Roemershausen
Karte
Unser Stadtteil Römershausen
Die Römershäuser Foißelong

Blick auf Roemershausen
Eingebettet zwischen Wiesen und Felder.....
                                                                                                                 Foto: Bernd Nassauer 15/04/2007


Themenlinks:
 

Daten zu Römershausen *Stand 21.12.2006
 
PLZ:
Fläche:
Höhe über NN:
Höchste Erhebung:
Einwohner:
Gesamte Großgemeinde:
35075
618 ha
Dorfmitte 309 m
(Grüner Stein) 523 m
380 Einwohner
13.210 Einwohner

nach oben

Ortslage Römershausen

Als geschlossene Ortschaft liegt Römershausen 3,5 km nordwestlich der Kernstadt auf einem nach Süden auslaufenden Hügel. 1255 wird dieser Ort das erste Mal urkundlich als Rembreteshusen erwähnt. Ab 1707 wird Römershausen geschrieben. Dieser Ort ist somit ältester aller Gladenbacher Stadtteile.
 
Ortseingang Ortseinfahrt
in Römershausen
Foto: Bernd Nassauer 28/06/2000

Straßenverbindung besteht heute nach Weidenhausen/Bad Endbach und Rachelshausen/Runzhausen sowie über einen Fahrweg über Kehlnbach nach Gladenbach.
nach oben

Herkunft des Ortsnamens und Wappens

Römershausen hat in der Ortsmitte ein besonderes Wahrzeichen: eine uralte Ulme mit etwa 3,5 m Stammumfang, die aber im Volksmund "die Linde" genannt wird. Wir finden den Baum deshalb auch als Linde im Dorfwappen dargestellt.
Unser Raum lag niemals im Einflussbereich der Römer. Der Namen stammt deshalb nicht aus der Römerzeit, wie das Wappen vermuten läßt, sondern von einem der ersten Siedler, wie wir es bei Friebertshausen z.B. mit Fredebracht oder in Mornshausen mit dem Eigennamen Morold zu tun haben.
nach oben

Vorgeschichtliche Funde und Bodendenkmäler

Als Geländedenkmal ist der »Sonnenstein" anzusehen. Er steht am alten Weg nach Runzhausen. Es handelt sich bei ihm um eine Felsklippe aus verkieseltem Roteisenerz. Nicht auszuschließen ist, daß der ,,Sonnenstein" in vorgeschichtlicher Zeit kultischen Zwecken diente.
 
abgebrochener Schleifstein Abgebrochener Schleifstein,
gefunden in der Gemarkung Römershausen.
(Nach Inv. vor- u. frühgesch. Denkm. Hessen, 1973)
nach oben

Aus der Geschichte Römershausens

Im Jahre 1255 schenkte Graf Reinhold von Solms seinen Anteil am Zehnten in Rembreteshusen dem Kloster Altenberg und versprach, binnen Jahresfrist die Zustimmung seines Lehnsherrn einzuholen. Mitbesitzer am Zehnten war der Ritter
Kraft von Rodenhausen.
1344 ist dieser Zehnte falkensteinsches Lehen der Herren von Bicken.

1261 setzten die Herren von Rodheim und von Rodenstein ihre Güter in Reymershusen der Landgräfin zum Pfand, als sie von ihr mit der Burg Blankenstein belehnt worden waren, und 1272 schenkte schließlich der Ritter Johannes von Vetzberg dem Deutschen Orden einen Hörigen in Rimershusin.

Es handelt sich hier um die ältesten Nennungen Römershausens, und sie zeigen, daß an dem Dorf in jener Zeit reges Interesse herrschte. Das lag sicher daran, daß Römershausen in stetem Auf- und Ausbau begriffen war. Man sieht es an der zunehmen den Zahl von Häusern, die das Dorf vor dem Dreißigjährigen Kriege zu einer der größten Ortschaften im Untergericht des Amtes Blankenstein machten.

1400 10 Häuser, 1502 17 Männer,
1570 39 Familien,
1586 40 Häuser,
1600 45 Häuser (die Zahlen der Männer dürfte mit der Zahl der Häuser übereinstimmen)

Damit konnte Römershausen für sich beanspruchen, die größte Wachstumsrate zu haben. Das lag vermutlich am viel befahrenen Obergerichtsweg, der durch Römershausen führte und der zusätzliche Einnahmen versprach und dadurch kleinere Nebenerwerbsbetriebe existenzfähig machen half. Der Name "Else under dem Wege" im Jahre 1400 bestätigt noch die interne Bedeutung dieser Verbindung.

Es gab um 1400 neben einer Mühle nur noch einen großen Hof und allenfalls zwei kleine, die sich ohne zusätzliches Einkommen nur mühsam halten konnten. Um 1585 hatte sich die Vermögensstruktur völlig verändert. Es gab 15 Bauern, die bis auf Philipp Junghans und Theis Naumann jeder zwei Pferde hielten. Auch 1630 gab es noch 15 Pferdehalter und 20 Einläufige.
Außer dem Hof der Gladenbacher Martinskirche, der inzwischen geteilt worden war, gab es 1577 noch folgende Grundherren:

  • Philipp Rode (1 Hof)
  • Albrecht von Dernbach (2 Höfe und Liegenschaften)
  • Universität Marburg (1 Hof, ehemals Lehen des Klosters Kaldern)
  • Happels Erben (1 Hof und verschiedene Pfandschaften)
  • Ebert Hamer (1 Hof und Liegenschaften)
  • Lorenz Blankenheims Kinder (2 Höfe)
Außerdem besaßen der Deutsche Orden, Dr. David Lauck, Johann Heckbach und die Herren von Scheurenschloß noch diverse Liegenschaften, die zeigen, wie weitgehend die ursprünglichen Lehen inzwischen verteilt worden waren.

Der Dreißigjährige Krieg spielte dem damals zentralen Dorf übel mit.
1633 betrugen die Verluste und Schäden 234 Reichstaler. "Der Juncker, Mertin, Catzenbecher und die beckersche waren gebrügelt wordenn, hetten die fraw geschlagen das ihr das blutt übern rücken wehr gelauffenn" wußte Hans Rubners Ännchen und Adam Kaut ergänzte noch: "Ja, der Catzenbecher wer tödtlich verwundt...".
Herrmann Heck glaubte sogar die Hintergründe für das miserable Benehmen der Söldner zu kennen:
"Habe 2 reutter gehabdtt' einer gnt. Staffel, der ander Wolff under Rittmeister Bilsen Compagnie, hett sich lassen bedunken das Land wehr nuhn wieder (gegen) des Casselschen Herrn. Landgraff Georg (von Darmstadt) hett dem papenheim schreiben geschicktt' die weren von den Casselschen uffgefangenn wordenn. Sonst wehren sie nicht in diß Landt kommenn, hetten gesagdt, in diesem Landt weren wedder wendtsche (wetterwendische) schelmen, jetzt hilten wirs mitt den Casselschen, darnach mitt den Tillischen".
1635/36 starben von 91 bedepflichtigen Einwohnern 27. Es waren da nach von 41 Häusern 24 unbewohnt.
Im Jahre 1640 entstanden Schäden und Verluste in Höhe von 371 Reichstalern 36 1/4 Albus. Das war die weitaus niedrigste Schadenssumme im ganzen Amt Blankenstein. Selbst auf dem Hülshof war sie fast doppelt so hoch. War das Dorf vorher schon so stark ausgepowert worden, daß trotz Anwendung physischer Gewalt diesmal nichts mehr zu holen war oder hatten sich die ,,salva guardien", eine kleine Schutztruppe, zu deren Unterhaltung sich die 13 Bewohner zeitweise entschlossen, bewährt? Wir wissen es nicht.
Auch das Ende des langen Krieges mit dem Zusammenstoß der Truppen beider hessischen Staaten in unserer Gegend hinterließ in Römershausen seine Spuren. Es gingen noch einmal zwei Häuser ab und so standen schließlich 22 Häuser leer und nur noch 15 waren bewohnt.

So richtig sollte sich das Dorf nie mehr von diesem Aderlaß erholen, und seine Entwicklung blieb künftig hinter der der anderen Orte des Untergerichtes zurück. Dazu trug die Verlegung der Amtsverwaltung vom Blankenstein nach Gladenbach ebenso bei wie der Bau von Talstraßen. Der Obergerichtsweg wurde nicht mehr benutzt. Römershausen geriet ins Abseits.
nach oben

Das Wachstum nach dem Kriege:

Die Häuser
1666
1700
1750
1780
1810
22
26
35
36
37

Die Einwohnerentwicklung
1834
1846
1885
1900
1925
1939
1946
1950
1961
1970
253
302
260
302
337
359
526
498
365
372

1835 "Römershausen, evangl. Filialdorf, 3/4 Stunden von Gladenbach, mit 240 Einwohnern, welche Ackerbau und Viehzucht treiben" (Amtsarzt Dr. Deibel in seiner medizinischen Topographie).
1867 arbeiteten 80 Personen in der Landwirtschaft, 4 im Bergbau und Hüttenwesen, 16 in Gewerbe und Industrie, einer im Handel und einer in der Schule.
1961 gab es in Land- und Forstwirtschaft 27, im prod. Gewerbe 34, in Handel und Verkehr 9 und im Dienstleistungsgewerbe oder in sonstigen Berufen 5 Erwerbspersonen.
nach oben

Adlerjagd im Hinterland - aus den Erinnerungen eines Römershäusers

Lehrer Ferdinand Stöcker, im Jahre 1854 als Sohn des damaligen Lehrers von Römershausen dort geboren, hat im Jahre 1937 seine Erinnerungen für die 700-Jahr-Feier Gladenbachs aufgeschrieben. Sie erschienen damals in den Mitteilungsblättern.
Er schreibt: ,,Schon als kleiner Junge ging ich oft mit meinem Petter (Peter Müller) aus Römershausen und dem Jagdgenossen Christoph Sude aus Rachelshausen und einem Herrn Renk aus Weidenhausen auf die Jagd. Mein Petter hatte mehrere Jagden. Ein gutes Rehrevier war bei Hütte. Eines Tages wollten wir den Rehbestand prüfen, nichtschießen. Zu dritt wanderten sie gegen Abend in der Nähe des "Schindwasens", einem Bergrücken, auf dem eine alte Tanne stand. Auf einem herausragenden Ast sahen sie einen großen Vogel. Habicht, Uhu? Fischreiher? Plötzlich strich der Vogel ab und schwebte bald hoch in der Luft. Jäger Sude rief aus:

"Ich schieße - und wenn es der leibhaftige Teufel ist!" ,,Im Nu", erinnerte sich Stöcker, böllerten mehrere Schüsse, aber ohne Erfolg!" Christoph Sude hatte in den einen Lauf Rehposten geladen. Als dieser letzte Schuß abging, sahen wir, daß der Vogel flügellahm war. In Spiralen ging er nieder und landete auf der Wiese. Nun konnten wir feststellen, daß es ein Adler war. Wie kam das Tier hierher? Offenbar hatte sich der Vogel im Nebel von der Schweiz her verflogen. Was nun? Der Adler hatte sich sofort in Verteidigung auf den Rücken gelegt.,, Die Hunde wurden angeleint, man versuchte, die Fänge des Adlers zusammenzubinden. Das war nicht leicht. Man deckte die Augen zu, dann erst konnte man den wehrhaften Vogel fesseln und nach Hütte transportieren. Im Dunkeln trat die kleine Jagdgesellschaft dann den Heimweg nach Römershausen an. Zu Hause wurde der Vogel gesäubert und verbunden. Er trank Wasser aus einem Glas und fraß auch etwas Fleisch. Am nächsten Morgen meldete der Petter den Fall an die Oberförsterei in Gladenbach. Die erstattete schriftlich Meldung an die Großherzogliche Regierung in Darmstadt (das Ereignis fand vor 1866 statt). Von da kam Weisung, das Tier gut zu versorgen und dann auf Staatskosten nach Darmstadt zu bringen. Wie Stöcker erzählt, war das ein großes Ereignis für die Umgegend! Eine wahre Völkerwanderung begann. Der Vogel wurde nach Darmstadt befördert. Später wurde erzählt, daß das Tier gut an gekommen und geheilt wurde. Dort soll der Adler noch einige Jahre gelebt haben und nach seinem Tode ausgestopft im Museum aufbewahrt worden sein.,, Der Jäger bekam Schußgeld, und die Sache war erledigt."
nach oben

Die Linde, die eine Ulme ist
 
Ulme (Dorflinde) in Römershausen In der Ortsmitte steht ein bemerkenswertes Naturdenkmal (Foto li: H. Goerss) : eine jahrhundertealte Ulme, auch Rüster genannt
mit etwa 3,5 m Stammumfang. Es handelt sich um eine Bergulme mit dem wissenschaftlichen Namen Ulmus glabra. Seit wohl mehr als 500 Jahren versieht sie die Funktion einer Dorflinde. Und das ist sie auch für die Römershäuser:
die Linde, die für Generationen Treffpunkt der Jugend während später Sommerabende war. Vor rund dreißig Jahren, als man Vorbereitungen zur 700-Jahr-Feier (1955) traf - die dann allerdings nicht verwirklicht werden konnten -, erschien in der Tagespresse (1954) ein Artikel über den ehrwürdigen und markanten Baum. Darin erzählt der damals älteste Römershäuser, Johannes Kirch: Der Baum sei für die Römershäuser "die Linde, unter deren breit auseinanderstrebenden Ästen sich die ganze Dorfgeschichte abgewickelt habe. Naturkundler und botanische Fachleute schätzten ihr Alter auf weit über 700 Jahre.
Der durch Mauerwerk an den halbmeterhohen Wurzeln vor Windbruch geschützte Baumveteran ist zu einem Bestandteil dieser Gemeinde geworden. 
Johannes Kirch berichtet weiter über diesen Treffpunkt, vor allem der jungen Leute: "Wenn man nicht unter der Linde war, dann war es auch nichts." Er erwähnt auch, daß der Baum für die Zimmerleute von Vorteil war. Im breiten Schattenfächer schlugen sie die Zimmerbank auf. Das war so "während vieler Jahre gang und gäbe." Als Treffpunkt für die Familien und als Ort der öffentlichen Bekanntmachung blieb die Bedeutung des Baumes bis heute erhalten. Als Bekanntmachungen noch mit der Ortsschelle angekündigt wurden, rief man "...Treffpunkt unter der Linde." Am Sonntag nach dem Kirchgang läßt sich unter der Linde noch gut ein Schwätzchen halten. Für lange Sommerabende bieten die gewölbten Wurzeln willkommene Sitzgelegenheit. Mit einer Pfeife oder Zigarette im Mund läßt's sich hier gut über den Tagesablauf nachdenken. Im Gespräch des Jahres 1954 erinnert der damalige Bürgermeister Heinrich Teutsch daran, daß bis 1926 zwischen dem Backhaus und der Linde ein Brunnen stand und daß im Jahre 1953 im Geäst des Baumveteranen eine Eule (vermutlich ein Waldkauz) ihre Jungen auf gezogen habe. Seine abschließen den Worte über die Linde, die eine Ulme ist, lauten. "Unsere Linde ist voller Leben und der ganze Ort wartet schon ungeduldig auf die ersten diesjährigen Knospentriebe."

Die Dorflinde
"Die Dorflinde"
(leider zur Zeit arg beschnitten)
Foto: Bernd Nassauer 28/06/2000

nach oben

Wie eine Oase in der Wüste - aus der Geschichte des Obst- und Gartenbauvereins

Am 21. April 1911 wurde in Römershausen der Obst- und Gartenbauverein gegründet (Römershausen und Rachelshausen). 1. Vorsitzender war Lehrer Rudloff, 2. Vorsitzender Herr Hof, Rechner Herr Sude aus Rachelshausen, Schriftführer J. Kirch und Beisitzer die Herren J. Scheld, J. J. Happel, L. Happel. 7 Mitglieder waren in Rachelshausen ansässig, 24 aus Römershausen. Eine Satzung in Buchform wurde erstellt, und sogar Briefbogen und -umschläge mit gedrucktem Briefkopf wurden angeschafft. Auf Anraten des damaligen Landrats Daniel wurde der Verein Mitglied beim Kreisobstverband und beim Nassauischen Landes-Obst- und Gartenbauverein in Geisenheim. Dadurch wurden finanzielle Beihilfen seitens des Regierungspräsidenten möglich. Im Juni 1911 schloß der Verein mit der Gemeinde Römershausen einen Vertrag über die Benutzung eines Grundstückes auf den "langen Birken".
Dort sollte eine Baumschule entstehen. Die Fläche war 3600 qmgroß. Diese Baumschule auf den langen Birken (gesprochen: ,"die lange Birke') spielte dann durch Jahrzehnte bis heute eine wichtige Rolle für den Verein. Das Stück wurde abgeholzt, ein Dutzend Wagen voll Mist wurden angefahren,
und die Mitglieder aus Rachelshausen lieferten Kalk. Wer an diesen Arbeiten nicht teilnahm,
mußte pro Tag 2 Mark in die Vereinskasse zahlen.
In dieser Zeit, also schon recht früh, wurden schon Pläne gefaßt, Nisthöhlen für Vögel aufzuhängen. Lehrer Rudloff hielt einen Vortrag über das Kopulieren. Praxis und Theorie waren also von Anfang an in der Vereinsarbeit miteinander verbunden, und sogar die Berücksichtigung des Naturschutzes fehlte nicht. Im Jahre 1912 muß die Anlage schon sehenswert gewesen sein. Ein Protokoll widmet ihr folgenden bemerkenswerten Satz: "Denn wie eine Oase in der Wüste prangte die Anlage in ihrer Herbstesfülle."
Bereits im Herbst des darauffolgenden Jahres hört man von "üppigem Wuchs" in der ,,Plantage und von einer reichen Ernte. Das große Ereignis feierte man mit einer Kartoffelbratpartie bei Würstchen, Bier und Gesang. Ein schweres Gewitter unterbrach das Fest - allerdings nur für kurze Zeit.
Während des 1. Weltkrieges tat der Verein etwas für die im Felde stehenden Mitglieder: Er schickte Pakete. Nach dem Krieg ging es mit neuen Kräften an die Vereinsarbeit. Es gab sogar Überschüsse in der Kasse: 113,75 Mark. Man bewilligte bei dieser Kassenlage dem Rechner für seine gute Arbeit 6.- Mark pro Jahr. Der Betrag wird ausdrücklich als "großzügig" vermerkt. Arbeit gibt es auf der langen Birke in Hülle und Fülle: Eine Weißdornhecke ist zu pflanzen, ein Zaun zu ziehen und das Gelände muß mit Kali gedüngt werden. 

Im Jahre 1926 gibt Lehrer Rudloff sein Amt nach 15jähriger Tätigkeit ab. 1. Vorsitzender wird Lehrer A. Müller. Am 12. Juli 1928 kauft der Verein von der Firma Gebr. Kaltenbach in Lörrach eine Obstmühle und eine Obstpresse - Marke "Obst Maxe".
Die Rechnung befindet sich noch bei den Vereinsakten: 114,70 Reichsmark. Die Benutzung des Obst-Max kostete pro Tag 0,50 Reichsmark.

Im Jahre 1930 wurde eine Obstausstellung ausgerichtet. Im Jahre 1937 wurde für längere Zeit zum letzten Mal eine Versammlung mit Protokoll abgehalten. Man erinnerte daran, daß der Verein jetzt schon 25 Jahre alt sei. Das Gründungsprotokoll wurde noch einmal vorgelesen. Erst nach dem Kriege gab es wieder eine Generalversammlung. Sie fand am 12. März 1949 statt. Ein neuer Vorstand wurde gewählt: 1. Vorsitzen der Lehrer A. Müller, 2. Vorsitzender
H. Happel, Schriftführer G. Kaut, Rechner A. Scheld, Beisitzer F. Sude (Rachelshausen). Der Monatsbeitrag wurde auf 20 Pfennig festgesetzt. 1950 wurde Lehrer Lommatzsch 1. Vorsitzender. Es folgten Jahre mit wechselnder Beteiligung an den Vereinsveranstaltungen.
,,Man sieht, es geht auf und ab", vermerkt die Vereinschronik.

1971 feiert der Verein sein 60jähriges Bestehen mit Ausrichtung der Kreis-Obstbau-Ausstellung am 10. Oktober. Als letzter noch lebender Mitbegründer wird der 76jährige Heinrich Lang geehrt. Der Verein erhält durch diese Veranstaltung, deren Leitung Dr. Schulz hatte und die auch von Landrat Dr. Sorge besucht wurde, einen ,,riesigen Auftrieb". Die positive Entwicklung hält an. 1976 führt der Verein Regie, als sich Römershausen am Wettbewerb ,,Unser Dorf soll schöner werden" beteiligt. Ein dritter Platz ist der schöne Erfolg. 1978 gibt es einen Blumenwettbewerb mit Preisverleihung bei der Tagung des Landesverbandes in Bad Endbach. Danach wird auf Anregung des Vereins eine Grenzbegehung mit Einweihung der Schutzhütte organisiert. Ein gelungenes Fest fand statt, Bürgermeister Siegfried Dellnitz hielt die Einweihungsrede (1980). Die Grenzbegehung wurde in zwei Teilen (1979, 1980) durchgeführt. Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war dann die mehrtägige Feier zum 75jährigen Jubiläum des Vereins in der Zeit vom 10. bis 12. Oktober 1986.
nach oben

Zeittafel Römershausen
 
1919 Urbarmachung der ,,Langen Birke", als Notstandsarbeit durchgeführt
1925 Die Gemeinde beginnt mit dem Bau einer Wasserleitung Bau eines neuen Bethauses der freikirchlichen Gemeinde
1926 Wasserhochbehälter durch die Fa. Zimmermann, Gladenbach. Erd- und Rohrleitungen durch Fa. Becker, Runzhausen
1928 Beschluß zur Kanalisierung
1929 Kanalisierung, Ortsstraßennetz neu eingedeckt
1938 Für die neu gebildete freiwillige Feuerwehr werden neue Uniformen bestellt
1946 Die ersten Heimatvertriebenen (Ungarn, Jugoslawien, Sudetenland) werden aufgenommen, die Einwohnerzahl steigt auf 498
1948 Auf der ,,Langen Birke" wird der neue Sportplatz des Sportvereins ,,Blau-Weiß" eingeweiht.
Der Theaterverein unter Fritz Stengel als Regisseur führt sein erstes Stück auf: ,,Die Not der Alten"
1950 Anschaffung einer Motorspritze
1951 Großbrand im Dorf
1952 Ankauf einer zweiten Glocke für die Kirche
1958 Deutliche Fortschritte in der Motorisierung der Landwirtschaft, Pferde- und Kuhgespanne werden im Dorfbild immer seltener.
17. Nov.: Grundsteinlegung zum Dorfgemeinschaftshaus
1959 9. Aug.: Römershausen erhält ersten Preis im Schönheitswettbewerb der Gemeinden (Veranstalter und Jury: Landwirtschaftsschule Gladenbach)
Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses
1960 15. Okt.: Straßen-Teilstück Weidenhausen - Römershausen eingeweiht, anwesend u. a. Landrat Dr. Sorge, offizielle Vertreter von Kreis und Gemeinde.
In der Chronik heißt es dazu: ,,Bis vor wenigen Jahren war Römershausen nur über eine Straße, die über einen steilen Berg führte und im Winter kaum befahrbar war, zu erreichen.
Die Gemeinde wurde dann durch den Bau einer neuen Fahrstraße an den Verkehr angeschlossen. Dadurch bekam sie bessere Verbindung zur Kreisstadt"
1964 Teerung der Straße nach Rachelshausen. Renovierung der Kirche, elektrische Läutanlage, Heizung. Busverbindung nach Bottenhorn und Gladenbach
1965 Ehrung von Bürgermeister Teutsch (Ehrenplakette des Kreises) für seine zwanzigjährige Amtszeit.
Der zehn Jahre alte Schüler Bernd Scheld erhält die Hessische Rettungsmedaille durch
Landrat Dr. Sorge. Er hat am 21. Juni 1965 ein drei Jahre altes Kind und dessen Mutter,
die nicht schwimmen konnten, aus dem Badeweiher geholt
1968 Für ein Ehrenmal werden rund 6500 Mark gespendet
1969 Errichtung und Einweihung des neuen Ehrenmals auf dem Friedhof
1970 Bürgermeister H. Teutsch ist 25 Jahre im Amt. Beginn der Diskussionen um die
Verwaltungs- und Gebietsreform
1971 10. Okt.: Obst- und Gartenbauverein begeht sein 60jähriges Bestehen.
Kreisobstbauausstellung in Römershausen.
Bau eines Milchkühlgebäudes, Beitritt zum Müllzweckverband. Erste Gespräche mit Gladenbach über den Zusammenschluß
1974 Römershausen verliert seine kommunale Selbständigkeit und wird Stadtteil von Gladenbach. Ortsvorsteher ist Bruno Hartner
1978 9. Sept.: Gedenkstein zur Erinnerung an 719 Jahre als selbständige Gemeinde
1981 Teilnahme am 22. Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" - im Bezirksentscheid: 4. Platz

Dorfkirche in Roemershausen
Foto: Bernd Nassauer 28/06/2000
In Römershausen baute man im vorigen Jahrhundert eine neue Kirche 
(massiv, und nach Biedermeier Art verputzt), nachdem die alte Kapelle baufällig geworden war.

nach oben


Quelle: Blume/Runzheimer Gladenbach © 2010, Bernd Nassauer, Gladenbach
Home URL: www.stadt-gladenbach.de