig jedoch wird das schlummernde Gefühl der Heimatliebe übertrumpfen! (B. Lederer)
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Backsteine, selbst hergestellt - vom Bauen vor 60 Jahren

Man ist es heute gewöhnt, daß Mauersteine oder ganze Hauswände zum Bau angefahren und dort aufgesetzt oder montiert werden. Viele können sich heute nicht mehr vor stellen, daß man noch vor 60 Jahren teilweise die Backsteine auf dem Baugrundstück in Eigenproduktion herstellte. So geschah es aber tat sächlich; als die Siedlungsstraße - heute Berliner Straße - bebaut wurde.

Backsteinherstellung
Der nötige Lehm wurde an Ort und Stelle aus dem Boden gegraben und portionsweise in Formen gedrückt. In einer Form konnte man gleichzeitig zwei Backsteine formen. Die geformten Steine
wurden aufgeschichtet, mit Stroh abgedeckt und luftgetrocknet. Dann wurden Gänge zur Lüftung geschaffen und Kohle eingebracht. Die Kohlen wurden angezündet, und die ganze Anlage
funktionierte ähnlich wie ein Meiler; sie qualmte auch so. Nun hatte man fertige Naturbrand-Back
oder Ziegelsteine. Sie waren fest gebrannt wie in der Ziegelei, je nach Nähe zum Feuer dunkler
oder heller. Wenn sie fertig waren, ging's ans Mauern. Für ein Zweifamilienhaus waren etwa
60 000 Backsteine erforderlich. 

Hohlblockherstellung
Mit Hohlblocksteinen verfuhr man ähnlich. Sie wurden ebenfalls am Bauplatz hergestellt,
wenn auch aus angefahrenem Material. Beide Bauweisen sind seinerzeit glücklicherweise
fotografisch dokumentiert worden.

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Aus den Berichten des Bürgermeisters zur politischen und wirtschaftlichen Lage 1934-1940

Nach 1933 mußten die Ortsvorsteher - Gemeindeschulzen und Bürgermeister - mehrmals im Jahr Berichte über die politische und wirtschaftliche Lage ihres Ortes an die Landräte oder andere vorgesetzte Behörden einreichen. Die Berichte waren gegliedert nach

1) Gegner des Staates und der Bewegung,

2) Wirtschafts- und Sozialpolitik,

3) die Bewegung und ihre Organisationen,

4) besondere Beobachtungen.

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1934: Es ist Ruhe eingekehrt

Im August 1934 berichtet der Ortsvorsteher von Gladenbach, damals noch Gemeindeschulze, daß Ruhe eingekehrt ist. Das "Reden und Streiten auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Räumen ist sehr zurückgetreten." Nur vereinzelt läßt sich noch "der Austausch persönlicher Ansichten" vernehmen. Staatsfeindliche Bestrebungen von marxistischer oder kommunistischer Seite kommen in Gladenbach nicht in Frage und werden "auch nie hier auf kommen." Auch monarchistische Bestrebungen sind nicht vorhanden, auch kein Ultramontanismus (organisierter politischer Katholizismus). Das Verhältnis der Kirche, Schule und Lehrerschaft zur Hitlerjugend ist gut.
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1935: Trostlose Lage des Bauhandwerks

Im April 1935 wird gemeldet, daß das Bettelunwesen "wesentlich nachgelassen hat." Die Firma Müller (Textilproduktion) wird zwangsversteigert. Die wirtschaftliche Lage Gladenbachs ist schlecht. Für das Bauhandwerk ist sie seit 1934 "geradezu trostlos." Der Bürgermeister, jetzt wieder mit dieser Amtsbezeichnung, wollte mit Hilfe der jetzt beendeten Umlegung (Neuvermessung der Gemarkung) möglichst viel Baugelände erschließen. Aber er muß feststellen, daß keine Aussicht auf Neubauten bestehen. Industrien sind eingegangen. Ein Projekt von Notstandsmaß nahmen könnte mit einem Darlehen von 25000 Mark durchgeführt wer den. Es gibt noch viele Arbeitslose. Für sie hat das Arbeitsamt auswärts Arbeit beschafft. Es handelt sich um Notstandsarbeiten im Raum von Gießen bis Bad Schwalbach.
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"Mein Kampf" als Traugeschenk

Zur Kulturpolitik bemerkt der Bürgermeister lobend die Einführung des Traugeschenkes in Form von Hitlers ,"Mein Kampf". Das wird charakterisiert als "gewaltiger Fortschritt auf kulturpolitischem Gebiet." Im Bericht heißt es in diesem Zusammenhang: "Nur schade, daß der Erlaß nicht schon vor drei Jahren herausgegeben wurde." In diesem Buch finde der Volksgenosse alles, was er "in staatspolitischer Beziehung benötigt."
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Einweihung einer Reichsautobahnstrecke - Übernachtung im Freien

Im Juni 1935 wird berichtet, daß der Dienst in den Gliederungen der NSDAP mit großem Interesse durchgeführt wird. Die Beteiligung aus Gladenbach an der Einweihung der Reichsautobahn in Neu-lsenburg war groß, galt es doch für alle, "bei dieser Gelegenheit den Führer zu sehen." An Begeisterung und Jubel war gedacht. Aber der Schlußteil des Berichtes zeigt dann doch, wie der Schwung durch organisatorische Mißlichkeiten und schlechtes Wetter gebremst wurde. Das steht hinter den Worten: "Weniger erfreulich war allerdings für die einzelnen Formationen, daß sie die vorhergehende Nacht ohne Mäntel bei ausdauerndem Regenwetter im Frankfurter Stadtwald verbringen mußten."
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1937: Kritische Auseinandersetzung mit Rosenbergs ,,Mythos"

Der Bericht vom Januar 1937 befaßt sich mit einer Veranstaltung des Pfarrverwalters Rüdiger Bönicke, bei der es um die Beibehaltung des Alten Testamentes ging. Damals gab es ja starke Bestrebungen, nur noch das Neue Testament als Grundlage des evangelischen Glaubens zu nehmen. Die Veranstaltung war gut besucht. Die Ausführungen des Redners waren vor allem eine kritische Auseinandersetzung mit dem Buch "Der Mythos des 20. Jahrhunderts" vom NS-Partei-ldeologen Alfred Rosenberg. Der Vortrag selbst gab aber "keinen Anlaß zu Beschwerden" seitens der Behörden. Immerhin müssen gewisse Bedenken doch aufgetaucht sein, denn bei einer zweiten Veranstaltung dieser Art saßen die beiden Gendarmeriebeamten Gladenbachs dabei. Aber auch sie fanden nichts zu beanstanden. Eine dritte Veranstaltung sollte sich mit der Lehre des Generals von Ludendorff (Generalquartiermeister im Stab Hindenburgs im 1. Weltkrieg) befassen. Es ging dabei um Gottgläubigkeit auf germanisch-völkischer Grundlage. Es bestand damals in Gladenbach ein kleiner Kreis von Leuten, die mit Ludendorffs Gedankengut sympathisierten. Ob die Veranstaltung stattfand, geht aus den Berichten nicht hervor.

Im Oktober 1937 verlangte der Landrat dann "Berichte ohne Beschönigung". Ein Zeichen, daß man "oben" doch das Floskel- und Routinehafte der Berichte spürte. Der Bürgermeister entwirft dann auch im November 1937 ein düsteres Bild: Die Stillegung der fast gesamten Industrie bleibt für Gladenbach ein schwerer Verlust. Lediglich die Zigarrenfabrik hat eine gute Auftragslage, auch die neu eingerichtete Diabasschleiferei macht Fortschritte. Für die Holzwirtschaft fehlt es an Erfahrung. Für die Erfüllung des Vierjahresplanes ist nach Meinung des Bürgermeisters "nur wenig geleistet". Die gesetzlich vorgeschriebene Entrümpelung (von Böden und Kellern zur Beseitigung von Abfall, als Luftschutzmaßnahme und als Altmaterialgewinnung) hat bisher auch keinen Erfolg gebracht.
Die Sammelaktion der Hitlerjugend war unzureichend. Der Bürgermeister empfiehlt einen ,"schlagartigen Einsatz aller Gliederungen der Partei".
Straßenweise sollen Kommissionen die Einwohner über die Aktion belehren.
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Du schönes Gladenbachvon Veronika Laucht  Homepage

Nicht nur im tiefen Hinterland
bist du o' Gladenbach bekannt.
Du bist eine romantisch schöne Stadt,
die überall Verehrer hat.
Sie kommen von nah und fern
und haben dich o' Gladenbach so gern.
Man kommt zum Kneippen und zum Kuren in den Ort
und geht mit frischen Kräften wieder fort.
Du liegst verträumt im schönen Bornsbachtal,
man findet bei dir Ruhe und Frieden überall.
Burg Blankenstein hat dich früher von oben stolz begrüßt.
Es ist schade, daß sie heute eine Ruine ist.
Doch noch schön anzuseh´n,
sind die grüne Bergeshöh´n,
umhüllt von zartem Waldesduft,
findet man hier noch reine frische Luft.
Bleibe immer so romantisch und schön,
dann wollen wir nie von dir geh´n.
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Bilder aus Gladenbach

Marktstrasse um 1900
Marktstrasse um 1900

Gladenbach um 1900
Gladenbach um 1900

Kirschenmarkt um 1904Kirschenmarkt um 1904
Kirschenmarkt um 1904

Gladenbach um 1910
Gladenbach um 1910


Marktstrasse

Marktstrasse um 1912
Marktstrasse um 1912

Festzug
Festumzug in der Kriegsjahren

Gladenbach um 1953
Gladenbach um 1953

Apotheke um 1960
Apotheke um 1960

Alte Schule
Alte Schule an der Martinskirche

Foto aus dem Jahr 1966
Foto aus dem Jahr 1966

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Alte Ansichtskarten aus Gladenbach

1899
Gelaufene Postkarte aus dem Jahre 1899


Blick über Galdenbach (nach 1900)

Marktstrasse um 1920
Marktstrasse um 1920

Hotel Post
Hotel zur Post


Gelaufene Bildkarte von Gladenbach

Hotel Spiess um 1930
Hotel Spieß um 1930

Kantine der RAD um 1939
Kantine des RAD Lagers um 1939


Blick über Gladenbach


"Deutsches Haus"

Deutsche Postgewerkschaft
Deutsche Postgewerkschaft am Hainpark

Stadtansichten
Stadtansichten

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Zeittafel Gladenbach
 

1861 Gußeiserne Briefkästen werden angebracht
1862 Gründung der Zigarrenfabrik J. M. Krieb. Beginn der Tabakindustrie in Gladenbach.
Weitere Tabakfabriken: Familie Zinßer, Neuweger und Becker
1867 4. Febr.: Das Hinterland kommt zu Preußen
1870 Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (umfaßt alle Orte des Amtsgerichtsbezirkes Gladenbach)
1876 Straßenbeleuchtung mit Öllampen.
Bau der Müllerschen Fabrik (Spinnerei, Strickerei, Färberei)
Müllersche Fabrik um 1900Müllersche Fabrik um 1900
1878-81 Bau der Schule in der Schulstraße
1889 Einweihung der Synagoge der jüdischen Gemeinde
1892-94 Bau des Schlachthauses
1894 Ferdinand Köhler wird kommissarischer Bürgermeister (1895 ehrenamtlich, 1898 hauptamtlich) 12. Mai: Eisenbahnstrecke Niederwalgern - Gladenbach - Herborn mit Teilstrecke Niederwalgern - Weidenhausen in Betrieb genommen
1905 Bau einer zentralen Hochdruckwasserleitung ("Jahrhundertwerk")
1908 Neues Postgebäude in der Bahnhofstraße
1911 Versorgung mit Elektrizität. Anschluß an die Hessen-Nassauische Überlandzentrale (Oberscheld)
1920 Ankauf eines Hauses (Bornrain, Druckerei Kupries) als Rathaus (bisher war die Stadtverwaltung nur in gemieteten Räumen untergebracht)
1925 Ende der Amtszeit von Bürgermeister Ferdinand Köhler.
Er starb nach 31 jähriger Amtszeit am 5. Dezember
1926 Hermann Rudolf Müller (geb. 5. 6. 1895 in Gladenbach) Obersekretär der Bürgermeisterei Kevelaer wird zum Bürgermeister von Gladenbach gewählt Einrichtung einer Kraftpostlinie nach Marburg
1928 1. April: Einrichtung einer Höheren Privatschule (später Freiherr-vom-Stein-Schule) Gemeinde Ammenhausen wird eingemeindet
1934 Errichtung einer Waldbühne im Hain
1936 1. Mai: Einrichtung eines RAD-Stammlagers (Reichsarbeitsdienst)
1937 24. Juli: 700-Jahr-Feier, Gladenbach wird Stadt und erhält das Wappenrecht Auflösung des Katasteramtes
1938 Kanalisation und Wasserleitung in der Ringstraße Rodung des alten Friedhofes 10. März: Ende der Dienstzeit von Bürgermeister Hermann Müller ,,im Alter von 42 Jahren unfreiwillig .
Handlungsgehilfe und SA-Obersturmführer Otto Jäger (geb. 15. Dez.
1894 in Biedenkopf) wird zum hauptamtlichen Bürgermeister ernannt
1938 Nov.: Ausschreitungen gegen die jüdischen Mitbürger Verkauf der Synagoge an die Stadt (wegen Verkleinerung der jüdischen Gemeinde schon längere Zeit in Verhandlungen vorbereitet) Zweite Richterstelle am Amtsgericht aufgehoben
1939 Gartenmöbelfabrik K. Schneider, Produktion ab 1940
1939/40 Extremwinter, Zwangsversteigerung des ,"Herrenbaus" aus dem Besitz von Max Schiff (Brennholz für die Bevölkerung) 
1940 Eröffnung des holzverarbeitenden Betriebes Feldbausch 
1943 Firma Dienst und Sohn, Elberfeld, verlagert nach Ausbombung ihren Betrieb (Textilfabrik) auf die "Schafwiesen" in Gladenbach
1945 28. März, 9.00 Uhr: Amerikanische Truppen ziehen ein. Der amtierende Bürgermeister Jäger wird verhaftet. Ein Deutsch-Amerikaner namens Schmitz wird an seiner Stelle eingesetzt.
RAD-Lager wird Gefangenenlager.
Bildung politischer Parteien: SPD, KPD, Landvolk.
16. Aug.: Ernst Leinbach 1 wird als Bürgermeister eingeführt Einführung der ersten Gemeinderäte: Wilhelm Schwarz, Heinrich Schmitz, Martin Wiessner, Ernst Nord. Beigeordneter: Dr. Isleib, Stadtrechner: K. H. Riemenschneider
1946 20. Jan.: Erste ordentliche Gemeindevertreterwahl 11. März: Bürgermeisterwahl: Ernst Leinbach 1 (einstimmig, durch Zuruf).
Sportbetrieb läuft wieder an.
Die ersten Transporte von Ausgewiesenen aus dem Sudetenland.
Später Transporte aus Ungarn, RAD-Lager als Durchgangslager.
1947 Großbrand bei Dienst und Sohn
Schlechte Ernährungslage der Bevölkerung (250 g Fett, 600 g Fleisch pro Kopf und Monat nach Lebensmittelkarte vorgesehen, aber nicht immer erhältlich)
1948 21. Juni: Währungsreform. Neue Währung ist die Deutsche Mark (DM)
1949 Einrichtung einer Müllabfuhr.
1. April: Die Neue Einheitsschule" (Volksschule mit gehobenen Klassen, später mit Aufbauzug bzw. Mittelschulzug) zieht in die Baracken des RAD-Lagers am Spritzenplatz ein.
1950 Volkszählung: 3154 Einwohner (= 80% Bevölkerungszunahme gegenüber 1939).
7-9. Juli: Erstmalig Kirschenmarkt unter Regie der Stadt.
Erste Kirschenkönigin: Inge Lenz.
Ca. 5000 Besucher
1951 7. Mai: Bürgermeister Ernst Leinbach gestorben.
Neuwahl: Verwaltungsinspektor Karl Waldschmidt (geb. 24. Sept. 1913 in Gladenbach)
1952 Verkehrs- und Verschönerungsverein
1953 Übereignung von drei Grundstücken an die Deutsche Post-Gewerkschaft (DPG) für ein Schulungs- und Erholungsheim am Schloßberg.
1955 Heim der DPG wird in Anwesenheit von Kultusminister A. Hennig in Betrieb genommen Staubfreie Müllabfuhr in Spezialfahrzeugen
1956 1. Juli: Grundsteinlegung für die Freiherr-vom-Stein-Schule in Anwesenheit von Landrat Dr. Bachmann und Schulrat Link Stadtverwaltung zieht in das stadteigene Haus Wilhelmstraße 8
1957 4. Dez., 21.45: Feuerwehrgerätehaus auf dem Spritzenplatz brennt aus (5. Feuerwehrzeitung "Brandschutz" v. Febr. 1959)
1959 Modernisierung des Schlachthofes abgeschlossen.
Ausbau der Ringstraße und der Schloßallee.
Wasserleitung und Kanalisierung für Ammenhausen (bereits 1927 bei Eingemeindung versprochen)
1960 Bautätigkeit unterhalb der Gießener Straße.
Schließen der Baulücke vom Amtsgericht bis zur Siedlung (später Berliner Straße) und zum Gebiet untere Bahnhofstraße 
1961 Das neue Schwimmbad zur Benutzung freigegeben 
1965 Einweihung des 3. Bauabschnittes der Freiherr-vom-Stein-Schule Festredner: Innenminister H. Schneider
1966  Die ersten Förderstufenklassen (5. Schuljahr) an der Freiherr-vom- Stein-Schule.
Alten- und Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt wird seiner Bestimmung übergeben. Orkanartiger Sturm deckt Dächer ab, setzt Straßen und Keller unter Wasser.
1968 Beginn des gymnasialen Zweiges der Freiherr-vom-Stein-Schule mit dem 7. Schuljahr.
Errichtung eines Ehrenmals auf dem Friedhof.
Amtsgericht bleibt nur als Nebenstelle erhalten.
1972 Einweihung des Hartig-Denkmals im Hainpark.
Zusammenschluß von Runzhausen mit Gladenbach.
1973 Nov.: Einweihung der neuen Gebäude (Sekundarstufe 1, II) der Gesamtschule an der Kehlnbacher Straße durch den Hessischen Kultusminister von Friedeburg
1974 Zusammenschluß von 15 Gemeinden zur Stadt mit dem Namen "Gladenbach" (Kernstadt mit 14 Stadtteilen, § 12 Ges. zur Neugliederung des Landkreises Marburg-Biedenkopf)
1977 31. März: Schließung des städtischen Schlachthofes
1978 26. Juni: Wahl des neuen Bürgermeisters der Großgemeinde Siegfried Dellnitz (Einführung 29. September).
Verabschiedung von Bürgermeister Karl Waldschmidt (1. Okt.) nach 27jähriger Amtszeit 
1979 13. Okt.: Haus des Gastes (HdG) wird seiner Bestimmung übergeben
1980 Einweihung der Reithalle des Vereins der Pferdefreunde
1981 Das neu erbaute Rathaus (Anbau an das Haus des Gastes) wird seiner Bestimmung übergeben 
1982 2. Sept.: Stiftung zur Förderung des kulturellen Lebens in Gladenbach durch Dr. Berthold Leinweber (Dr.-Berthold-Leinweber-Stiftung).
3. Sept.: Ein Gedenkstein für die frühere jüdische Gemeinde in Gladenbach wird der Öffentlichkeit übergeben
1983 19. Febr.: 1. Preisverleihung der Dr.-Leinweber-Stiftung; Preisträger ist Otto Acker.
Gladenbach wird ,,Kneippheilbad", Urkunde durch Sozialminister A. Olauss überreicht. 20. Okt.: Einweihung der Erdgasleitung auf dem Gebiet des Hallenbades.
Minister H. Reitz entzündet die Erdgasfackel
1984 Einweihung des Blockheizwerkes mit Wärmerückgewinnungsanlage Wiederwahl von Siegfried Dellnitz zum Bürgermeister auf sechs Jahre 1. Nov.: Erster Gladenbacher Lebensmittel-Wochenmarkt, jeweils donnerstags
1985 Fernwärme aus dem Blockheizwerk, Landrat Dr. Ch. Wagner schaltet ein.
9. Juni: Karl Waldschmidt im Alter von 71 Jahren gestorben, Bürgermeister von 1951 bis 1978
1987 Festakt zum 150. Todestag von G. L. Hartig. Hartig-Stiftung

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Rathaus und Haus des Gastes

Das Gladenbacher Rathaus und das Haus des Gastes

Quelle: Blume/Runzheimer Gladenbach © 2010, Bernd Nassauer, Gladenbach
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