Mornshausen
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Unser Stadtteil Mornshausen
Die Mornshäuser Heering (Heringe)

Mornshausen
Mornshausen
Foto: Bernd Nassauer  28/06/2000


Themenlinks:
 

Daten zu Mornshausen *Stand 21.12.2006
 
PLZ:
Fläche:
Höhe über NN:
Höchste Erhebung:
Einwohner:
Gesamte Großgemeinde:
35075
600 ha
Dorfmitte 240 m
(Dreisberg) 448 m
1.495 Einwohner
13.210 Einwohner

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Ortslage Mornshausen an der Salzböde

Mornshausen liegt 2 km südostwärts der Kernstadt. Das Dorf ist geschlossen angelegt und hat einen regelhaften Grundriß. Die ältesten Teile der Siedlung liegen auf einem leicht nach Südwesten auslaufenden Hang. Entlang der Straße von Gladenbach nach Lohra liegen die Häuser in einer Reihung.
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Vorgeschichtliche Funde und Bodendenkmäler

An vier Stellen der Gemarkung lassen sich die Reste von Langstreifen fluren erkennen. Sieben Stufenraine, die im Bogen von Nordost nach Südost verlaufen, liegen auf der Nordostseite des Dreisberges, elf Raine mit einer Länge von etwa 750 m befinden sich unter Mischwald am Nordhang des Dreisberges. Diese Raine sind schlechter erhalten als die auf der Nordostseite. Zwei Kilometer südsüdwestlich von Mornshausen am Südosthang des Dreisberges finden sich noch Überreste ehemaliger Feldsysteme. Die Abstände der einzelnen Raine voneinander betragen etwa 20-22 m. Weitere Stufenraine kann man westsüdwestlich von Mornshausen sehen. Sie liegen teils im Ackerland, teils unter Wald. Bei einer Wiesenregulierung fand die Tochter von Dr. F. J. Pitz mit einigen Spielgefährten ein altes Schleudergeschoß von kreisförmiger Gestalt (Pitz in Festschr. "Concordia", 1959). Der Umfang war für die Schleuderschnur eingerillt. Auf jeder Flachseite war "ein kultisches Sinnzeichen eingeritzt". Das Alter des Fundes wurde von Fachleuten in Marburg mit etwa 3000 bis 4000 Jahren angegeben. Ein zweiter Fund an derselben Stelle erwies sich als alter Fäustel aus der Steinzeit.
 
Nördlich von Mornshausen, an der rechten Straßenseite stehen im Forstort Hoor (Sportplatz) auf den ehemaligen Weideflächen des Gemeindewaldes 4 starke Eichen, die mit einem Alter von über 700 Jahre unter Naturschutz gestellt worden sind.

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Aus der Geschichte Mornshausens
 
Im Jahre 1237 griffen auf Anstiftung des Erzbischofs Siegfried von Mainz die Brüder Konrad und Gumpert von Bicken die Stadt Wetzlar an. Die Bickener hatten sich verkalkuliert. Die Stadt fand in dieser Fehde starke Helfer. Es waren die Grafen Heinrich und Marquard von Solms und Rudolf von Greiffenstein. Sie besiegten die Angreifer und zwangen ihnen folgende Bedingungen auf: 1. sie durften keine Burg in der Grafschaft Solms errichten, 2. sie mußten ihre Gefälle in der Vogtei Erda, so wie die Zehnten von Helbergeshusen (Elpershausen, wüst zwischen Schlierbach und Wommeishausen), Moroldeshusen (Mornshausen) und Heistenheim von den Grafen künftig zu Lehen empfangen, und 3. diesem gegen alle Feinde - ausgenommen das Reich - beistehen. Eine besonders harte und angesichts des Erzbischofs, der sich im Hintergrund hielt, auch pikante Bedingung war angeschlossen. Die Brüder von Bicken und sechs ihrer Lehnsleute sollten, wenn sie den Vertrag nicht einhalten würden, in den Bann der drei deutschen Erzbischöfe und des Papstes und in die Reichsacht kommen.
Kirche

Bei dieser Urkunde handelt es sich um die älteste Nennung Mornshausen a.S. 1324 verfügte das Mainzer Erzstift über Zehntrechte (in Mornshausen) in Höhe von 3 Malter Weizen und 3 Malter Hafer, die nach Amöneburg abgeliefert werden mußten. Diese Rechte wurden zusammen mit anderem mainzischen Besitz 1341 an die Grafen von Solms und seit 1342 an die Herren von Rollshausen verpfändet. Es handelte sich dabei; wie man einer Aufstellung von 1360 entnehmen kann, um den halben Zehnten in Mornshausen. Gleichzeitig haben auch noch die Döringe Zehntrechte (1338). Moroldeshusen war kein Schreibfehler, sondern die übliche und von allen Kanzleien benutzte Schreibweise für Mornshausen. Am 4. September 1275 übertrug die Begine Hedwig von Moroldeshusin dem Deutschen Orden zu Marburg eine Gülte in Mornshausen, am 30. November 1300 schenkte Geba von Allna dem Deutschen Haus ihre Güter "in Moroldeshusen juxta Gladenbach sita". Beatrissa, die Schwester Helwin Münzers von Marburg verkaufte dem Kloster Kaldern 1291 ihre Güter in Lohra (Lare) und in Mornshausen (Moroldeshusen). Die Mornshäuser Güter erbrachten einen jährlichen Zins von 9 Schillingen und einem Pfennig. Es gibt noch eine Fülle weiterer Verkaufs- und Schenkungsurkunden, die Mornshausen betreffen. Einige seien noch aufgeführt.
1335 verkaufte Konrad von Girmes sein Gut "zu Moroldishusin by Gladenbach", das von Peter und Heinrich Nuzmann bewirtschaftet wurde, dem Priester Ludwig auf dem Rathaus in Marburg. 1342 verkaufte der Kanoniker Gerbrecht zu Wetzlar einen Teil seines Hofes zu Morolteshusin, den man Brul nennt, an den Marburger Priester Ludwig von Weitershausen, und 1395 schenkt Hermann Swengke zu Marburg dem Deutschen Orden "sein gud zu Moroldishusen by Gladenbach gelegen oben an dem Dorffe by der molen, daß iczund Heinrich in dem Brule under ehme hat" (Wyß III, 1269).
Mornshausen war um 1400 mit 25 Hausgesäßen der größte Ort im Untergericht. 1502 waren es nur noch 15. Dann stieg die Zahl bis 1546 auf 20, 1577 auf 35 und 1600 auf 44 an. Es war die Zeit blühenden Gladenbacher Silberbergbaus und einer florierenden Schmelzhütte in der Mornshäuser Gemarkung.

Schmelzmühle
Die Schmelzmühle bei Mornshausen im Jahre 1970

1630 gab es, bedingt durch Dreißigjährigen Krieg und die Pest im Jahre 1624, nur noch 34 bewohnte Häuser. 1585 gab es bei 34 Hausbesitzern nur 17 Pferdehalter mit insgesamt 34 Pferden, 1630 besaßen 20 Bauern 33 Pferde. Ein Hof, genannt das Offenhäuser Gut, war 1577 den Herren von Rollshausen, von Schwalbach und den Schützen von Lohra zinspflichtig, zwei Höfe dem Philipp Rode, ein Hof der Universität Marburg und weitere zwei Höfe dem Deutschen Orden. Der Deutsche Orden, Johann von Linsing und Graf Ernst zu Solms besaßen außerdem noch diversen Streubesitz in der Gemarkung.
Das Jahr 1633 im Dreißigjährigen Kriege brachte Verluste in Höhe von 387 Talern, 39 Albus und 2 Pfennigen. Sie hielten sich im Rahmen, weil sich die Besatzungstruppen manierlich aufführten und mit der normalen Verpflegung und Unterkunft zufrieden waren. Sie " haben nicht gethan wie die beirrischen, hetten sich genügen lassen", sagte Thonges Weber aus, obwohl sie "inmahl uff seiner Lauben in den bratwürster... heslich gemaust" hatten und auch Adam Schick schien Verständnis zu zeigen, als er sagte: "Hab 4 Reuter gehabdt den hab er 21/2 thlr. vor schue gebenn, haben gesagdt sie bekemen kein solt, so müsten sie doch Kleider undt schue haben."
An der Pest starben 1635/36 von 87 bedepflichtigen Erwachsenen 26. Es blieben danach von 35 Häusern 12 unbewohnt und unbewirtschaftet. Die 25 Höfe von 1640 büßten ein: 13 Pferde, 1 Stück Rindvieh, 34 Schweine, 10 Bienenstöcke, 511 Mött Korn, 10,5 Mött Weizen, 54 Mött Gerste, 9,5 Mött Erbsen, 0,5 Mött Wicken, 6,25 Mött Heidelkorn, 97,5 Mött Hafer und 103 Wagen Heu. Das machte einschließlich zerstörtem und gestohlenem Hausrat 2187 Reichstaler 5 Albus. Der Hessenkrieg 1645-47 richtete weiteres Unheil an und so standen bei Kriegsende 16 der 33 Häuser leer.
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Das Wachstum nach dem Kriege:

Häuser
1666
1700
1750
1780
1810
36*
40
51
54
57
* davon noch drei bewohnt

Einwohner
1834
1846
1885
1900
1925
1939
1946
1950
1961
1970
378
453
491
606
760
845
1207
1253
1245
1401

Im Gegensatz zu anderen Dörfern war Mornshausen schon im Mittelalter kein reines Bauerndorf mehr gewesen. Schon um 1400 betrieb ein Einwohner hauptberuflich die Schneiderei. So richtig führte aber erst der Bergbau und die Errichtung der Schmelzmühle einen Strukturwandel zur Arbeitergemeinde her bei.
1835 ,,Mornshaußen, ein evangel. Filialdorf 1/2 Stunde von Gladenbach, liegt an der Salzböthe und hat 390 Einwohner, welche Ackerbau und Viehzucht treiben. 

Schafshaltung
Man findet da selbst eine Lohgerberey, 4 Mahl- und 2 Ölmühlen" (Amtsarzt Dr. Deibel in seiner medizinischen Topographie).
1961 arbeiteten 141 Personen in der Land- und Forstwirtschaft, 321 im prod. Gewerbe, 70 in Handel und Verkehr und 60 im Dienstleistungsgewerbe und in sonstigen Berufen.
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Blick auf Mornshausen in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Erinnerungen an den Postraub in der Subach
 
Über den Postraub in der Subach im Grenzgebiet Lohra/Mornshausen gibt es einen ausführlichen Bericht des Kriminalsekretärs Carl Franz aus Gießen.
Der Autor hält sich streng an die Akten über dieses Verbrechen am 7. Oktober 1824, spricht aber im einleitenden Text seine Gedanken über Kriminalität und die Folgen für die menschliche Gesellschaft aus.
Dabei kommt er auf die Wilddieberei und das Bandenwesen im Hinterland zu sprechen: "Vor mehreren Jahren hielten sich im Hinterland in der Provinz Oberhessen mehrere bedeutende Banden von Wilddieben auf.
Die großen gebirgigen Waldungen dieser Gegend gaben ihnen die beste Gelegenheit, ihr Handwerk eine lange Reihe von Jahren fortsetzen zu können.
Allen Nachforschungen und Nachstellungen immer glücklich entronnen, wurden diese Rotten so frech und verwegen, daß die herrschaftlichen Forstbeamten selbst in ihren Wohnungen für ihr Leben zittern mußten, und waren in den letztverflossenen Jahren, in welche nachstehende Erzählung fällt, so die Geißel und der Schrecken der ganzen Umgegend geworden."
 

Neben diesem Bericht gibt es einige persönliche Erinnerungen an die Subach, den Postraub und die Hinrichtung der Verurteilten in Gießen. 

Als im Jahre 1909 der Geschichtsverein für den Kreis Biedenkopf den Bericht des Carl Franz nachdruckte, setzte er an den Anfang folgenden Vorspann: "Wir drucken im Nachstehenden einen aktenmäßigen Bericht über den heute im Volk noch nicht vergessenen Postraub in der Subach ab. Ein Exemplar dieses seltenen Schriftchens hat uns Herr Pfarrer Hammann in Hermannstein freundlichst zur Verfügung gestellt. Der Landschütze Johann Caspar Hammann, welcher an jenem verhängnisvollen Sonntag das Geldkärrnchen von Gladenbach nach Gießen begleitete und der eine Zeitlang in den Verdacht der Mittäterschaft geriet, war ein Großonkel des verstorbenen Pfarrers Hammann in Hartenrod; er lebte später als Pensionär in Wenings (Krs. Büdingen) und ist dort am 4. Juli 1835 gestorben. Herr Pfarrer Hammann in Hartenrod hat sich bis ins Alter deutlich die Erinnerung daran bewahrt, daß er als Knabe von etwa 10 Jahren am Tage nach der Hinrichtung der Räuber über den Richtplatz gegangen ist und dort noch die Blutlachen gesehen hat" (vgl. auch Mitt. Ver. Gesch. u. Volkskde. Lohra 1984, Sonderheft).

Auch in den Lebenserinnerungen des berühmten Naturwissenschaftlers und Politikers Carl Vogt (1817-1895) spielen die Subach und der Postraub eine Rolle. Carl Vogt, dessen Familie in Gießen lebte, kam in seiner Jugend oft nach Gladenbach zu Besuch. Dort war seine Tante Lenchen, Schwester seines Vaters, mit dem Steuerkommissär Eckhard verheiratet. Die Reise nach Gladenbach ging durch den Krofdorfer Forst. Carl Vogt, später Professor in Gießen und in Genf, schreibt in seinen Erinnerungen (1896): "Nach Gladenbach führte der Weg durch wilde Waldgegend, die zuweilen nicht ohne geheimes Grauen durchmessen wurde.
In dem Eichwald bei Krofdorf waren alle Wipfel verdorrt, weil dort der Sage nach ein entarteter Sohn seine Mutter erschlagen und die Leiche den Schweinen vorgeworfen hatte, welche zur Eichelmast in großen Herden zusammengetrieben wurden... Hinter dem Krofdorfer Forst kam die Subach, eine finstere Waldschlucht, in welcher eine neuere Raubgeschichte gespielt hatte.

Blick in das Tal der Subach

Blick in das Tal der Sagenumwobenen Subach            Foto: Bernd Nassauer 04/05/2003 
Allmonatlich wurden die in dem Hinterlande eingegangenen Staatsgelder auf einem Postkarren, den ein Gendarm begleitete, nach Gießen spediert und von dort zur Hauptkasse nach Darmstadt geleitet. Von wo sie dann, aber in kleineren Sendungen verteilt, wieder den Rückweg nach der Provinz an traten. Ein alter Schäfer, namens Geiz, hatte mit seinen beiden Söhnen, seinen zwei Neffen und einem Vetter den Postwagen in der Subach überfallen, den Postillon geknebelt und das Geld geraubt. Der Gendarm hatte geschossen, stand aber im Verdachte, mit im Komplott gewesen zu sein und nur blind geladen zu haben. Die ganze Bande wurde gefangen. Der Gendarm erschoß sich, der Vetter entkam auf rätselhafte Weise; der Schäfer Geiz mit seinen Söhnen und Neffen wurden enthauptet. Wir hatten die Exekution mit angesehen, und ich muß gestehen, daß es uns einigermaßen gruselte, wenn wir durch die Subach gingen. Um uns Mut einzuflößen, stimmten wir dann mit hellen Lauten das Schinderhanneslied an, das August Becker, der rote August, von den Geizen selbst gelernt hatte.
Kann es etwas Schöner's geben
Auf der ganzen, weiten Welt,
Als ein lustig Räuberleben,
Morden um das liebe Geld!
Tag und Nacht herumzuschweifen,
Werte Beute anzugreifen,
Schießen, Hauen, Stechen tot- Ist das nicht ein schön' Stück Brot?
Wenn wir an den Galgen gehen,
Kommt uns fast das Lachen an,
Wenn wir die dort oben sehen - Einmal müssen wir auch dran!
Die da liegen in der Erden
Von den Würm' gefressen werden!
Besser trocknen an der Luft,
als verfaulen in der Gruft!

Landesgrenze zu Hessen-Cassel
im 18. Jahrhundert,
Grenzstein im Gebiet der Subach.
Soweit die Erinnerungen Carl Vogts. Der von ihm erwähnte Gendarm war der Landschütze Volk, also der zweite bewaffnete Begleiter des Geldkärrnchens; er wurde aus Platzmangel im Kriminalgefängnis in die Kaserne zu Gießen gebracht. An einer "dunklen Stelle auf dem Gange, benutzte er den Augenblick, als man die Tür seines Gefängnisses auf schließen wollte, und schoß sich, der Hand des Henkers vorgreifend, eine Kugel durch das Herz".
Der aktenmäßige Bericht aus dem Jahre 1825, den Vogt wohl auch kannte, diente dann rund 150 Jahre später, nämlich im Jahre 1971, als Vorlage für einen Film mit dem Titel: "Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach." Unter der Regie Volker Schlöndorffs wurden vor allem sozialkritische Akzente gesetzt. Der Überfall wird von der arm seligen Situation der Beteiligten abgeleitet, nicht von der Bandentätigkeit. Schlöndorff (Postraub in der Subach, Marburg 1978, Jonas Ver lag, letzte Umschlagseite): ,,Wir müssen versuchen, unsere Geschichte kritisch zu lernen und zu verstehen. Deshalb ist es wichtiger und aufschlußreicher, eine solche Episode aus der Vergangenheit in ihrer Zeit zu belassen, sie streng historisch darzustellen, als sie zu aktualisieren, ein Gleichnis, eine Parabell oder ähnliches daraus zu machen? . . Es genügt, den Text des "aktenmäßigen Berichts" zu lesen, um zu verstehen, wie eine gewisse Struktur der Gesellschaft es den Benachteiligten unmöglich macht, ihre Lage zu durchschauen und diese zu verändern."
Eigenartig ist, daß man nicht am Orte des Geschehens gefilmt hat. Die Subach mit ihren Hohlwegen hätte sich gut geeignet. Eigenartig auch - und das hat die Kritik aufgegriffen - "daß nicht Hinterländer Mundart, sondern südhessische gesprochen wurde. Aber das ist mit anderen Filmen zur hessischen Geschichte nicht anders gewesen.
Die Beurteilung des Geschehens in der Subach wird auch kommende Geschlechter bewegen. Dabei wird die Frage nach rein verbrecherischer Verstrickung oder nach Auswirkungen gesellschaftlicher Strukturen immer wieder neu beantwortet werden. In relativ friedlichen Zeiten sicher anders als in Zeiten spektakulärer Überfälle auf Banken, Geldtransporte oder auf andersdenkende bzw. mißliebige Personen! Das berühmte Wort vom "Bild einer Persönlichkeit", das in der Geschichte "schwankt", gilt auch für Ereignisse wie etwa den Postraub in der Subach. Insofern ist er mehr als nur ein lokales Gruselelement in den Gemarkungen der beteiligten Gemeinden.
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Wie die Mornshäuser ihren Spitznamen "Heringe" erhielten
 
Es war die Zeit um etwa 1880. Die Mornshäuser hatten Düngemittel bestellt und erwarteten nun täglich, daß sie an der Bahnstation in Frohnhausen angeliefert würden. Dann endlich bekam man die vermeintliche "Avis" (Benachrichtigung der Bahn, das ein Bahngut angekommen ist) von der Posthilfsstelle und ein ungeduldig fluchender Abholer nahm sie unbesehen mit. Der Mornshäuser Hering
Laut ausrufend, das die "Avis" da sei, wurde schnell eingespannt, und die Ortsbewohner glaubten daß es sich bei der Lieferung um die Bestellten, dringend benötigten Düngemittel für die Felder handelte.
In kurzer Zeit waren acht bis zehn Pferdegespanne unterwegs nach Frohnhausen, um den Dünger in Empfang zu nehmen.
Der Bahnbeamte staunte nicht schlecht über die Anzahl der Abholer und schmunzelte.
Er nahm den Herrn, der die Avis an sich genommen hatte, mit in den Lagerschuppen und zeigte ihm die Abholung - ein Faß mit Heringen! Wie es, wenn man es gelesen hätte, aus der Avis hervorging.
Jedenfalls bedachte man fortan die Mornshäuser mit Spott und dem Spitznamen "Heringe".
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Mühlen in Mornshausen

Die Hochsmühle bei Mornshausen a.S.
Die Hochsmühle

Foto: Bernd Nassauer 04/05/2003 
Auch über die Hochsmühle gibt es nur wenig Informationen. Der Name der Mühle stammt von einem früheren Besitzer namens Hoch. Sie wurde Anfang der 20-iger Jahre von einer Getreidemühle zu einer Schreinerei umgebaut. Das Wasserrad, das einen Durchmesser von 3,2 m hatte, entfernte man bereits im Jahre 1920. Die Wasserkraft blieb im folgenden ungenutzt. Nach Aufgabe seines Betriebes zu Beginn des Zweiten Weltkrieges bewohnte die Familie das Anwesen noch bis zum Tod von Kathrina Barth im Jahre 1965. Die heute noch vorhandenen Gebäude gehen zum Teil noch auf die ursprüngliche Mühle zurück, vor allem das alte Wohnhaus.

Die Hüttenmühle und die Hangottsmühle

Die Hüttenmühle, zwischen Gladenbach und Mornshausen 1 km talabwärts vom Kirchberg gelegen, wurde in den Jahren 1562/63 eigens zum Zwecke dem Kupferschmelzung erbaut. Bisher hatte man sämtliche Erze zum Schmelzen nach Silbach, nördlich von Winterberg, transportiert. Der Weg war lang und führte durch unwegsames Gelände. Die Transportkosten waren dementsprechend hoch. 
In einem Brief von Landgraf Wilhelm an seinen Bruder Ludwig aus dieser Zeit heißt es: "Derwill wir dann befunden, dass uft der Silbeck den gemeinen gewercken ein grosser abgang durch dem Schmeltzer unerfarenheit und unfleiß eruolgt, alßo haben wir bey unsen go. 1. hrn. und vatern angehalten, dass 5. gn. jetzo zu arbeit ist ein eigener schmeltzhutten bei dass Berckwerck zu Gladenbach zu bawen, der ob got will umß Martini fertich werden soll damit man das ertz so wir im vorrath haben und noch kunftigl ich gewinnen darin schmeltzen und gut machen konnen."

Als erster Teil der geplanten Hütte konnte 1563 die Kupferschmelze in Betrieb genommen werden, die Seigerhütte war kurz darauf betriebsbereit. Mit zwei Wasserrädern für den Antrieb der Blasebälge, zwei Schmelzöfen, einem Treib- und einem Garherd war die Mühle sehr gut ausgerüstet. Der Verhüttungsprozeß begann, so die Erze nicht von Hand geschieden werden konnten ‚ mit dem Pochen. Sodann wurden die Erzstücke durch einen Waschvorgang angereichert und anschließend auf Roh- und Kupferstein verschmolzen. Im Gemisch mit Schwefelpulver und -eisen entstand nach erneutem Verschmelzen das Schwarzkupfer. Zur Entsilberung verschmolz man es nunmehr in einem Schachtofen mit Blei. Dann folgte das Seigern, wobei auf dem offenen, geneigten Seigerherd das Blei, dass den größten Teil des Silbers als Legierung aufgenommen hat, ausgeschmolzen (ausgeseigert) wurde. Während man das stückig gebliebene Schwarzkupfer, die Kienstöcke, auf dem Garherd zu Garkupfer verarbeitete, wurde das auf dem Seigerherd abgelaufene silberhaltige Blei auf dem Treibherd abgetrieben. Hierbei oxydierte das Blei zu Bleiglätte, die auf dem Metallschmelze schwamm und laufend flüssig abgezogen wurde. Zurück blieb das Silber. Durch Brennen, ein nochmaliges Abtreiben nach Zusatz von Blei, entstand das Brandsilber, ein Feinsilber von 998% (40).

Aus dem ersten Betriebsjahr existiert der folgende Geschäftsbericht: "Anno domini 1564 ist von dem Newen Berckwerge zu Gladenbach nachuolgendt Silber meinen gnedigen Fürsten und Herrn in die munz gelieffert wordenn. Angefangen im quartal Reminiscere den 2lten februariy. Reminiscere 463 marck 12 1/2 lot Brandtsilber
TrinitatiS 324 marck 3 lot Brandtsilber Crucis 141 marck 1 lot Brandtsilber
Luciae 68 marck 9 lot Brandtsilber".

Dies waren für die damalige Zeit große Mengen, die überall im Lande Beachtung fanden. In der Hüttenmühle wurde auch das Silber für den 1587/88 erschienenen Gladenbacher Taler, auch Ausbeutetaler genannt, geschmolzen von Landgraf Ludwig III von Hessen, Graf von Ziegenhain, geprägt worden. Auf dem Vorderseite befindet sich das Hessische Wappen zusammen mit dem Wappen von Nidda, Diez, Ziegenhain und Katzenellenbogen, dazu die Unschrift 'Ich getraue Gott in aler Not'. Diese Worte hatte Philipp der Großmütige während seiner Haft In Mecheln in seine Zellentür eingeritzt. Die Rückseite der Münze trägt eine lateinische Inschrift, die besagt, dass Landgraf Ludwig III von Hessen, Graf von Ziegenhain usw. Im Jahre 1587/88 aus den neuen wieder aufgefundenen Gängen der Silbergrube bei Gladenbach diese Münze hat prägen lassen.

Im Jahre 1604 wurde mit dem Tode Ludwigs III die Münzprägung eingestellt. Auch das Gladenbacher Bergwerk verfiel Versuche, es in den folgenden Jahren wieder in Gang zu bringen, blieben erfolglos. 1858 wurden erneute Versuchsarbeiten abgebrochen. 1870 wurden die Bergwerksgerechtsame für eine Siegerländer Gesellschaft eingetragen. Nach Stillegung des Bergwerks vollzog sich in der Mornshäusern Hüttenmühle ein Funktionswandel. Die ehemalige Schmelze wurde eine Getreidemühle.

Direkt neben der Hüttenmühle soll noch eine zweite Mühle, die Hangottsmühle, gelegen haben. Man nannte letztere auch Lotzmühle, nach dem Besitzer Lotz. Beide Mühlen besaßen, vielleicht als Überbleibsel der Hütte, je ein eigenes Wasserrad, für dessen Antrieb das Wasser der Salzböde durch einen sich kurz vor den beiden Mühlen verzweigenden Mühlgraben geteilt werden musste.

Die Hangottsmühle musste 1873 zwangsweise versteigert werden. Zu dieser Zeit befand sich die Hüttenmühle im Besitz der Familie Rühl, die sie von einem Wagnermeister erworben hatte. Da die Familie Rühl keinen neuen Nachbarn wünschte, kaufte Joh. Rühl, der 1873 in die Familie eingeheiratet hatte, die Mühle einschließlich Wasserrecht. Die Familie Rühl war damit im Besitz von zwei Getreidemühlen mit jeweils einem Mahlgang.

Wegen des Wasserrechts gab es trotz des Verkaufs immer wieder Streitigkeiten mit Herrn Lotz, dem ehemaligen Besitzer dem Hangottsmühle. Dieser bewohnte noch immer die Mühle und war der Meinung, er hatte noch ein Anrecht auf das Wasser. Aus diesem Grund entfernte er, wann immer es möglich war, das Brett, das dass gesamte Wasser auf das Wasserrad der Hüttenmühle überleitete. Daraufhin kam es zu einem 2Ojährigen Prozeß. Nach dem Tod von Joh. Rühl ließ seine Ehefrau das Verfahren einstellen. Sie war sogar gezwungen, die gesamten Unkosten zu übernehmen, da Herrn Lotz schon zu früheren Zeiten das Armenrecht zugestanden worden war. Nach Abschluss des Verfahrens mußte die Familie Lotz die Mühle verlassen.
Der Enkel der genannten Rühls, Joh. Schneider, hatte nicht die Absicht, Müller zu werden, sondern er wollte das Bäckerhandwerk erlernen. Am 7. Juni 1919 starb sein Vater jedoch unerwartet an einem Schlaganfall. Daraufhin hat Joh. Schneider vorläufig die Mühle übernommen. Zu dieser Zeit bestand die Mühle nur aus einem Stockwerk, wo die Verarbeitung des Mahlgutes ablief. Joh. Schneider wusste zu berichten, dass in den Jahren 1918/19 aufgrund der enormen Eislast die Mühlradwelle gebrochen sei. Ein Mühlenbauer aus Rüchenbach soll aus einer dicken alten Eiche eine neue Welle gezimmert haben. 1920 ließ Job. Schneider den Giebel ausbauen und ein Becherwerk einbauen. 1923 folgte eine Ausbesserung der gesamten Gebäude sowie die Anschaffung eines gebrauchten Walzenstuhls.

Am 1. Januar 1926 übernahm Joh. Schneider die Mühle offiziell. Der Bau eines neuen Wohnhauses fällt in das Jahr 1928. Ein Jahr später entstand eine neue Hofdurchfahrt. 1930 erfolgte der Kauf eines 2. Walzenstuhls. Weitere Investitionen zeigen sich in dem Massivbau (1932) der Mühle, in der Anschaffung einer Sichtmaschine und eines Plansichters.

Bis zum Jahr 1933 bildete die Wasserkraft den Antrieb. Bereits ein Jahr später entfernte man das alte Wasserrad und verkaufte es 1935. An seiner Stelle erfolgte 1934 der Einbau einer Saug- und Druckturbine.

1952 erfolgte die Anschaffung einer Zugmaschine, die das bisherige Pferdefuhrwerk ablöste, das seit etwa 1860 existierte. Ein Pferd behielt man noch für die Landwirtschaft. 1960 hat Joh. Schneider die Mühle und 1963 die dazugehörige Landwirtschaft an seinen Sohn, Heinrich Schneider, abgegeben. Dieser hat seither keine weiteren Neuerungen durchgeführt. 

Die Lotzemühle bei Mornshausen a.S.

Johann Jost Becker kaufte 1913 die Lotzemühle, eine Getreidemühle, über die es leider kaum Unterlagen und Informationen gibt. Er führte den Mühlbetrieb nicht fort, sondern baute die Mühle um und richtete dort eine Schlosserei ein. Diese wurde später von seinem Sohn und Enkel fortgeführt.
Das Wasserrad diente noch bis 1967 als Kraftquelle, wurde aber dann abgerissen.
Der Mühlgraben wurde ebenfalls zugeschüttet. Von der ehemaligen Schlosserei ist heute nichts mehr vorhanden. Die Lotzemühle, deren Name von dem Familennamen Lotz abgeleitet wurde, wird von den Ortsbewohnern nach dem Hofnamen dem letzten Besitzer auch 'Morrgittsmil ‚ genannt.

Die Mappesmühle
Die Mappesmühle

Foto: Bernd Nassauer 04/05/2003
Die Mappesmühle ist heute im Besitz der Familie Rudolf Paul
 
 
 

Die Artikel sind entstanden in Anlehnung an das Buch "Mühlen im Salzbödetal" von Petra Burk-Wagner,
erschienen als Mitteilung des Vereines für Geschichte und Volkskunde Lohra, im Selbstverlag

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Zeittafel Mornshausen
 

1920 1.11. Lichtleitung in Betrieb genommen
1919 19.1. Wahl zur Nationalversammlung
Dem. VF 75 Stimmen
Sozialisten 184 Stimmen (Scheidemann)
Christi. soz. VF 4 Stimmen
Lib. VF 10 Stimmen
= 334 von 399 Wahlberechtigten
1922  "In der Hoor herrscht reges Treiben. Im Spätwinter hatte man die Hälfte der Waldflächen links der Straße abgeholzt. Im Frühjahr wurden die einzelnen Parzellen verlost, an die, welche Wert auf ein Stück Land legten unter Ausschluß der Landbesitzenden. Jetzt ist man am Boden. Für viele beginnt mit Feierabend hier noch eine schweißreiche Tätigkeit. Das neue Land hat auch schon seinen Flurnamen. "Das arme Feld" hat man's genannt, weil hier die Landarmen einen Acker haben sollten. Niemand weiß, wer den Namen aufbrachte, aber man nennt es so"
1923 20 Ruhrkinder werden in der Gemeinde aufgenommen, nachdem das Ruhrgebiet durch die Franzosen besetzt worden war
Viele Arbeitslose
1924 Der neue Steinbruch wird erweitert und nimmt viele Arbeitslose auf. Z.Zt. werden hier 30 Leute beschäftigt
1926 Am Dreisberg wird nach Wasser gesucht und ein 21 Meter tiefer Brunnen gegraben, ohne Ergebnis
Rege Bautätigkeit. Zehn neue Häuser werden bezogen
1927 Nördlich des Dorfes findet man endlich Wasser
1928 Wasserleitung fertiggestellt
1929 Hydranten und Wasserleitungen frieren an vielen Stellen kaputt bei -24 Grad
Bei der Wahl zur Gemeindevertretung stehen sich Landwirtschaft und Arbeiter schroffer denn je gegenüber, Parteienhader selbst im kleinen Dorf
1932  6.11. Wahl zum Reichtstag                                                                              31.7.1932
NSDAP 260 
230
SPD 142 
172
KPD 9
7
DNVP 9
11
Radik. Mi. 1
(Radik. Mittelstand)
-
Christi. V. 2
(Christi. Volksdienst)
-
1946 209 Kinder besuchen die Schule, davon 72 Kinder von Flüchtlingen und Vertriebenen
1951 Neubau der Kirche wird begonnen, alte Kirche aus dem Mittelalter soll erhalten bleiben
1952 30.11. Einweihung der neuen Kirche
1959 21.2. Neue Schule wird eingeweiht (es ist das 4. Schulgebäude)
1857 wurde ein Schulgebäude an der Stelle des alten errichtet,
1902 baute man die Schule, die bis 1959 genutzt wurde


Alte Schule Anf. des 20. Jh. Backstein und Bruchsteinsockel
Aufnahme 1950 - 1959

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Quelle: Blume/Runzheimer Gladenbach © 2010, Bernd Nassauer, Gladenbach
Home URL: www.stadt-gladenbach.de