Ruechenbach
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Unser Stadtteil Rüchenbach
Die Rüchenbacher Huinknoase (Honignasen)

Dorfkirche zu Ruechenbach
Rüchenbachs Fachwerkkirche...
...eine schlichte Kapelle in Ständerfachwerk aus dem 15. Jahrhundert,
steht heute unter Denkmalschutz. Foto: Bernd Nassauer  28/06/2000


Themenlinks:
 

Daten zu Rüchenbach *Stand 21.12.2006
 
PLZ:
Fläche:
Höhe über NN:
Höchste Erhebung:
Einwohner:
Gesamte Großgemeinde:
35075
389 ha
Dorfmitte 245 m
(Herzberg) 346 m
242 Einwohner
13.210 Einwohner

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Ortslage Weidenhausen

Rüchenbach liegt 3 km ostwärts der Kernstadt im Allnatal. Durch den relativ geschlossenen Ortsteil führte früher eine Botenstraße von Dillenburg über Gladenbach nach Marburg.
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Vorgeschichtliche Funde und Bodendenkmäler

Südlich von Rüchenbach gibt es ein 800 m langes Rainsystem am Hanskopf. Am Südosthang der Höhe 346 finden sich Reste eines Langstreifensystems, das etwa 500 m lang ist und aus 12 Rainen besteht. Weitere Relikte von 5 Stufenrainen liegen südlich des Werbels (Höhe 315). Nördlich davon kann man einige gut erhaltene Raine sehen. Ganz unter Wald liegt ein kleines Streifensystem am Hang nördlich des Seitentälchens, das nach Osten in das Allnatal mündet.
Es reicht z.T. in die Gemarkung von Friebertshausen.
Ein Kalksteinbruch in der Nähe des Ortes birgt viele wertvolle Versteinerungen.
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Kirche
Foto: Bernd Nassauer 28/06/2000
An der rechten Strassenseite der Strasse Rüchenbach – Mornshausen a/S., in der Nähe der Straßenkreuzung der B 255 ist ein besonderes Naturdenkmal - eine alte, tiefbeastete, freistehende Fichte.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Es stehen noch 2 ca. 150 Jahre alte Ulmen auf dem Friedhof in Rüchenbach. 
Der Ort hat außerdem in seiner waldreichen Umgebung viele Relikte frühmittelalterlicher Streifenfluren von zum Teil Kilometerlänge.

Aus der Geschichte Rüchenbachs

Rüchenbach wird 1324 als Rudichenbach zum ersten Mal in den Amöneburger Kellereiakten erwähnt. Es war zur Hälfte dem Erzstift Mainz zehntpflichtig. Nach einer Vermögensschätzung aus der Zeit um 1400 gab es damals sieben Hausgesäße, darunter vier Bauern. Ein Mann verdiente sich nebenher als Wächter ein Zubrot und die Pfennigvera war vermutlich für das Einsammeln des Gemeinen Pfennigs, einer Reichssteuer, zuständig.
Die vier Höfe haben sich im Laufe der Zeit geteilt, neue kamen dazu. 1586 gab es sieben und 1619 zehn Bauern, außerdem fünf bzw. vier Nebenerwerbslandwirte. Zu den ältesten gehört Warsch, ein Hof des Deutschen Ordens. Er wurde nie geteilt, baute aber um 1570 eine neue Hofreite und überließ der Gemeinde einen Teil der alten für eine Kirche. Der Hausname stammte von Jost Becker, dem Wagner, der den Hof nach dem Dreißigjährigen Kriege übernahm.
Zu den alten Höfen gehörte auch ein Lehen des Klosters Kaldern, das um 1670 geteilt wurde und dessen eine Hälfte Hens Dabertshäuser (Hinz) seinem Schwiegersohn Johannes Weiershäuser (Gehans) abtrat. Aus einem zweiten Hof des Klosters Kaldern entstand 1610 "Gatte", als Schwiegersohn Caspar Garthen die Hälfte des Lehens erhielt. Der Stammhof bekam nach dem Dreißigjährigen Kriege nach Hans Kuhl den neuen Hausnamen "Kuhn". Auch das Lehen der Gladenbacher Martinskirche wurde geteilt. Den neu entstandenen Hof nannte man nach Theiß Scheffer künftig "Deis", der alte bekam im 19. Jahrhundert nach Happel den Namen "Happels". Bernhards war ein lehnsfreier Hof, der seinen Hausnamen schon im 16. Jahrhundert erhielt. Den interessantesten Hausnamen aber erhielt der Iwe-Hof, der nach dem Dreißigjährigen Kriege aus kleineren Lehen und lehnsfreien Gütern entstand. Er wurde nach den Initialen des Besitzers Johannes Weber genannt. Aus der Neuordnung nach diesem Kriege entstanden auch die Höfe Piddersch, dessen erster Besitzer Peter Kuhl war, und Liesekette, der nach der langjährigen Besitzerin Elisabeth Katharina Ram, geb. Garthen, benannt wurde. Mit Hans Burck, der die aufgegebene Hofreite des Deutsch-Ordens-Hofes wieder herrichtete (Hanse), mit der Übernahme stillgelegter Häuser durch Philipp Bruder (Lippse), Conrad Weigand (Orts nach dessen Frau Ortchen), Peter Ram (Petisch) und Elisabeth Kuhl und ihres Mannes Conrad Vormschlag (Lieses) schloß in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Aufbau- und Neuordnungsperiode ab.
Der Dreißigjährige Krieg hatte also auch in diesem Ort viel Unheil gestiftet. Er war geradezu zu einem Markstein in der Dorfgeschichte geworden. 1633 meldete Caspar Heck, der Besitzer des Bernhards-Hofes, der 1645 das Dorf verließ, um seine Familie über Wasser halten zu können, die Söldner hätten " ihn uff das statlichste abgebrügellt, hett Wein sollen schaffen", auch Johann Zimmermann, damals Bürgermeister, bestätigte: " Ja er were wacker gebrügellt worden". Ebert Roßkam (aus seinem Hof ging später Gehans hervor) ging es nicht besser, " ein reuter von Allendorff undt sonst noch zweene ha ben ihn wacker abgebrügellt undt darnach über den Zaum geworften". Die Vermögenseinbußen, die den 13 Einwohnern entstanden, betrugen 105 Taler 30 Albus.
Die Pest hinterließ unter der erwachsenen Bevölkerung 1635 keine Spuren. Trotzdem standen danach von 17 Häusern sieben leer oder blieben unbewirtschaftet. Nur im Falle von Jost Backus konnte nachgewiesen werden, daß er und seine Frau mit den Soldaten gezogen waren.
1640 waren die Schäden um einiges höher. Den acht Bauern fehlten nach Abzug der kaiserlichen Besatzung 7 Schweine, 114 Mött Korn, 8,5 Mött Weizen, 7 Mött Gerste, 3,5 Mött Erbsen, 3 Mött Wicken, 0,75 Mött Heidelkorn, 3,75 Mött Hafer und 19 Wagen Heu. Der Gesamtschaden betrug 436 Reichstaler 33 Albus 6 Pfennige.
Der Hessenkrieg in den letzten Kriegsjahren sorgte dafür, daß weitere zwei Häuser unbewohnt zurückblieben, so daß bei Kriegsende von 15 Häusern nur noch fünf bewirtschaftet wurden. Vier Personen büßten noch mit dem Leben.
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Das Wachstum nach dem Kriege:

Häuser
1666
1700
1750
1780
1810
1849
12*
14
19
17
19
21
* davon stand noch eins leer Einwohner

Einwohner
1830
1846
1885
1900 
1925
1939
1946
1950
1961 
1970
139
147
152 
149 
175
154 
251
245 
185 
179

1835 "Rüchenbach, evangl. Filialdorf, 1/a Stunde von Gladenbach, mit 137 Einwohner, welche Ackerbau und Viehzucht treiben" (Amtsarzt Dr. Deibel in seiner medizinischen Topographie).
1867 arbeiteten 83 Personen in der Landwirtschaft, 5 in Gewerbe und Industrie, einer in der Schule. 1961 gab es 59 Erwerbspersonen in der Land- und Forstwirtschaft, 35 im prod. Gewerbe, 4 in Handel und Verkehr und 7 in Dienstleistungen und sonstigen Berufen.
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Alte Grenzsteine als Zeugen der Vergangenheit

Alte Grenzsteine, als Zeugen einer längst vergangenen Zeit, findet man in unserer Gemarkung zwischen Belscheid, Wüsteburg und Istebach. Dort verläuft die Gemarkungsgrenze zwischen Nanz-Willershausen, Lohra und Rüchenbach.

Diese Gemarkungsgrenze war bis zum preußisch-österreichischen Krieg im Jahre 1866 ein Teilstück der alten Grenze zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel.
Anläßlich einer volkskundlichen Wanderung unseres Geschichts- und Heimatvereins am 17. 6. 1980, an der über 80 Personen aus unserem Dörfchen teilnahmen, wurden alte Relikte in Wald und Flur besichtigt, Flurnamen erläutert und an dem oben erwähnten Abschnitt der alten Landesgrenze entlang gewandert, wobei auf die Geschichte dieser Grenze näher eingegangen wurde.
Die ersten markanten Steine entlang dieser Grenze wurden im heimischen Raum im Jahre 1669 gesetzt. Dies ergab eine Bestandsaufnahme, die im Winter 1979/1980 von unserem Geschichts- und Heimatverein durchgeführt wurde. Dabei wurden alle noch vorhandenen Grenzsteine von der Wasserscheide zwischen Frohnhausen und Nesselbrunn, dem Stein Nr. 387, bis zum Stein Nr. 530 am Abhang des Schneeberges, westlich von Rodenhausen, registriert. Diese Steine aus dem Jahre 1669 tragen die Beschriftung HESS-DARM = Hessen-Darmstadt und HESS CASSEL = Hessen-Kassel. Steine jüngeren Datums stammen aus den Jahren 1738, 1754, 1820, 1830 und 1853. (Vermutlich Ersatzsteine.) All diese Steine sind beschriftet mit HD = Hessen-Darmstadt und HG = Hessen-Kassel.
Zwei Grenzsteine auf dieser langen Strecke, sie stehen im Istebach an unserem Wanderweg, machen eine bemerkenswerte Ausnahme, nicht nur was die Jahreszahl, sondern auch was die Beschriftung anbelangt. Diese Steine stammen aus dem Jahre 1812 und erinnern an die napoleonische Zeit. Auf der einen Seite sind sie beschriftet mit GH = Großherzogtum Hessen und auf der anderen Seite mit KW = Königreich Westfalen. Dieses Königreich Westfalen, unter Jerome Bonaparte, wurde 1807 gegründet und endete bereits ein Jahr nach der Steinsetzung im Jahre 1813.
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Mord im Hirzbach anno 1844

Selten trifft man wohl eine Gegend, die frei oder verschont geblieben ist von Taten, die das Licht scheuen; mögen das Diebstähle, Raubüberfälle, Lustmorde oder sonstige dunkle Vergehen sein. Orte, wo solche Taten geschehen sind, werden von den Bewohnern der Nachbargemeinden gemieden. Es "spukt" dort oder es ist nicht ganz "just". Auch von einem der schönsten Plätzchen der hiesigen Gegend hörte ich häufig diese Ausdrücke. Es ist auf der Gemarkungsgrenze zwischen Rüchenbach und Willershausen, im Hirzbach. Ein schöneres Ruheplätzchen wie unter diesem herrlichen Buchenwald hat die Gegend nicht aufzuweisen. Nicht weit entfernt führt die Marburger Straße entlang, in deren Nähe, wo sie in den Wald eintritt, ein uralter Grenzstein steht.
Wirklich hat es einmal einen Tag ge geben, da war es hier nicht "just". An einem schönen Frühlingsnachmittag, nach Mitteilungen im Jahre 1844, als eben die Lerchen in den milden Strahlen der untergehenden Sonne gen Himmel stiegen, das Bächlein Hirzbach vom Eise befreit, mit lustigen Weisen des Frühlings nach der Allna hinunterplätscherte, schritten zwei hessische Bauern den Feldweg von Rüchenbach kommend langsam dem Tälchen zu.
Der eine, ein alter Mann von mittlerer Größe mit ehrwürdigen Zügen, freundlichen Augen und langen geraden Haaren auf dem Kopf, auf dem ein mächtiger Dreimaster thronte. Er trug die damalige, kleidsame Tracht der Oberhessen, blendendweißen Kittel, kurze Manchesterhosen, blaue Strümpfe und niedrige Schuhe mit schweren Messingschnallen. Es waren Vater und Sohn, letzterer nach Rüchenbach verheiratet (in Rühls- oder Waschhof), wo ihn der Vater, ein reicher Bauer aus Kehna, heute besuchte. So kamen sie bis in das Tälchen, machten Halt und nach wenigen herzlichen Worten und einem Händedruck kehrte der Sohn zurück und der Vater schritt dem Wäldchen zu, um vor Nacht die Heimat noch zu erreichen. Langsam stieg er, auf sei nen Krückstock gestützt, die kleine Anhöhe empor und blieb, als er die ersten Bäume erreicht hatte, stehen, atmete auf und schaute zurück. Die Sonne sank schon hinter die hinterländischen Berge. Noch einmal schaute er nach seinem Sohn. Dann holte er tief Luft und schritt eins- zwei-drei, da, ein scharfer Schuß - ein leises Ach! Der brave, alte Hesse brach sterbend zusammen. Aus dem Buschwerk trat nach einiger Zeit eine finstere Gestalt, sah sich scheu um, kniete dann hastig auf sein Opfer nieder, durchsuchte dessen Taschen und fand nur ein paar Heller. Ein scheußlicher Fluch entfuhr wohl den verbissenen Lippen des Mannes mit der schwarzen Seele.
Der reiche Bauer war umsonst gemordet. Das Scheusal zog sein Opfer zwischen die Büsche, riß etwas Reisig ab, breitete es über die Leiche und verschwand, wie es gekommen war.
Der Hirzbach rieselte weiter, die Vögel kamen zu den Büschen zurück, tiefe, stille Nacht senkte sich über den Grenzstein hin, hier über den fliehenden Mörder und dort über den Leichnam unterm grünen Reisig. Bis spät in die Nacht hinein erwarteten den Unglücklichen die Seinen. Keine Ahnung hatte sein Sohn in Rüchenbach, als um Mitternacht von den Anverwandten aus Kehna über den Verbleib des Vaters nachgefragt wurde. In dem Glauben, der alte Vater sei zu seinem Sohn nach Allna, wurde auch dort angefragt, jedoch nirgends fand man eine Spur. Sofort stieg der Gedanke auf, er müsse unterwegs verunglückt sein. Der ganze Wald wurde noch in der selben Nacht durchsucht. Vergebens! Da, beim ersten Morgengrauen, fanden sie den Vermißten unter seiner grünen Hülle, einiger Kleidungsstücke beraubt.
Und wer war jene dunkle Gestalt? Vergeblich fragt man die Gerichtsakten. Vergeblich hat die Gendarmerie aus Marburg, vergeblich hat die Ortspolizei mit allen streitbaren Männern der Umgegend die Wälder, Winkel und Schluchten durchsucht. Die hohe Summe, die auf des Mörders Kopf gesetzt war, hat niemand verdient.
Zu derselben Zeit brannte in Lohra die Kaplanei (Schulhaus mit Scheune) nieder. Im Monat Juni fand man eines Morgens den Leichnam eines Mannes auf der Ziegelhütte bei Lohra. Der Name des Toten war in fast ganz Oberhessen bekannt und gefürchtet. Man nannte ihn kurzweg: "Zieglers Fritz". Wer kann sagen, wie jener Gerichtete zu Mord und Brandstiftung in Beziehung stand?
Zeitgenossen von ihm rühmten, er habe Freundestreue bis in den Tod gehalten, über geringe Vergehen, die er sich zuschulden kommen ließ, viele bittere Tränen geweint.
Der Hirzbach fließt jetzt wieder hell und licht, das halbe Jahrhundert hat die blutigen Spuren verwischt. Der Grenzstein steht noch als Wächter an der althessischen Grenze als stummer Zeuge aus alten Tagen. Von der Ziegelhütte aber bei Lohra gilt das Dichterwort: "Und du bist von der Erde verschwunden. Der Pflug geht über Dich hin." Nur im Volksmund lebt ihr Name noch fort und schon ist die Zeit gekommen, wo die Kinder fragen, warum man diesen Ort die Ziegelhütte nennt.
Diesen Bericht, den Lehrer A. Racky am 2. März 1890 aufgrund eines Artikels im "Sonntagsboten aus Kurhessen" 30 (5) in die Schulchronik von Rüchenbach eingetragen hat, ergänzt Hermann Linne: Das Wäldchen im Hirzbach, von dem die Rede ist, steht nicht mehr. Es war ca. 1,5 ha groß und lag mitten in der Feldmark. Bei der Flurbereinigung erhielt der Besitzer des Wäldchens, mein Vater, die Auflage: "Der Wald ist innerhalb von 10 Jahren nach Beendigung der Flurbereinigung zu roden!"
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Das Goldauto - eine heitere Geschichte aus einer ernsten Zeit

Ein Rüchenbacher Chronist berichtet im August 1924 über den Ausbruch des 1. Weltkrieges und erzählt dabei folgende heitere Geschichte:
Bei Ausbruch des Krieges lief eine Nachricht durch ganz Deutschland.
Ein russisches Auto, von Frankreich kommend, versucht, mit viel geladenem Gold quer durch Deutschland nach Rußland zu gelangen. Aufpassen!
Auch die Rüchenbacher wollten das "Goldauto" abfangen und trafen vor kehrende Maßnahmen. Quer über die Dorfstraße wurde beim Backhaus, in dem die Wachstube eingerichtet war, ein Seil gespannt und die älteren Bürger, vom Schlage des Karl Wagner, standen dort mit Vorder- und Hinterladern bewaffnet auf der Wacht.
Eines Abends kommt der Dr. Kaltenschnee von Gladenbach mit seinem Auto angefegt. Der Dr. hat es eilig und will schnell weiterfahren, aber die Büchse des Karl Wagner gebietet ihm halt. "Ich bin doch der Dr. Kaltenschnee und muß dringend zu einem Patienten." Darauf der tapfere Karl: Daas konnste äach glaich saa, domm Schinnoos, alleweil häste baal die Schwernuth g'hatt!"
Soweit unser Chronist. Übrigens: Der Fahrer mit dem Goldauto wurde in Rüchenbach nicht gefangen.

(H. Linne, Okt. 1981)
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Sprüche, Lieder und Redensarten

Ene, dene, ditsche, datsche,
wiwele, wiwele, witsche, watsche,
wiwele, wiwele, wu?
Aus bist du!

Huppe, huppe Weire,
Pärner in de Seire,
Pärner en de Bonsebach,
es mei Peifche ausgekracht

DroB, droß Drill,
der Bauer hur e Fill.
Dr Bauer hor e bonde Kouh,
die läft de Lotze Mehle zou.

Miller, mach' des Deerche zou,
es kimmt e Kläppche Reuter!
Lusse komme, lusse komme, es sei doch kee Benhäuser.
 

Hopp, galopp, Kartoffelsopp, en Gäiße häingt de Ranze.
Gieh mr fott, du goschtig Minsch, ich will fit mit dr danze.

Ho, ho, ho, dr Kimmelmann es da!
Er läft die Gaß als nuff und nab:
Ihr Weiber, käft mr Kimmel ab'

Hoppsassa, stirbt mei Fra,
gieh ich in die Werrera,
käf ich mir e aner Fra,
däi soll sei, hibsch en fei,
schiener wäi Schmidts Annekathrei.

Best de kraank?
Mit der Noas en Schraank,
mit der Noas em Bodder dippe,
kann nit werre rausgehippe.

Seid ihr die Fra vo Glorebach?
Kommt heren, schneid ach Brut!
Och ne, ich sei vo Bottehorn - dos hut jo noch ke Nut!

Däwwe uffem Haus,
Hoas innerm Haus,
treiwe de grißte Bauer aus em Haus.
 

En Richebach, en Richebach,
do gih de Koih uf Stelze;
die Gääste ho Ga masche an,
die Hoinger kann mer melke.

In der Wisse weiße Blomme,
morn soll dei Schätzche komme.
Schelle, schelle daut nit wieh,
wer maich schilt, hut Läus en Flieh.

Hannes, drawannes,
tra Wasser ens Haus.
Die Mäure will wäsche,
des Dibbe läft aus.

De Scheaz es länger wäi de Rock;
des Mädche es vu Bäirekopp.

Der geht die Bach nunter.

Der hängt sei Maul an den Krappen.

Der drischt Heu.

Kannst dir's en de Schornstei schreiwe.

(Gesammelt von Albert Damm in Rüchenbach, eingetragen in die Chronik von Erdhausen )

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Zeittafel Rüchenbach
 

1854 Bau der Straße vom Sauplatz in Rüchenbach bis Friebertshausen
1925 Die Dorfstraße (Ecke H. Friebertshäuser bis Ecke Friedhof) wird mit Steinen
aus dem "Rüchenbacher Kalk" in eigener Regie gedeckt.
Dampfwalze aus Limburg (Fa. Ohl)
1926 Wegen erhöhter Unfallgefahr bei Glatteis wird die Dorfstraße von J. J. Naumann
bis H. Barth kanalisiert
1927 Neue Umfassungsmauerfür den Brandweiher
1935 Kamin und Ofen kommen in die Kirche. Sie kann jetzt endlich beheizt werden
1937 Leiternhaus und Spritzenhaus vor der Kirche werden abgebrochen
4ojähriges Jubiläum der Hebamme Ortmüller
1929 Einrichtung einer Omnibuslinie von Rüchenbach nach Marburg
(geht wegen geringer Inanspruchnahme in 1930 wieder ein)
1929-32  Flurbereinigung
1932 Freiwilliger Arbeitsdienst führt Drainagearbeiten im Feld aus
1933 Einführung des Hand- und Spanndienstes
1935 Beim Erdaushub für den Brandweiher wird ein Kugeltopf aus dem 13. Jahrhundert gefunden
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
1938 Bepflanzung der Heckenflur zur Hälfte mit Obstbäumen
1939 Der Rüchenbach wird von Bernhards bis zum Friedhof verrohrt
1939-45 16 Gefallene und Vermißte sind die Bilanz des Zweiten Weltkrieges für Rüchenbach
8 evakuierte und 32 heimatvertriebene Familien werden nach dem Krieg aufgenommen
1954 Bau des Feuerwehrgerätehauses
1956 Gründung der Forstbetriebsgemeinschaft
1957 Einweihung des neuen Ehrenmals für die Gefallenen beider Weltkriege
1958 Bildung der Kirchengemeinde Mornshausen, Rüchenbach und Friebertshausen.
Erster Pfarrer ist Herr Hentschke
1960 Zentrale Wasserversorgung durch Anschluß an die Mittelhessischen Wasserwerke
1962 Renovierung der Kirche
1965 Die Schule verliert die Oberstufe. Die Schüler des 5.-8. Schuljahres werden in Gladenbach unterrichtet
1965 Die heutige Forsthausstraße erhält eine Teerdecke und einen einseitigen Bürgersteig
1966 Revierförster Kaut verkauft das Forsthaus an den Diakonieverband Marburg-Wehrda
Stillegung des Backhauses
1969 5Ojähriges Jubiläum als Ortsdiener für Heinrich Walbrecht (letzter Ortsdiener bis 1974)
1971 Rodung der Gemeinde-Obstanlage in der Rückenflur
1972 Verkauf des Gemeinschaftsschulgebäudes an Karl Waldow
1974 Rüchenbach verliert seine Selbständigkeit und wird Stadtteil von Gladenbach
1975 Ausbau der Ortsstraße
1979 Gründung des Geschichts- und Heimatvereins Rüchenbach


Schulkinder in Rüchenbach, 1932. Foto: A. Damm

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Quelle: Blume/Runzheimer Gladenbach © 2010, Bernd Nassauer, Gladenbach
Home URL: www.stadt-gladenbach.de